31.03.2004 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Stadt verzichtet 2003 auf Kreditaufnahme - Bestandsaufnahme in der Bürgerversammlung "Streicheleinheit" für den Haushalt

Viele Kommunen gehen am Krückstock, die Stadt Pfreimd steht hingegen verhältnismäßig gut da: Auf die im Vorjahr vorgesehene Kreditaufnahme in Höhe von stattlichen 1,5 Millionen Euro konnte verzichtet werden. Heuer sind 1,6 Millionen Euro Darlehen für das Investitionspaket eingeplant: Angesichts der derzeit niedrigen Verschuldung laut Bürgermeister Albert Maier "durchaus vertretbar."

von Claudia Völkl Kontakt Profil

"Die Gemeinden befinden sich in der schwersten Finanzkrise seit der Währungsreform", betonte Bürgermeister Albert Maier bei der Bürgerversammlung. Rigorose Einschränkungen der kommunalen Dienste, Privatisierungen, drastische Gebührenerhöhungen: "Soweit ist es bei uns Gott sei Dank noch nicht", resümierte Maier. Die Haushaltssituation habe sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Durch ein größeres Gewerbesteueraufkommen, Kostenreduzierungen bei verschiedenen Maßnahmen und Zurückstellung einzelner Projekte konnte die Stadt auf die vorgesehene Kreditaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro verzichten.

Hohe Umlagen

Nach einer detaillierten Übersicht über die kostenrechnenden Einrichtungen der Stadt und über die Investitionen zeigte Maier auf, was die Stadt an Steuern und Zuwendungen erhält und was sie an Umlagen wieder abführen muss: Bei den Steuern und Zuwendungen - 4 203 074 Euro - hat der Stadt die Mehreinnahme von 475 000 Euro an Gewerbesteuer gut getan.

Schwer trägt die Kommune andererseits an den Ausgaben: An Gewerbesteuer-, Solidar- und Kreisumlage waren an Staat und Landkreis im Vorjahr 48,97 Prozent des Steueraufkommens abzuführen. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 lag die Quote lediglich bei 32,40 Prozent. Der Stadt verblieben 2003 gerade mal 51,03 Prozent.

Unter den finanziellen Vorzeichen hatte die Stadt zur Abwicklung des Bau- und Investitionsprogrammes eine stattliche Darlehensaufnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Der Vermögenhaushalt hätte dem Verwaltungshaushalt 180 000 Euro zuschießen müssen, um den laufenden Betrieb zu gewährleisten.

Doch das Blatt hat sich durch das Plus an Gewerbesteuer, Kostenreduzierungen bei diversen Projekten und Zurückstellung einzelner Maßnahmen gewendet. 552 151 Euro konnten an den Vermögenshaushalt zugeführt werden, was unterm Strich eine Haushaltsverbesserung von 732 751 Euro brachte. Bei der Rücklagenentnahme konnte auf 233 075 Euro verzichtet werden, die geplante Kreditaufnahme kam nicht zum Tragen.

Vorausschauende Planung

So gelang es der Stadt ihre vorausschauende Politik weiter fortzusetzen: Der Schuldenstand wurde in den letzten Jahren kontinuierlich zurückgefahren. Lag er 1992 noch bei rund fünf Millionen Euro, so waren es 2002 noch 3 160 214 Euro und im Vorjahr nur ganze 2013 Euro mehr. Die Pro-Kopf-Verschuldung pendelte sich bei 570 Euro ein und liegt damit 126 Euro unter dem Landesdurchschnitt.

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