17.02.2004 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Beschwerden wegen abgeschalteter Straßenlampen - Keine Bebauungsplanänderung Die "Erleuchtung" war es nicht

"Es wäre besser gewesen, wenn wir das Thema nicht aufgegriffen hätten", betonte Bürgermeister Albert Maier. Der Stadtrat hatte beschlossen, einige Straßenlaternen abzuklemmen, nun sind die ersten Beschwerden eingegangen.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Ausgiebig hatte sich das Gremium mit dem Thema befasst und sich dafür entschieden Laternen, die als überflüssig empfunden wurden, abzuschalten. In der Nabburger Straße ortsauswärts wurde es merklich dunkler. Das Gremium hielt dies jedoch für vertretbar, können Passanten doch auch durch das ausgeleuchtete Baugebiet gehen. Nun liegen die ersten Beschwerden auf dem Tisch.

In ein finsteres Loch

"Die Leute fragen, ob wir nichts für die Sicherheit ihrer Kinder übrig haben", berichtete Bürgermeister Maier. Er räumte ein, dass man auf der Kreisstraße von Nabburg kommend nun in ein "finsteres Loch" fahre. Der Bauausschuss soll sich nun noch einmal mit der Angelegenheit befassen.

Verwaltungsleiter Hans Prem gab einige Beschlüsse bekannt, bei welchen der Geheimhaltungsgrund weggefallen war. Die Zaunbauarbeiten am Sanierungsprojekt "ehemalige Schlossanlage" wurden an die Firma Göttlinger (Waffenbrunn) für 417 Euro vergeben. Die Elektroinstallationsarbeiten übernimmt die Pfreimder Firma Hägler für 6 464 Euro. Das Abwasserkonzept der Stadt wird vom Ingenieurbüro Völker erarbeitet. Kosten: 3 074 Euro. Die Spitalstiftung hat mit der "Kleeblatt Consult GmbH" für 1148 Euro einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, um bei Neuerungen und Richtlinien der Altenpflege stets auf dem Laufenden zu sein.

Mehrere Einwendungen

Breiten Raum nahm der Bebauungsplan "Nördlich der Bahnhofsstraße" ein. Der Stadtrat hatte in seiner vorletzten Sitzung die Änderung des Bebauungsplanes im Bereich der Dr.-Kleber-Straße beschlossen. Zum einen würde dadurch einem Bauninteressenten ermöglicht, nach seinen Vorstellungen zu bauen, zum anderen wäre auch den anderen Hausbesitzern die Chance eröffnet worden ihre Häuser bei Bedarf von E+D auf E+1 aufzustocken. Nun sind jedoch acht Einwendungen eingegangen. Man befürchtet Nachteile - beispielweise Beschattung - durch die höhere Bauweise. Was ist zu tun?

Hans Prem empfahl das Änderungsverfahren nicht mehr weiterzuverfolgen und es bei der Bauweise E+D zu belassen. Beim Bauantrag Vogl könnte eine Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes ausgesprochen werden, da sich das Gebäude verträglich einfüge und die unmittelbar betroffenen Nachbarn unterschrieben haben. Bürgermeister Maier gab zu verstehen, dass auch in der Vergangenheit öfter Einzelgenehmigungen ausgesprochen wurden. So sollte auch hier verfahren werden. Da die unmittelbaren Nachbarn einverstanden seien, wäre dies eine saubere und praktikable Lösung. "Mit der auch jeder leben kann", fügte Gisela Hösl hinzu. Dem schloss sich auch Martha Schönberger an. Bürgermeister Maier kritisierte, dass gerade Hausbesitzer, die das Einzelgenehmigungsverfahren selbst in Anspruch genommen haben, jetzt ihr Veto einlegen.

Günther Strehl hingegen wandte sich generell gegen Einzelgenehmigungsverfahren in der Dr.-Kleber-Straße. Bürgermeister Maier gab noch einmal zu bedenken, dass es schon etliche Befreiungen gegeben habe. "Da müssen wir dann künftig eine ganz klare Linie fahren". Andererseits würden gerade die neuen Bebauungspläne wesentlich großzügiger ausfallen.

Einstimmig beschloss der Stadtrat das Bebauungsplanänderungsverfahren nicht mehr weiterzuverfolgen. Das Baugesuch Vogl (E+1 und Walmdach) wurde als Einzelbauvorhaben gegen die Stimmen der SPD-Stadträte genehmigt. Zugestimmt wurde auch dem Antrag von Franz und Melanie Brunner auf Wohnhausneubau in der Rosengasse. Da sie kaum einsehbar sind, dürfen auch die Dachflächenfenster bleiben. "Wir müssen froh sein, wenn in der Altstadt etwas gemacht wird", so Bürgermeister Maier. Da müsse sich das Gremium auch kompromissbereit zeigen.

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