04.08.2017 - 12:10 Uhr
PfreimdOberpfalz

Pfreimd präsentiert sich bunt in Selbstgestricktem Ärmel für Stange und Stamm

Der Winter ist noch weit. Trotzdem sind einige Elemente auf dem Pfreimder Marktplatz schon warm eingepackt: Tribut an einen Modetrend, der bunt und frech mit Selbstgestricktem daherkommt.

von Monika Bugl Kontakt Profil

Die "Modeschöpfer" treffen sich normalerweise abends, um ihrer Kreativität im Turmmaurerturm freien Lauf zu lassen. Doch dieses Mal sind sie mit Nadel, Faden und Schere vormittags auf dem Marktplatz unterwegs, um ihre Models einzukleiden. Der braune Holzbalken neben der Sparkasse bekommt einen Überzug mit quadratischen Flecken in warmen Farben und einer dekorativen Knopfreihe.

Das Verkehrsschild schlüpft in einen adretten Strumpf, und die große Linde neben dem Rathaus frönt der Hippie-Mode. "Pfreimd ist bunt", lautet das modische Statement der "Hutza-Leit", die für diese Aktion verantwortlich sind: 20 bis 25 Frauen und Männer, die sich an jedem zweiten Donnerstag im Monat zum Hutza-Abend treffen, stricken, häkeln, Gesellschaftsspiele pflegen oder einfach nur plaudern. Zu Jahresbeginn keimte dann die Idee, mit Eigenproduktionen das Stadtbild zu bereichern.

Woll-Spenden

"Die Idee gibt es schon länger", erzählt Stephanie Schmidt (siehe Info-Kasten), die zusammen mit Tine Hohl die Gruppe zusammenhält, "aber alle waren sofort begeistert". Gemeinsam mit Hohl hat sie die in Frage kommenden "Models" vermessen und bei der Stadt angefragt, ob die bunten Accessoires auch erwünscht sind. "Bürgermeister und Stadtrat haben das Projekt abgesegnet", berichtet Stephanie Schmidt, "und dann gab es als einzige Vorgabe nur noch Länge und Breite". Jeder durfte seine eigenen Wollreste verwenden, von allen Seiten gab es außerdem Spenden.

Das Ergebnis: Fahnenstange und Absperr-Pfosten tragen jetzt bunt, mal in Ringel-Optik, mal mit aufgenähten Blümchen. Doch das ist noch nicht alles. "Die ursprüngliche Idee hat sich verselbstständigt", erklärt Schmidt und deutet auf Objekte, die das ursprüngliche Konzept sprengen: In den Bäumen am Rathauseingang hängen jetzt große Bleistifte aus Wolle, darunter verbergen sich Plastikflaschen. Und wer genau hinschaut, entdeckt noch einen überdimensionalen Marienkäfer oder eine kuschelige Biene in der Baumkrone.

Bis es "zipfelt"

Auch das Pfreimder Stadtwappen haben die Modeschöpferinnen in Maschen verewigt. Das Wollteil von Maria Blank war den Organisatorinnen dann auch zu schade als Überzieher für eine Stange, es hat einen zentralen Platz am Stamm der großen Linde bekommen. Wie wetterfest die neuen Outfits sind, wird sich erst noch zeigen. "Wenn's zipfelt, müssen wir halt nachjustieren", sagt Tine Hohl, "solange es gut aussieht, bleibt es dran". Vielleicht inspiriert die wollige Invasion ja auch andere zu künstlerischer Auseinandersetzung, so die versteckte Hoffnung. Ein paar Pfosten wären noch frei.

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