13.03.2017 - 18:52 Uhr
PfreimdOberpfalz

Der Zweckverband Kommunale Verkehrsüberwachung stellt sich vor Um Raser auszubremsen

Zu schnelles Fahren, Falschparken - wie kann hier der Hebel angesetzt werden? Schon das Vorgängergremium des Pfreimder Stadtrates hatte sich damit befasst. Gibt es eine effektive Überwachungsmöglichkeit? Bürgermeister Richard Tischler hatte Maximilian Köckritz vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberpfalz eingeladen, um seine Organisation vorzustellen und dem Stadtrat eine Informationsgrundlage zu liefern.

Geschäftsstellenleiter Maximilian Köckritz präsentierte das Konzept des Zweckverbandes. Bild: Völkl
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Der Zweckverband organisiert für mehrere Kommunen in Bayern die Verkehrsüberwachung. Köckritz hatte Zahlenmaterial vorbereitet, um zu zeigen, dass regelmäßige Kontrollen die Parkmoral erhöhen und beim Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzungen auch die tödlichen Unfälle zurück gehen. Bei 65 km/h pro Stunde sterben acht von zehn Fußgängern, die mit einem Auto kollidieren, bei 50 km/h überleben acht von zehn Fußgängern. Köckritz nannte ein Beispiel aus dem Bayerischen Oberland, wo der Zweckverband seit zehn Jahren tätig ist. Waren anfangs an einem neuralgischen Punkt 26 Autos pro Stunde zu schnell, so halbierten sich die Verstöße angesichts regelmäßiger Kontrollen.

Der Zweckverband in der Oberpfalz startete mit elf Kommunen, jetzt sind es 28. Er unterliegt den gleichen Regeln wie die Polizei, benützt auch die gleiche Technik. Lediglich Laserpistolen sind ausgenommen. Der Verband arbeitet gemeinsam mit der Kommune Gefährdungspunkte heraus, dann wird gemessen und kontrolliert, um die Parkmoral zu erhöhen und die Raser in die Schranken zu weisen. Auch die Sachbearbeitung übernimmt der Zweckverband. An Kosten entstehen 30 Euro für eine Stunde Überwachung des ruhenden Verkehrs, 100 Euro für eine Stunde Geschwindigkeitskontrolle. Für die Sachbearbeitung werden zehn Euro verlangt. "Wir wollen die Bürger mitnehmen und nicht die große Kasse machen", betonte der Geschäftsstellenleiter. Deshalb gebe es bei der ersten Verwarnung zunächst eine Gelbe Karte. Die Stadt bestimmt, wo und in welchem Umgang überwacht wird.

Zweite Bürgermeisterin Dr. Johanna Mertins fragte, ob eine Verkehrsüberwachung in einer relativ kleinen Stadt wie Pfreimd mit 5600 Einwohnern sinnvoll sei. Köckritz gab zu verstehen, dass beispielsweise größere Städte wie Regensburg und Amberg unter den Mitgliedern sind, aber ebenso Wolfsegg mit rund 300 Einwohnern. Ob die Stadt den Zeitplan der Kontrollen beeinflussen kann, wollte Stadtrat Hans Müller wissen. Laut Köckritz legen Stadt und Zweckverband Messstellen und Schwerpunkte fest. Den Dienstplan macht jedoch der Zweckverband. Es habe keinen Sinn, nur zu bestimmten Zeiten zu kontrollieren: "Die Leute gewöhnen sich daran".

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