30.08.2014 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Mit Maria Richthammer auf Geschichtsreise gehen Neue Gastlichkeit

"Sich so geben, wie man ist". Diesen Tipp beherzigt Maria Richthammer. Sie ist eine der 21 Gästeführer, die für die Region Oberpfälzer Wald ausgebildet wurden. Ihre erste Führung hat sie bereits hinter sich und "es macht einfach Freude".

von Claudia Völkl Kontakt Profil

Die 45-Jährige hat ihr Faible für die Heimat, Historie und Baudenkmäler von ihrem Vater Josef Kick geerbt. Richthammer ist als Mutter von vier Kindern nicht berufstätig, betreut die Eltern-Kind-Gruppe. Inzwischen sind ihre eigenen Kinder zwischen sechs und 16 Jahre alt. Da war es an der Zeit, sich noch ein anderes Betätigungsfeld zu suchen.

Die Ausbildung hatte es in sich: Wie gestalte ich eine Führung? Den Gästebetreuern wurde ans Herz gelegt, ruhig Mundart durchklingen zu lassen, "wenn man sie ohnehin spricht". Wenn nicht, sollte man aber auch nicht gekünstelt Dialekt reden. Locker auftreten, frei sprechen, das ist gar nicht so einfach. "Wir hatten zehn Minuten Vorbereitungszeit, dann mussten wir frei über Themen wie Bier, Sonne oder Gartenzwerge referieren", erzählt Richthammer. Interessant war auch eine "Schulstunde" in Regensburg, bei der die angehenden Gästeführer einen Stadt-Spaziergang sowohl aus der Perspektive des Führers als auch aus der Sicht des Zuhörers mitverfolgten.

Freilandmuseum Neusath-Perschen, Schwandorfer Stadtbücherei, Seenland, Besuche in Schönsee und Oberviechtach - in groben Zügen wurden die Eckpunkte in Brauchtum, Kunstgeschichte und Archäologie nahe gebracht. Jetzt beginnt die Hauptarbeit: Jeder muss sein Wissen vertiefen, sein eigenes Konzept, seinen roten Faden bei den Führungen erarbeiten.

Die Gästeführer können im gesamten Landkreis tätig sein. Lediglich in Nabburg und Schwandorf gibt es eigene Führer. Die Adressen sind im Tourismuszentrum bekannt, ab September auch bei zahlreichen Busunternehmen. Je nach Wunsch geht man mit einer Gesellschaft eine Stunde durch die Altstadt, begleitet eine Gruppe im Bus zu ausgewählten Sehenswürdigkeiten. "Das kann vorher individuell abgesprochen werden", so Richthammer. Ihre Feuertaufe hatte sie kürzlich auf dem Eixlberg. "Das war für beide Seiten ein schöner Nachmittag", freut sich die zierliche Frau.

Ihr liegt an einer guten Zusammenarbeit mit der Gastronomie. Wenn eine gesellige Brotzeit, ein Essen oder eine Kaffeetafel vorher vereinbart werden können, ist das auch für die Gasthäuser eine planbare Einnahmequelle. Der "Stadtturm", bei dem immer wieder Führungen angefragt werden, ist froh, Verstärkung zu haben. Maria Richthammer liegen auch Kinderführungen am Herzen. Wenn die Kinder in weiterführende Schulen gehen, ist der Zug "Ortsgeschichte" meist abgefahren. Dabei ranken sich um sie so viele spannende Episoden, Legenden und Begebenheiten.

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