03.07.2017 - 20:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Gutachten mit dem Bauantrag

27 neue Bauplätze sollen im dritten Abschnitt des Baugebiets "Westlich der Nabburger Straße" entstehen. Als der Stadtrat die Stellungnahmen von Fachstellen und Bürgern zur Planung auf dem etwa 2,3 Hektar großen Areal behandelte, ließ vor allem ein Einwand aufhorchen.

von Benjamin Tietz Kontakt Profil

Bei der ersten Auslegung der Pläne für das neue Baugebiet hatten die betroffenen Behörden, Kommunen und Bürger die Möglichkeit, ihre Bedenken oder Anregungen einzubringen. Während viele die Planung kommentarlos billigten und es andere bei Hinweisen oder kleineren Anregungen beließen, sorgte vor allem ein Einwand für Staunen im Stadtrat: Er kam von der Immissionsschutzbehörde am Landratsamt.

Kurz und knapp fordert die Behörde: Wer in diesem Gebiet bauen will und einen Bauantrag stellt, muss ein Schallschutzgutachten einbringen. Dieser Nachweis soll belegen, dass die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. Das gilt für alle Bauparzellen. Laut Landschaftsarchitekt Siegfried Lösch wäre die andere Möglichkeit ein Lärmschutzwall. Grund für den Einwand der Behörde ist wohl die Bahnstrecke, die in der Nähe des Baugebiets verläuft. "Unverständlich", bezeichnete Johanna Mertins diesen Einwand. Halb Pfreimd bekomme den Bahnlärm mit, betonte sie. Deshalb sei sie überrascht über die Bedenken der Behörde in diesem Baugebiet, sagte sie zum Beispiel mit Blick auf den Stadtteil Iffelsdorf. Auf Nachfrage legte Landschaftsarchitekt Lösch dar, dass sich dieser Einwand auf aktuell vorhandene Lärmwerte bezieht. Eine mögliche Elektrifizierung der Bahnstrecke würde diese ändern.

Auch aus Reihen der Bürger gab es zum Teil Bedenken gegen die vorliegende Planung. Ein Einwand beinhaltete zum Beispiel Sorgen vor eventuellen Veränderungen im Grundwasserniveau durch die Bautätigkeit und Auswirkungen auf bereits bestehende Gebäude. Der Stadtrat beschloss dazu einstimmig ein Gutachten zur Beweissicherung. In einem weiteren Einwand forderten die Verfasser die Verlagerung der Baugrenze weiter nach Westen. Gesetzlich vorgeschrieben wären drei Meter. Laut der derzeitigen Planung beträgt der Abstand fünf Meter. Der Stadtrat trug dem Einwand mit einer Gegenstimme aber dennoch Rechnung und verschob die Grenze noch weiter nach Westen, so dass sich der Abstand nun auf sieben Meter vergrößert.

Der Plan wird jetzt abermals ausgelegt. Vom 7. Juli bis zum 16. August haben Bürger und Träger öffentlicher Belange erneut Gelegenheit, die Planung einzusehen sowie Einwände oder Stellungnahmen abzugeben. Den entsprechenden Auslegungsbeschluss fasste der Stadtrat einstimmig.

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