04.02.2004 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

MdB Eduard Oswald (CSU), der Vorsitzende des Verkehrsausschusses, macht sich zum Fürsprecher ... "Die A-6-Mittel müssen heuer noch fließen"

"Das Unwort des Jahres in der Region" nennt Bürgermeister Albert Maier den A-6-Lückenschluss. Mandatsträger und Bürgermeister der "Autobahngemeinden" legten gestern erneut den Finger in die Wunde, damit der Bund heuer Finanzmittel für den Weiterbau der A 6 zwischen Pfreimd und Amberg-Ost bereitstellt. In MdB Eduard Oswald (CSU), dem Vorsitzenden des Verkehrsausschusses, fand die Region einen Fürsprecher.

von Claudia Völkl Kontakt Profil

MdB Klaus Hofbauer (CSU), Mitglied des Verkehrsausschusses, war es gelungen ein Fachgespräch zu organisieren. Bundestagsabgeordnete der Region - Rudolf Kraus, Barbara Lanzinger, Albert Rupprecht - Bürgermeister der Autobahngemeinden und Vertreter der Autobahndirektion Nordbayern hatten sich dazu im Pfreimder Rathaus eingefunden.

Die Ursache für die finanzielle Hängepartie ist hinlänglich bekannt: Zwei Milliarden Euro Ausfall bei der Maut. "Doch man darf Bürger nicht dafür bestrafen, weil jemand Verträge über ein System abgeschlossen hat, das nicht funktioniert". Für Eduard Oswald keine Frage: "Die A 6 ist eines der wichtigsten Straßenbauprojekte, das in Deutschland schnell realisiert werden muß. Das A-6-Kreuz ist eine geballte Zukunftsinvestition mit europäischer Bedeutung."

Mit Blick auf die nächste Woche anstehende Beratung des Bundesverkehrswegeplanes - verabschiedet wird er Mitte des Jahres - betonte Oswald: "Die Mittel müssen heuer noch fließen. Jeder Euro, der an Investitionen hineinkommt, sichert sowohl die Arbeitsplätze im Baubereich als auch den Verkehrsfluss."

Doch momentan sieht die Realität anders aus: Die Region an der neuen europäischen Magistrale will investieren, muss jedoch mit dem zeitlichen Unsicherheitsfaktor leben. "Endet die A 6 beim Autobahnkreuz, wird zunehmend Schwerverkehr ins Naabtal hineinverlagert", prognostizierte Bürgermeister Maier. Zudem gebe es keinerlei Umleitungsmöglichkeiten bei Staus.

Dabei haben die Autobahnbauer ihre Hausaufgaben längst gemacht. "Wir sind in der glücklichen Lage, dass Baurecht besteht", betonten Karl Wiebel, der Präsident der Autobahndirektion Nordbayern, und Baudirektor Würker,

Leiter der Dienststelle der Autobahndirektion Nürnberg. Doch sie wissen bis heute noch nicht "welche Projekte mit welchen Mitteln angepackt werden können". Die Planung ist auf das Wort des Kanzlers, dass die A6 bis 2008 durchgängig befahrbar sei, ausgerichtet. Wenn heuer Gelder fließen, sei man in der Lage den Plan einzuhalten. Er sieht folgendermaßen aus: Für den 20 Kilometer langen Abschnitt Amberg-Ost-Pfreimd sind 151 Millionen Euro veranschlagt. Gebaut werden neun Talbrücken, elf Überführungen, zwölf Unterführungen, zwei Anschlussstellen bei Trisching und Nabburg. Von den benötigten 183 Hektar Fläche sind 58 reine Verkehrsfläche, der Rest Ausgleichsflächen für Feucht- und Biotopbereiche.

Heuer sind im Bereich Högling sechs Bauwerke, eine Waldfreimachung und Leitungsverlegungen vorgesehen. Auch in Sachen Grunderwerb ist die Direktion "guter Dinge". "Wir müssen heuer vier Millionen Euro umsetzen", so Würker. Wichtig wäre aber die weitere Durchfinanzierung. Wenn heuer mit dem Bau nicht begonnen werde, sei "das Ziel 2008" in Gefahr.

"Insgesamt brauchen wir heuer 38 Millionen Euro", so Karl Wiebel. Vier Millionen für den Lückenschluss, rund 30 Millionen für die Neubaumaßnahmen im östlichen Abschnitt. Hier sieht der aktuelle Fertigstellungs-Zeitplan so aus: Kaltenbaum-Lohma Ende 2005, Umgehung Wernberg-Pfreimd 2005, Woppenhof-Kaltenbaum 2006.

"Wenn wir das Geld im Mai bekämen, könnten wir die Investitionen noch voranbringen", so der Präsident. Wie der schnelle Lückenschluss drängt, verdeutlichte Bürgermeister Georg Butz (Wernberg-Köblitz) auch mit Blick auf die EU-Osterweiterung zum 1. Mai: "Die nächste wirkliche Grenze ist dann Russland."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.