11.05.2018 - 19:50 Uhr
PegnitzOberpfalz

Technologie-Konzerns KSB eröffnet additive Fertigung mit 3 D-Druckern Digitalisierung schafft Zukunft in Pegnitz

Von einem "riesigen Schritt in die Zukunft" spricht Harald Hofmann, Pegnitzer Standortleiter des Technologie-Konzerns KSB. Nach fünf Jahren Grundlagenarbeit eröffnen die Oberfranken eine der weltweit größten Produktionsanlagen für die additive Fertigung: Drei Hochleistungs-3 D-Drucker stellen "komplexe Bauteile schnell und präzise" her. "KSB hat die Zeichen der Zeit erkannt", lobt Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer, der von einer "zukunftsfähigen Kombination" der traditionellen Gießerei und Digitalisierung schwärmt.

Die Firma Concept aus Lichtenfels baut die hochmodernen 3 D-Drucker. Sie sind auf einer Art Drehscheibe montiert, um die Rüstzeiten zu minimieren. Die Stärke des Lasers besitzt eine Bandbreite von 100 bis 1000 Watt, die Kapazität des Druckers bewegt sich zwischen 20 und 140 Kubikzentimetern in der Stunde. Bild: KSB
von Clemens Fütterer Kontakt Profil

Pschierer wertet das Zwei-Millionen-Projekt, zu dem der Freistaat rund ein Drittel Förderung beisteuert, als "Blaupause" für den Wandel der gesamten bayerischen Wirtschaft. Statt Ersatzteilen würden in alle Welt Datensätze exportiert.

"Die Digitalisierung ist nicht Zukunfts-, sondern ein Gegenwarts-Thema", meint Pschierer. Der neue Wirtschaftsminister lässt keinen Zweifel daran, dass ihm die 650 000 Kleinen und Mittleren Unternehmen (KMU) in Bayern mindestens so wichtig sind wie die Großen. Und der CSU-Politiker betont mit einem Seitenhieb auf den einflussreichen Süden: "Oberbayern ist nicht die Steigerung von Bayern."

Überholte Arbeitszeiten?

Pschierer fordert, dass den Unternehmen für den Aufwand Forschung und Entwicklung "endlich steuerliche Anerkennung" zuteil und die längst überholte Arbeitszeit-Gesetzgebung möglichst bald an die neuen Herausforderungen angepasst wird.

Dr. Stephan Bross, Geschäftsführender KSB-Direktor für den Bereich Technik, versichert, die Mitarbeiter bei der digitalen Transformations-Strategie des Konzerns "mitzunehmen". Er bezeichnet Pegnitz als "Pilot-Standort" zur Einführung einer vernetzten Produktion. Dr.-Ing. Alexander Böhm, Leiter Werkstofftechnik und additive Fertigung der KSB, schildert die Vorteile der 3 D-Drucker, bei denen Laser Metall-Pulver selektiv zu spezialisierten Hochleistungs-Pumpen mit komplexen Geometrien formen: niedrigere Kosten, bessere Performance, schnellere Lieferzeiten, geringeres Gewicht, keine Sonderanfertigung von Werkzeugen - "bei kompletter Design-Freiheit". Der gesamte Prozess sei komplex, die Wertschöpfungskette hoch. "Es entsteht so gut wie kein Abfall." KSB-Direktor Bross unterstreich die enorme Materialdichte der Werkstoffe von 99,9 Prozent. 100 Verfahrensparameter seien möglich. "Wir können sehr schnell Ersatzteile liefern."

Dramatische Verbesserung

Beim Redesign eines Ölkühlers erzielt die neue 3 D-Technologie eine "dramatische Verbesserung" der Pumpleistung und eine erhebliche Materialeinsparung.

Konzern KSB

Die KSB ist weltweit führender Anbieter von Pumpen, Armaturen und entsprechendem Service. Das Unternehmen mit Sitz in Frankenthal zählt mit Produktionsstandorten auf allen Kontinenten rund 16 000 Beschäftigte: bei einem Umsatz von 2,16 Milliarden Euro und einem Gewinn (vor Steuern) von 74,6 Millionen Euro. Von den etwa 1600 Beschäftigten am Standort Pegnitz kommen viele aus den Kreisen Amberg-Sulzbach und Neustadt/WN. In Pegnitz werden Pumpen für die Industrie sowie Armaturen für Energieversorgung und Baugewerbe gefertigt. (cf)

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