13.12.2013 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Beim Jahresappell Rückblick auf lebensgefährlichen Einsatz - Soldaten über Weihnachten im Kosovo: Der letzte Afghanistan-Rückkehrer

Einsatz in Afghanistan, im Kosovo und am Heimatstandort die Grundausbildung unter neuen Vorzeichen: Was das Panzerbataillon 104 in diesem Jahr zu schultern hatte, fasste Major Ulrich Hans Humpert beim Jahresappell zusammen. Ihm war die Erleichterung anzusehen, dass seine Soldaten das Gefecht mit Aufständischen in Charah Darreh im August "ohne größere Verwundungen überstanden haben".

von Claudia Völkl Kontakt Profil

350 Mann der ersten, zweiten, dritten und fünften Kompanie waren angetreten, die "Vierte" befindet sich noch im Einsatz im Kosovo. Neben Repräsentanten aus dem militärischen Bereich waren Bürgermeister der Patenkompanien und Landtagsabgeordneter Alexander Flierl in die Oberpfalzkaserne gekommen.

Rückbau in Kundus

"Wir können uns froh und glücklich schätzen, dass fast jeder Soldat heil in der Heimat zurück ist", schickte der stellvertretende Standortkommandeur voraus. Am Freitag flog der letzte Soldat des Bataillons aus Afghanistan nach Hause. Das Bataillon hatte mit einer militärischen Unterstützungseinheit im Feldlager Kundus "eine Schlüsselrolle im Rückbau und bei der Übergabe dieses schicksalträchtigen Feldlagers an die afghanischen Sicherheitskräfte". Gleichzeitig begleitete ein Team die afghanische Armee "in der Operationsplanung und -durchführung". Ein Zug wurde für die Schutzkompanie Kundus gestellt. Humpert erinnerte daran, dass der Schutzzug am 5. August im Distrikt Charah Darresh von aufständischen Kräften angegriffen und beschossen wurde. "Der Dingo mit der Besatzung wurde angesprengt. Die Lage war kritisch und unübersichtlich, das Gefecht lang andauernd". Diese Situation sei von den Soldaten gemeistert worden. Humpert war erleichtert, dass es bei dem Gefecht keine "größeren Verwundungen oder gar Gefallene" gab.
Neben Afghanistan gibt es noch einen weiteren Einsatzschwerpunkt: Das Bataillon 104 war das ganze Jahr im Kosovo. Die verstärkte vierte Kompanie wird Weihnachten und Neujahr dort verbringen und Ende Januar zurückkehren.

Vor diesen Einsätzen wurden unzählige Ausbildungen, Übungen und Lehrgänge absolviert. Und kurz vor der Verlegung in den Einsatz waren Soldaten auch noch beim Hochwasser in Deggendorf gefordert.

Der Schwerpunkt im nächsten Jahr: Aufbau, Ausbildung und Übung als Gefechtsverband in der Operationsart Angriff. Es geht in das Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Letzlinger Heide bei Magdeburg und auf den Truppenübungsplatz Bergen. Major Humpert nannte noch zwei Höhepunkte im Jahresprogramm: Im März nehmen Männer des Bataillons an der internationalen Divisionsskimeisterschaft in Berchtesgaden teil. Im September ist "Tag der offenen Tür" in der Oberpfalzkaserne. "2011 hatten wir 7000 Gäste. Vielleicht schaffen wir diesmal 10 000", so Humpert optimistisch.

Geringe Abbruchquote

2014 verstärkt man das Panzergrenadierbataillon aus Oberviechtach, das ebenfalls einen Gefechtsverband aufzustellen hat. Mit Oberviechtach sind die Pfreimder vertraut, unterstützten sie heuer doch den durch Einsätze dezimierten Pfreimder Standort. Hier war die Grundausbildung zu leisten. Der stellvertretende Kommandeur sprach von einer "ungewöhnlich niedrigen Abbrecherquote unter drei Prozent", wo in anderen Bereichen von über 30 Prozent die Rede sei.

2014 wird es laut Humpert auch noch eine strukturelle Änderung am Standort geben: Die fünfte Kompanie wird in die 3./Gebirgspanzerbataillon 8 umgegliedert - ein Ausfluss der letzten Bundeswehrreform. Hier wird "die Integration der Reservisten in die Ausbildung und Übung eine besondere Herausforderung."

 

 

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