28.05.2004 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Pfreimder Soldaten werden auf den Balkan verlegt - "Für Sicherheit und Stabilität sorgen" Marschbefehl in den Kosovo

Mitte Juni wird es ernst für die Pfreimder Soldaten: Dann werden sie als so genannte ORF (Operational Reserve Force) in den Kosovo verlegt. Insgesamt fasst das Kontingent 550 Soldaten, davon die Hälfte aus Pfreimd und rund 200 aus Oberviechtach. Auf dem Balkan sollen die Soldaten aus der Landgrafenstadt hauptsächlich polizeiliche Aufgaben übernehmen.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Lange Zeit war es nicht sicher, ob die Pfreimder Soldaten überhaupt in den Kosovo ziehen müssen. Sie standen die vergangenen Monate als Reservekräfte quasi Gewehr bei Fuß um - bei Bedarf - die momentan vorhandenen Kräfte auf dem Balkan unterstützen zu können. Und genau dieser Fall ist jetzt eingetreten. "Wenn sich abzeichnet, dass sich die Lage verschärfen könnte, dann nutzt man diese Kräfte, um eine höhere Präsenz zu haben", sagte der Kommandeur des Panzerbataillons 104, Oberstleutnant Norbert Wagner, im Gespräch mit dem NT.

Das gilt vor allem auch unter dem Gesichtspunkt der im Herbst stattfindenden Wahlen - oftmals ein Auslöser für Konflikte oder Krawalle - und den Unruhen, die im März diesen Jahres im Kosovo waren.

550 Soldaten

Insgesamt wird der Einsatzverband 550 Soldaten umfassen. Aus Pfreimd wird dabei rund die Hälfte kommen, weitere knapp 200 Soldaten kommen aus Oberviechtach. Der Rest setzt sich beispielsweise aus Feldjägern oder Sanitätern aus allen Teilen der Republik zusammen. Im Kosovo angekommen, werden die Soldaten zunächst im Südwesten, nahe der Großstadt Priren, Quartier beziehen. "Dann werden wir dort eingesetzt, wo wird gebraucht werden", legte der Kommandeur dar.

Gebraucht wird die Truppe dabei hauptsächlich für polizeiliche Aufgaben. Das heißt zum Beispiel: Pkw-Kontrollen oder Patrouillenfahrten. Auch gegen unter Umständen aufkommende Unruhen sind die Soldaten gewappnet. Ähnlich der Polizei sollen sie dann mit Schutzschilden oder Schlagstöcken zum Beispiel Gebäude sichern. "Das ist", sagte Wagner, "ein rein polizeiaufgabenmäßiger Einsatz. Wir sind da, um für Sicherheit und Stabilität in der Region zu sorgen".

Höchstens sechs Monate

Die Dauer des Auslandseinsatzes - des ersten für Pfreimder Soldaten seit fast vier Jahren - ist nicht genau festgelegt und auch von der Situation auf dem Balkan abhängig. Fest steht aber, dass die Soldaten aus der Landgrafenstadt spätestens nach sechs Monaten, also Mitte Dezember, wieder abgelöst werden. Vielleicht aber auch schon früher. Die nächste Reservetruppe aus Munster steht schon bereit und löst die Pfreimder Soldaten dann - wenn es die Lage noch erfordert - ab.

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