25.05.2009 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Anti-WAA-Aktivisten erinnern an eine schwere Zeit - Der Ärger sitzt immer noch tief Gedenktafel bei der "Widerstandseiche"

von Ingrid Hirsch (RID)Profil

Vor 20 Jahren pflanzte die Anti-WAA-Initiative neben der evangelischen Kirche eine Eiche und erinnerte damit an den zehnjährigen Widerstand gegen die atomare Anlage bei Wackersdorf. Als die DWK im Mai 1989 das "Aus" verkündete, setzten die BI-Mitglieder mit der Baumpflanzung ein Zeichen der Freude und Hoffnung.

Am Samstag trafen sich viele "Aktivisten" von damals erneut an der "Widerstandseiche" und enthüllten eine Gedenktafel. Hannelore Lanzl, Ortsvorsitzende im Bund Naturschutz, hieß die "politischen Kämpfer" Hans Schuierer und Franz Schindler, die Geistlichen Leo Feichtmeier und Andreas Schlagenhaufer sowie die damaligen BI-Vorstandsmitglieder Klaus Pöhler und Wolfgang Nowak willkommen.

Symbol für Lebensraum

"Damals ist eine schwere Last von uns genommen worden", sagte Hannelore Lanzl im Rückblick. Aus Dankbarkeit habe die BI Pfreimd als eine ihrer letzten Aktionen am 30. Mai 1989 eine Eiche gepflanzt, die 20 Jahre später an das "Leid, die Trauer und die Zerrissenheit quer durch die Familien" erinnern soll.
Bürgermeister Arnold Kimmerl verbindet mit der "Widerstandseiche" Tugenden wie Standfestigkeit, Aufrichtigkeit und heimatliche Verwurzelung. Die Eiche, in unmittelbarer Nachbarschaft zu drei Linden gepflanzt, symbolisiere aber auch den "Lebensraum für zahlreiche Organismen". Pfarrer Leo Feichtmeier geht auch 20 Jahre später noch hart mit der "staatstragenden Partei" ins Gericht, die der Bevölkerung habe weis machen wollen, bei den WAA-Gegnern handle es sich um eine "Herde von Dummköpfen". In Wirklichkeit, so der Geistliche, hätten sich anerkannte Professoren, Wissenschaftler und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Widerstandsbewegung angeschlossen. Zur Struktur des Widerstandes zählt Feichtmeier auch die "Marterlgemeinde", die sich heute noch regelmäßig zum spirituellen Gebet im Taxöldener Forst trifft. Der Geistliche kann der Staatsregierung noch immer nicht verzeihen, dass sie gegen die WAA-Gegner die chemische Keule in Form von CN-Gas geschwungen habe. Noch heute klingen ihm die Parolen des damaligen Ministerpräsidenten Strauß im Ohr, der versucht habe, die Gefahren der atomaren Anlage zu verharmlosen. (Dazu auch "Hintergrund")

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