29.04.2018 - 20:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Ausstellung im Bürgerhaus zeigt Die Leuchtenberger als Sammler

Einen kleinen Einblick in die Sammelleidenschaft der Leuchtenberger in deren Münchener Zeit und darüber hinaus bietet die Wanderausstellung "200 Jahre Herzöge von Leuchtenberg". Sie ist bis 8. Juli im Bürgerhaus zu besuchen.

Bei einem Rundgang durch die Ausstellung erläuterte Kurator Dr. Rainer Tredt die wichtigsten Stücke. In der Bildmitte ist Herzog Nicolaus von Leuchtenberg zu sehen. Bilder: hir (2)
von Redaktion OnetzProfil

Das Fürstentum Leuchtenberg wurde vor rund 200 Jahren aus der Taufe gehoben, der Grundstein zum bekannten Palais Leuchtenberg in München gelegt. Der erste Herzog von Leuchtenberg, Eugène de Beauharnais, war einer der reichsten und großzügigen Fürsten von Bayern und als Sammler sehr emsig, trug er doch immerhin eine der größten Kunstsammlungen im damaligen Königreich Bayern zusammen.

Herzog zu Gast

Zur Eröffnung dieser sehenswerten Ausstellung begrüßte Bürgermeister Richard Tischler neben Herzog Nicolaus von Leuchtenberg, der eigens aus Eichstätt angereist war, zahlreiche Ehrengäste. Mit Josef Schönwetter und Helmut Wittmann vom veranstaltenden "Freundeskreis Leuchtenberg" waren die Initiatoren vertreten. Als Kurator ist für die Konzeption Dr. Rainer Tredt verantwortlich, dem es gelungen ist, über 100 verborgene Stücke aus den Depots öffentlicher und privater Sammlungen zusammenzutragen und einen Querschnitt aus dem Hause Leuchtenberg zu bieten. Den Bogen zu den Landgrafen von Leuchtenberg schlug die Anwesenheit von Bürgermeister Anton Kappl aus Leuchtenberg.

Der stellvertretende Landrat Arnold Kimmerl zeigte sich ebenso interessiert an den Exponaten wie Emil Schneider und Eleonore Cröning aus dem Stadtrat von Germering. Einen besonderen Dank richtete Tischler an den örtlichen Heimatpfleger Peter Egerer und die Mitglieder des historischen Arbeitskreises "Der Stadt- turm" Hans Paulus und Helmut Friedl, die beim Aufbau der Ausstellung geholfen haben. Helmut Friedl, der in Besitz einer umfangreichen privaten Sammlung zu den Landgrafen von Leuchtenberg ist, stellte außerordentliche Exponate zur Verfügung. Sichtlich stolz war Bürgermeister Tischler auf die Tatsache, dass über das verbindende Band der Leuchtenberger eine Ortsfreundschaft aus neun Städten und Ortschaften hervorgehen wird (Bericht folgt) und so aus der Vergangenheit Impulse für die Zukunft gegeben werden können.

Klein aber fein

In seinem Grußwort zeigte sich Herzog Nicolaus von Leuchtenberg über "das große Echo und die vielen Besucher im Palais Leuchtenberg" hocherfreut. Er wünschte sich, dass dieser Besucherandrang in Pfreimd weitergehe und dankte allen Organisatoren und Helfer, an ihrer Spitze dem Kurator Rainer Tredt.

Nach einem Musikstück, welches von Lisa Freiberger und Michaela Winkler dargeboten wurde, war es dann an Tredt, in die Ausstellung einzuführen. Allein die Vorbereitungen dauerten vier Jahre, da die Sammlung der Leuchtenbergs einen Umfang hatte, der zeitweise größer als die der königlichen Sammlung war. Es sind meist kleine aber feine Stücke zu sehen, nicht die großen, aber sicher das ein oder andere Highlight. Dazu gehören zweifelsohne die Tierpräparate aus der ganzen Welt, einzelne Stücke der Mineralogie und Gemälde und Militärausstattungen, die das erste Mal der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnten. Ziel war es auch einen "Querschnitt des Namens und der Geschichte von den Landgrafen von Leuchtenberg zu dem neu gegründeten Herzogshaus von Leuchtenberg zu geben", so Tredt.

Im folgenden Rundgang durch die Ausstellung gab der Kurator einen fundierten Überblick über die Objekte, die sich verschiedenen Themenbereichen zuordnen lassen: Alltag und Kurioses, Gesellschaft und Jagd, Zoologie, Mineralogie, Paläontologie und Militär. Da sind die herzoglichen Schlittschuhe aus der Seeoner Zeit, ebenso ein exzellenter Lampenschirm aus Schloss Malmaison von dem berühmten Pariser Aquarellisten und Miniaturisten Auguste Simeon (1785-1824), ein noch heute ausgeschossener von Herzog Georg gestifteter Schützenpokal ebenso wie Karten des Eichstätter Fürstentums.

Auch Exotisches

Weiter ging es mit Exotischem aus Brasilien und Ostindien: der rote Ibis und ein Rotlori, der Leuchtenbergit und beispielsweise der Paradedegen aus Eugènes Zeit samt der Entwurfszeichnung. Nicht zu vergessen Detailpläne und Aquarelle des Palais, ebenso wie ein Teil eines ursprünglichen Prachtpferdegeschirrs aus Stein an der Traun. Begleitet wird die Ausstellung von einem kurzen Dokumentationsfilm zum Herzogshaus Leuchtenberg.

Die Öffnungszeiten dieser sehenswerten Ausstellung im Bürgerhaus Pfreimd sind jeweils sonntags (6. Mai, 20. Mai, 3. Juni, 8. Juli) von 14 bis 17 Uhr. Außerhalb dieser Termine ist eine Besichtigung nach Anmeldung im Rathaus möglich. Für interessierte Gruppen werden gesondert Termine vereinbart.

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