09.03.2018 - 18:12 Uhr
Pfreimd

Die Lkw-Parkplatz-Situation auf Oberpfälzer Autobahnen A93 und A6 Gutes Pflaster für Laster?

Zu wenig Parkplätze für die vielen Lastwagen: Deutschlandweit fehlen Stellplätze auf den Autobahnen. Wie ist die Situation auf der A 93 und A 6 in der Nordoberpfalz? Okay, sagen viele Lastwagenfahrer. Eine Autobahnfahrt zeichnet aber ein anderes Bild.

Lastwagen reiht sich an Lastwagen. Die Lkw-Parkplätze sind meistens voll - vor allem von Montag bis Donnerstag. Das ist in der Oberpfalz nicht anders. Auf dem Bild parken die Brummis auf der Rastanlage "Schlossberg" bei Pfreimd. Bild: Lukas Meister
von Julian Trager Kontakt Profil

Pfreimd/Schmidgaden. Ein Montagabend auf der A 93, die Sonne ist gerade untergegangen, und mit ihr sind auch die meisten Lkw-Stellplätze weg. Auf der Rastanlage "Schlossberg" bei Pfreimd finden sich gegen 18.15 Uhr noch vereinzelt freie Plätze. Die aber dürften bald weg sein - alle fünf Minuten trudelt ein neuer Sattelschlepper ein. Und trotzdem sagt Lastwagenfahrer Jan Micuda: "Hier auf der A 93 ist es gut."

Der Weiherhammerer habe in der Region noch nie Probleme gehabt, einen Stellplatz zu finden - obwohl von Montag bis Donnerstag auch hier alles voll sei. Aber: "Die Plätze reichen", sagt Micuda, der mit seinem Laster oft in der Gegend unterwegs sei. Der Grund für die komfortable Lage? "Es sind viele neue Plätze gebaut worden." Das sehen viele Lastwagenfahrer ähnlich. Matthias Schmidt aus Nagel im Fichtelgebirge sagt: "Hier gibt es super Parkplätze. In der Oberpfalz schaut's gut aus mit den Parkmöglichkeiten." Auf der A 93 sei es nur Richtung Regensburg problematisch. Jan Micuda sagt: "Da kommen nur noch kleine Parkplätze, die immer sehr voll sind."

Auf dem Abschnitt der Oberpfälzer A 93, zwischen den Anschlussstellen Pechbrunn und Ponholz, gibt es neun Parkplätze, vier PWC-Anlagen (Rastplätze mit Toiletten) und zwei Tank- und Rastanlagen. Macht - inklusive der privat betriebenen Autohöfe - etwa 560 Stellplätze für Lastwagen, teilt die Autobahndirektion Nordbayern mit. Pressesprecherin Edith Kolarik findet: "Ausreichend." Vor allem dank den neuen Rastanlagen "Waldnaabtal" und "Schlossberg", eröffnet 2013 und 2014.

Alles voll auf der A 6

Ab auf die A 6, Rastplatz "Stocker Holz" bei Schmidgaden. Gegen 18.45 Uhr rollen zwei Lastwagen ein. Aber: Keine Chance, kein Lkw-Stellplatz ist frei. Auch die meisten Parkflächen für Autos sind belegt - zwei Laster haben sich quer über jeweils fünf Plätze gestellt. Die Brummifahrer müssen weiterfahren. Schmidt sagt: "Die A 6 ist scheiße." Auf dieser Autobahn sei einfach viel mehr los. Wie auf allen Transitstrecken mit hohem Lastwagenanteil, wie die Autobahndirektion Nordbayern erklärt.

Obwohl auf der A 6 mehr Laster fahren, sind auf dem Oberpfälzer Teilstück zwischen der Anschlussstelle Sulzbach-Rosenberg und dem Grenzübergang Waidhaus weniger Lkw-Stellplätze vorhanden als auf der A 93 - auch weil es hier keine privaten Autohöfe gibt. Acht PWC-Anlagen sowie zwei Tank- und Rastanlagen sind es laut Autobahndirektion. Macht 270 Lastwagen-Stellplätze. Alles noch okay, findet Brummifahrer Schmidt. "Erst nach Nürnberg wird's schlechter." Hier würden massig Plätze fehlen.

Nicht nur dort. "Im gesamten Bundesgebiet gibt es Strecken mit einem hohen Bedarf an zusätzlichen Stellplätzen für Lkw", teilt die Autobahndirektion mit. Vor Kurzem forderte Markus Rinderspacher, Fraktionsvorsitzender der Landtags-SPD, mehr Lastwagen-Parkplätze auf den bayerischen Autobahnen. Mindestens 881 Stellflächen würden fehlen. Lastwagenfahrer Jürgen Bernd schimpft: "Es gibt überall zu wenige Plätze - auch hier auf der A 93, wo neue gebaut worden sind." Die Bedingungen seien katastrophal. "Das nervt." Der Thüringer, der immer über die A 93 nach Hause fährt, blickt neidisch nach Frankreich: "Da habe ich alle 20 Kilometer eine Parkmöglichkeit." Es müssten in Deutschland viel mehr Stellplätze geschaffen werden.

102 neue Plätze in Planung

Das sieht auch die Autobahndirektion Nordbayern so. Auf der A 93 seien mit den Neubauten der PWC-Anlagen "Rabenholz" bei Neustadt/WN und "Hirtlohe" südwestlich von Schwandorf derzeit 48 zusätzliche Stellplätze vorgesehen. Auch auf der A 6 sind welche in Planung: Die Anlage "Laubenschlag" bei Ursensollen soll erweitert werden und 54 zusätzliche Stellplätze bieten.

Das würde die Lage entschärfen, findet Lkw-Fahrer Bernd. Für den Thüringer seien die Brummifahrer sowieso immer die Dummen. Und ständig in der Zwickmühle. Ist kein ausgewiesener Stellplatz mehr frei, heißt es: Weiterfahren und womöglich die Lenkzeit überziehen oder sich irgendwo hinstellen, wo Platz ist. Für manche ist das dann die Parkplatzeinfahrt - oder der Standstreifen. "Das ist sehr gefährlich, sagt Dietmar Winterberg, Pressesprecher des Oberpfälzer Polizeipräsidiums. "Wir appellieren an die Vernunft der Fahrer, dass sie sich rechtzeitig einen Parkplatz suchen und nicht die Zeit bis zur allerletzten Minute ausreizen und hoffen, dass noch ein Parkplatz frei ist."

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