Mobilitätskonzept krankt an Desinteresse
Kaum Interesse am Busverkehr

Dr. Thomas Huber (links) und Ludger Jürgens (sitzend), beides Mitarbeiter der RBO und zuständig für Verkehrsplanung und innovative Verkehrskonzepte, erläuterten das Ergebnis der Fragebogenaktion. Bild: bnr
Politik
Pfreimd
15.09.2017
85
0

Auf geringes Interesse der Bevölkerung stieß das Bürgerforum zum Mobilitätskonzept für den Landkreis Schwandorf. Außer sechs Bürgermeistern der nördlichen Kommunen des Landkreises und stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl fanden nur vier Personen den Weg in den Bürgersaal nach Pfreimd.

Gerade in den kleineren Gemeinden wie Fensterbach, Guteneck oder Trausnitz steht die Kritik am öffentlichen Personennahverkehr an vorderer Stelle bei den Bürgerversammlungen. Diesem Umstand will das Heimatministerium mit einem Mobilitätskonzept für die Landkreise im Freistaat Rechnung tragen.

Federführend bei der Neuausrichtung des ÖPNV ist Regionalbus Ostbayern, vertreten durch Dr. Thomas Huber und Ludger Jürgens, und speziell für den Landkreis Schwandorf Verena Frauenknecht, zuständig für das Regionalmanagement. Ziel ist die nachhaltige Verbesserung der Mobilität und Erreichbarkeit für die Bevölkerung im Landkreis.

Geringer Rücklauf

Dem Bürgerforum ging eine landkreisweite Fragenbogenaktion voraus, in der jeder Bürger die Möglichkeit hatte, seine Mobilitätsgewohnheiten darzulegen und auch Anregungen für Verbesserungen zu geben. Als weiterer Schritt zur Entwicklung eines neuen Mobilitätskonzeptes war das Bürgerforum in Pfreimd gedacht. Aus der Diskussion wollten die Fachleute weitere Erkenntnisse für die Planung gewinnen.

Zuvor erläuterte Dr. Thomas Huber das Ergebnis der Befragung. Mit einem Rücklauf von acht Prozent der Fragebögen sei das Ergebnis nicht gerade berauschend. Auch hier sind deutliche Unterschiede zu erkennen. Während in Gemeinden mit schlechter Anbindung, wie Altendorf (12,1), Trausnitz (12,1), Fensterbach (11,9) und Schmidgaden (11,2) die Beteiligung etwas höher lag, fiel die Naabachse mit einem bereits bestehenden ÖPNV deutlich zurück. Dazu zählen Nabburg (8,5), Pfreimd (7,9), Guteneck (6,1) und Wernberg-Köblitz (5,7).

Vier Arbeitsschritte

Das Projekt ist in vier Arbeitspakete unterteilt. Im ersten Schritt erfolgte die Bestandsaufnahme und Analyse des Nahverkehrs sowie der Landkreisstruktur. Der zweite Schritt - in diesem Stadium befindet sich zur Zeit das Projekt - erfolgt die Bedarfsanalyse für ein Nutzergruppen orientiertes Verkehrsangebot. Dabei werden die Mobilitätsbedürfnisse in den Teilräumen erhoben und diese ausgewertet und analysiert. Im dritten Schritt erfolgt dann die Planung und Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts und im vierten und letzten Paket werden Empfehlungen für die Umsetzungsphase gegeben.

Ein Aspekt aus der Befragung ist die Anzahl der Autos je 1000 Einwohner. Während in Wernberg-Köblitz und Pfreimd 600 bis 650 Autos auf je 1000 Einwohner kommen, sind dies in den anderen Gemeinden 700 bis 750 Autos. Dieser Umstand sei sicherlich dem ungenügenden ÖPNV geschuldet. "Es wird ein langer Atem und viel Aufklärungsarbeit notwendig sein, bis ein Teil dieser Autofahrer auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigt", hieß es. Diese Befürchtung teilte auch ein anwesender örtlicher Busunternehmer. Die Befragung zeigt, dass die Mobilitätsströme aus diesem Gebiet vor allem nach Weiden und Amberg verlaufen. Schwandorf hat an Bedeutung verloren. Die Maßnahmen sollten sich daher auf eine verstärkte Anbindung aller Ortsteile an die Gemeinden Wernberg-Köblitz, Pfreimd und Nabburg konzentrieren - dort sind auch die meisten Arbeitsplätze - sowie die Fahrtmöglichkeiten nach Weiden, Amberg, und Schwandorf verbessern.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.