Marianne Schieder: Unter Wert zu arbeiten, verletzt die Menschenwürde - SPD-Maikundgebung
Soziale Balance aus den Fugen

Lokales
Pfreimd
03.05.2013
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Seit 150 Jahren setzt sich die SPD, die aus dem allgemeinen Deutschen Arbeitsverein hervorging, für die Rechte der Arbeitnehmer ein. "Seite an Seite mit den Gewerkschaften wird dieser Kampf auch in Zukunft fortgesetzt", so Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder in ihrer Festrede bei der Maikundgebung der SPD- Ortsverbände Pfreimd-Nabburg und Wernberg-Köblitz.

Stellvertretender SPD-Ortsvorsitzender Norbert Auer begrüßte unter den Ehrengästen die Bürgermeister Arnold Kimmerl und Armin Schärtl, Abordnungen der Stadt- und Markträte, Betriebs- und Personalräte sowie Gewerkschaftsvertreter von ver.di. Wie in jedem Jahr sammelte Kurt F. Stangl im Namen von Amnesty International Unterschriften für politisch Verfolgte. Der Nachmittag gehörte den Familien, die zu Kaffee und Kuchen eingeladen waren. Pepi Scherer sorgte für musikalische Unterhaltung. Den Wert der Arbeit zu vermitteln, sei immer wieder wichtig, betonte Bürgermeister Kimmerl. Auch Armin Schärtl machte die Notwendigkeit solcher Veranstaltungen deutlich.

"SPD und Gewerkschaften haben gemeinsame Wurzeln", betonte Marianne Schieder und erinnerte an das Verbot der Gewerkschaften, dass vor 80 Jahren von den Nazis ausgesprochen wurde und denen viele Mitglieder zum Opfer gefallen waren. Noch immer gäbe es Feinde der Arbeiterbewegung - allen voran die NPD - deren Verbot ein gemeinsames Ziel sein sollte. "Nazis, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit dürfen bei uns keinen Platz haben - nicht im Betrieb, nicht im Alltag und nicht in der Gesellschaft", mahnte Schieder.

Massive Entwertung

Weiterhin bemängelte sie die soziale Balance "die völlig aus den Fugen ist". Zehn Prozent der Bürger würden in Armut leben, sieben Millionen Frauen und Männer müssten für weniger als 8,50 Euro arbeiten und 1,4 Millionen bekämen sogar unter fünf Euro. "Arbeit muss wieder den Stellenwert bekommen, der ihr zusteht", appellierte die Abgeordnete. Unter Wert zu arbeiten, verletze die Würde des Menschen. Der wichtigste Wettbewerbsfaktor Deutschlands seien gut ausgebildeten Frauen und Männer und das vertrage sich nicht mit Billiglohnstrategien. Seit einigen Jahren erlebe man einen Prozess massiver Entwertung von Arbeit durch prekäre Formen von Beschäftigung, vor allem durch sachgrundlose Befristungen und geringfügige Beschäftigungsverhältnisse.

Als Skandal bezeichnete Schieder die weiterhin gespaltene Lohndifferenz von Männern und Frauen mit 22 Prozent. Deshalb plädiere die SPD "für eine neue Ordnung, die Arbeit schafft, von der man mit einem gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro leben kann". Nur wer anständig verdiene, könne auch anständig in die Rentenkasse einzahlen und somit einer drohenden Altersarmut vorbeugen. Außerdem müsse die Leiharbeit begrenzt und Schein-Werkverträge endlich gestoppt werden. Schieder forderte gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit für Leiharbeiter und Festangestellte, so dass sozial abgesicherte Arbeit wieder zum Normalfall werde. Dazu bedürfe es klarer gesetzlicher Regelungen.

Als weiteres Grundrecht wurde die Bildung zur Sprache gebracht, die frühzeitig und gebührenfrei von der Kita bis zur Hochschule gewährleistet werden müsse, eine Solidarrente von mindestens 850 Euro sowie die Abschaffung der Abschläge bei Erwerbsminderung.
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