SPD-Ortsverein trotz weniger Mitglieder das ganze Jahr über aktiv
Noch kein Schulz-Effekt sichtbar

"Ich sehe mich als Dienstleisterin im Rathaus", berichtete Friederike Sonnemann (links) über ihre Erfahrungen in der Kommunalpolitik. SPD-Ortsvereinsvorsitzende Isgard Forschepiepe hieß sie in Pechbrunn willkommen. Bild: fppö
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Pechbrunn
26.04.2017
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Ein Lob aus berufenem Munde nahmen die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Pechbrunn-Groschlattengrün entgegen: Bei der Jahreshauptversammlung zeigte sich die Waldershofer Bürgermeisterin Friederike Sonnemann als Gastrednerin überrascht von den zahlreichen Aktivitäten.

Osteraktion und Kalender

Die fasste Vorsitzende Isgard Forschepiepe zusammen. Das Frauenfrühstück und den Neujahrsempfang nehme die Bevölkerung immer wieder gerne an. Bei der Osteraktion fanden sich mehr als 30 Kinder mit ihren Eltern zur Suche der bunten Schätze ein. Die SPD-Stammtische und Vorträge zu aktuellen Themen rundeten das Programm ab. Mit der Teilnahme an Veranstaltungen der örtlichen Vereine wie etwa am Bürgerpokalschießen und am Ferienprogramm sowie mit dem Erstellen des Abfuhrkalenders, der besonders gut ankomme, trage der Ortsverein zur Gestaltung der Dorfgemeinschaft bei.

"Die Wahlen werfen ihre Schatten voraus", hatte die Vorsitzende ihren Bericht begonnen. Bei der Bundestagswahl werde Ulrich Grötsch aus Waidhaus wieder als Kandidat für die nördliche Oberpfalz antreten. Bei der jüngsten Ortsvereinskonferenz in Pressath sei vorgeschlagen worden, dass sich für Wahlveranstaltungen mit dem Kandidaten mehrere Ortsvereine zusammentun, um ein größeres Publikum anzusprechen. Leider, sagte Forschepiepe, sei die positive Mitgliederentwicklung im Zusammenhang mit der Kanzler-Kandidatur von Martin Schulz noch nicht bis in den Ortsverein vorgedrungen. Kassiererin Ingrid Köstler berichtete von einem erfreulichen Kassenstand.

"Im Grunde kann jeder Bürgermeister werden", begann Friederike Sonnemann ihre Ausführungen über ihre Erfahrungen nach der Hälfte ihrer Amtszeit in Waldershof. Wer dieses Amt anstrebe, solle sich im Klaren sein, dass ein großes Selbstbewusstsein, mitunter auch einmal eine große Klappe und ab und an auch Trinkfestigkeit dazugehörten. Das Allerwichtigste aber sei, eine gute Beziehung zu den Bürgern aufzubauen und zu pflegen.

Als sie mit der Familie nach Bayern gekommen war, habe sie eigentlich keine großen Ambitionen gehabt, in die Politik zu gehen. Über ihren Ehemann sei sie mit dem SPD-Ortsverein Waldershof in Kontakt gekommen. Nachdem sie in den Stadtrat gewählt worden war, habe sie feststellen müssen, dass oft Parteipolitik über den Belangen der Bürger gestanden habe. "So wurde mancher Antrag von der Opposition abgelehnt, obwohl er vermutlich gut für die Gemeinde gewesen wäre", sagte Sonnemann. Ihr unermüdliches Nachhaken habe ihr bei der Bevölkerung nach und nach Respekt verschafft.

Fairness wichtig

Zahlreiche Unstimmigkeiten und auch Ärger im Stadtrat hätten bei ihr letztendlich mit den Ausschlag gegeben, für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren. Oft sei ihr klar gemacht worden, dass sie als Frau, Mitglied der SPD, evangelisch und als Nichtbayerin wenig Aussichten habe, gewählt zu werden. Daher sei es ihr besonders wichtig gewesen, einen fairen Wahlkampf zu führen. .

"Ich sehe mich als Dienstleisterin im Rathaus, die sich trotz allem Gegenwind den Problemen stellt und dabei die Freude an diesem Job nicht verlieren wird", sagte die Bürgermeisterin. Gerade in kleineren Städten mit zahlreichen Ortsteilen gelte es, die Gemeinschaft zu beleben. Dazu zählten Angebote wie das Reparaturcafé, die Nachbarschaftshilfe, das Trauercafé oder der Sport im Stadtpark, die Einrichtung eines Jugendparlaments und das Mittagessen für Kinder.

Rückgrat zeigen

"Natürlich muss man sich als Frau mehr Mühe geben, um letztendlich respektiert und anerkannt zu werden", sagte Sonnemann. Wichtig sei es, egal ob Mann oder Frau, Rückgrat zu zeigen, wenn es bei Entscheidungen um das Wohl der Stadt und ihrer Einwohner geht. Hier tue sich manch anderer Würdenträger leichter, der den "richtigen Draht" zu höheren Entscheidungsträgern hat, so die Bürgermeisterin im Hinblick auf ihre Parteizugehörigkeit.

Energiewende von unten

Nach einem kurzen Hinweis zur Energiewende, die in den Kommunen und von unten heraus beginnen muss und ein Umdenken in Politik und Bevölkerung erfordert, beendete Sonnemann ihre Ausführungen mit dem Satz: "Wir können die Welt nicht retten, aber Zeichen setzen."
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