28.02.2018 - 20:10 Uhr
Pechbrunn

Generalversammlung beim OGV Groschlattengrün Beitragen zu schönem Ortsbild

Monika Hein führt auch weiterhin den Obst- und Gartenbauverein Groschlattengrün. Bei der Generalversammlung gibt es neben den Neuwahlen auch kritische Worte von Bürgermeister Ernst Neumann und Argumente für eine insektenfreundliche Gestaltung des Gartens.

Monika Hein (Mitte) steht weiter an der Spitze des OGV Groschlattengrün. Mit im Bild stellvertretender Vorsitzender Stephan Köstler (Zweiter von links), Schriftführerin Gundula Jettke (Zweite von rechts), Kreisfachberater Harald Schlöger (links) und Bürgermeister Ernst Neumann. Bild: fppö
von Willi PöhlmannProfil

Groschlattengrün. Als Stellvertreter der Vorsitzenden erhielt Stephan Köstler das Vertrauen der Mitglieder. Die Kassenführung bleibt in den Händen von Doris Malzer, zur Schriftführerin wurde Gundula Jettke gewählt. Die Kasse wird von Michael Böx geprüft. Beisitzer sind Meltem Köstler, Olena Wohlrab, Ingrid Köstler, Frieda Vogelhuber, Beate Hilpert und Richard Hess, der gleichzeitig das Amt des Gerätewarts inne hat.

Zu Beginn der Versammlung im Gasthof Obst gab Monika Hein einen kurzen Rückblick. Einen Blumenschmuckwettbewerb habe man im vergangenen Jahr nicht durchgeführt, weil sich leider nur zwei Hauseigentümer angemeldet hätten. Neben der Ostereier-Spende an den Kindergarten habe sich der Verein mit einem abwechslungsreichen Angebot auch am Ferienprogramm der Gemeinde beteiligt. In Vertretung der erkrankten Kassiererin Doris Malzer gab Hein bekannt, dass die Kasse auf gesunden Füßen stehe.

Neues Konzept

"Die Kürze, in der die neue Vorstandschaft gewählt wurde, ist auch ein Zeichen dafür, dass im Verein geordnete Verhältnisse herrschen und gute Arbeit geleistet wird", begann Bürgermeister Ernst Neumann sein Grußwort. Der Verein könne sich der Unterstützung der Gemeinde sicher sein, denn er leiste auch gute Arbeit, wenn es um das Erscheinungsbild der Gemeinde nach Außen geht. Neumann bedauerte, dass der Blumenschmuckwettbewerb nicht mehr zustande kam - vielleicht sollte man sich einmal Gedanken über ein neues Konzept machen. "Wer mit offenen Augen durch die Gemeinde geht, muss leider auch feststellen, dass es einige Punkte gibt, die nicht besonders schön ausschauen", kritisierte Neumann. Leider seien hier sowohl der Gemeinde als auch dem Verein die Hände gebunden, da es sich bei den Schandflecken um Privatgrund handle. "Grundbesitzer haben auch Verpflichtungen", betonte der Bürgermeister. Gerade bei Sturmschäden könne die Gemeinde auch nicht untätig bleiben. "Jeder sollte seinen Beitrag dazu leisten, dass wir stolz auf unsere Gemeinde sein können, Blumen wieder das Ortsbild zieren und man sich in ihr wohlfühlt."

Stetiger Artenschwund

Im Anschluss referierte Kreisfachberater Harald Schlöger zum Thema "Der insektenfreundliche Garten". Durch die zunehmende Flächenversiegelung, den abnehmenden Baumbestand, den Rückgang offener Wasserflächen und aus weiteren Gründen gebe es seit Jahrzehnten einen stetigen Artenschwund in Fauna und Flora. Studien berichteten bereits von einem Rückgang der Insekten-Individuenzahl um 80 Prozent. Diese negative Entwicklung sei in weiten Teilen des Landkreises Tirschenreuth noch nicht so stark spürbar wie in den Ballungsräumen. "Es gilt aber, diese schöne, abwechslungsreiche Kulturlandschaft zu erhalten." Schon kleine Maßnahmen könnten oft viel bewirken. Immerhin sei die Fläche, die in Bayern für Gärten genutzt werde, größer als 80 000 Hektar. "Bereits vor der Haustür kann der Einzelne mit einfachen Mitteln durch die Anlage von Hecken, Feucht- und Trockenbereichen in Form von Mauern oder Steinhaufen ökologisch bedeutsame Rückzugsgebiete für Tier und Pflanze schaffen", so Schlöger.

Natürliche Strukturen

Der Kreisfachberater bedauerte die "unheilvolle Entwicklung" hin zu "modernen" Schottergärten, die nur vermeintlich pflegeleicht seien. Dadurch leide das gesamte Dorfbild. Schlöger stellte sterilen Schottergärten Aufnahmen von straßenbegleitenden Grün- und Blühstreifen, dem Zaun vorgelagerten Staudenbeeten und bunten Blumenwiesen entgegen. Bäume mit Früchten und Wiesen mit bunten Blumen seien genau das, was Kinder zeichneten, wenn sie ihren Traumgarten zu Papier bringen sollen. Ein Miteinander von Mensch, Tier und Pflanzen entspreche einer Ursehnsucht des Menschen und erinnere an paradiesische Zustände. Schlöger plädierte für eine gute Bodenpflege und Kompostwirtschaft, den Pflanzenschutz ohne Chemie, die Förderung der Artenvielfalt durch Strukturreichtum und möglichst viele blühende Pflanzen mit reichhaltigem Nektar-, Pollen- und Samenangebot für Insekten und Vögel. Laub unter Gehölzhecken diene als Schutz für Bodenlebewesen und müsse nicht entfernt werden. Wasser in Form von Sumpfbeet oder Teich ist laut Schlöger immer ein belebendes Element. Wichtig seien auch Trockenstandorte in Form von Mauern aus landschaftstypischen Gesteinen, kleinen Lesesteinhaufen und offenen Sandflächen. Künstliche Nisthilfen und Insektenhotels könnten natürliche Strukturen weiter ergänzen.

Eine wichtige Aufgabe jedes Gartenbesitzers und der Gartenbauvereine sei es, den Lebensraum für kommende Generationen lebenswert zu erhalten, so Schlöger. In einer starken Gemeinschaft bestehe die Möglichkeit, über die Grenzen des Gartens hinaus größere Aufgaben anzupacken. Dazu zählten das Öffnen von versiegelten Dorf- und Parkplätzen, Baumpflanzungen an Durchfahrtsstraßen, die Anlage von Hecken an Ortsrändern, das Sanieren von Dorfweihern oder das Öffnen von Dach- und Kellerräumen für nachtaktive Greifvögel und Fledermäuse.

Wer mit offenen Augen durch die Gemeinde geht, muss leider auch feststellen, dass es einige Punkte gibt, die nicht besonders schön ausschauen.Bürgermeister Ernst Neumann

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