06.10.2017 - 19:46 Uhr
PfreimdOberpfalz

Ein Meilenstein für die Kinder

Am Eingang des Krankenhauses in Naroditschi ist das Schild "Aktion Tschernobyl" angebracht, das Gebäude ist bunt geschmückt: Nach einem Jahr Planungs- und Bauzeit wird die neue Kinderstation offiziell übergeben. Möglich gemacht hat sie die Pfreimder Hilfsorganisation.

Josef Ziegler, Chefärztin Maria Pashchuk sowie Vertreter des Kreises und der Gemeinde (von links) durchschnitten das symbolische Band. Die neue Kinderstation hat enormen Zulauf. Bilder: exb (3)
von Claudia Völkl Kontakt Profil

"Ein Herz für Kinder" half mit einer Barspende, so blieb die noch zu schulternde Summe überschaubar. Materialien - viele gespendet - und Einrichtungsgegenstände wurden per Sattelschlepper in die Ukraine geliefert. Dr. Josef Ziegler und seine Frau Angelika fanden in Vladimir Kudinov einen zuverlässigen Bauleiter. Vom der früheren Tristesse der Kinderstation ist nichts mehr zu sehen. Strom und Wasserversorgung funktionieren, Fenster und Fußböden sind neu. Sechs Krankenzimmer, Küche, Speiseraum, Stationsküche, Infektionszimmer, Schwesterzimmer, ein Bad mit Duschgelegenheiten und Wanne sind entstanden. In Naroditschi ließ sich dann auch die Stadtverwaltung beim Umbau mit in die Pflicht nehmen.

Großes Einweihungsfest

Als alles fertig war, musste die Klinikleitung aber sanft darauf hingewiesen werden, dass man die neue Station und die verbesserte Situation für die kleinen Patienten schon bei einem Festakt öffentlich bekanntmachen sollte. "Und dann gab es auch ein Einweihungsfest", erzählt Angelika Ziegler. Kreisverwalter, Gemeindevorsteher, Chefärztin, Schüler und Kindergartenkinder mit ihren Müttern waren gekommen. Josef Ziegler überreichte für die Station Bilder der Fotografin Mila Pavan. Sie hatte bei ihren Reisen die Menschen vor Ort mit der Kamera festgehalten. Ein Pope segnete die Räume, während Panflötenmusik erklang. Kinder in Landestracht hatten Lieder eingeübt. Gemeinsam mit den Vertretern von Krankenhaus, Kreis und Stadt schnitt Josef Ziegler das Band durch. Die Station war eröffnet. Die Begeisterung war groß, weil die Gemeinde auch selbst einen Teil beitrug. "Die Menschen sehen sich dann nicht nur als Empfänger und sind ganz stolz auf das gemeinsam geleistete," schildert Angelika Ziegler die Atmosphäre.

Verantwortung endet

Szenenwechsel: In der neurochirurgischen Klinik in Kiew wurde von den Zieglers der neue Sterilisator, den die "Aktion Tschernobyl" dank einer Großspende aus dem Amberger Raum bei der MMM Stadlern bestellen konnte, in Augenschein genommen. Zum Aufbau und zur Wartung hat sich die Klinik verpflichtet. Hier wird die MMM-Niederlassung in Kiew eingebunden. "Damit endet unsere Verantwortung für dieses Projekt", so Josef Ziegler. "Angedacht" ist für die Zukunft, die TBC-Station in Naroditschi zu renovieren und eine zentrale Sterilisation in den Krankenhäusern in Jagotin und Uljanovka aufzubauen - damit medizinische Instrumente nicht in einem Häuschen mit Blick auf den Misthaufen steril gemacht werden müssen.

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