01.09.2017 - 17:36 Uhr
PfreimdOberpfalz

Frankenlied für die Oberpfälzer

"Es war ein Erlebnis" ist sich das Bürgermeisterquartett einig. Aus guten Bekannten wurden Freunde. Doch nach ihrer dreitägigen Radtour nach Grünsfeld waren Arnold Kimmerl, Richard Tischler und Anton Kappl doch froh, als Kimmerls Ehefrau Susanna die Radler im Auto gen Pfreimd und Leuchtenberg zurück chauffierte.

Begeistert begrüßte ein Empfangskomitee Anton Kappl, Arnold Kimmerl, Joachim Markert und Richard Tischler (von links). Die vier Kommunalpolitiker aus Grünsfeld und den Partnerstädten Pfreimd und Leuchtenberg radelten gemeinsam aus der Oberpfalz ins Grünbachtal. Bild: Ulrich Feuerstein
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Pfreimd/Grünsfeld. (cv/feu) Altbürgermeister Arnold Kimmerl und Bürgermeister Richard Tischler waren zusammen mit ihren Amtskollegen Anton Kappl (Leuchtenberg) und Joachim Markert (Grünsfeld) zur Leuchtenberg-Tour ins 300 Kilometer entfernte Grünsfeld aufgebrochen, um die Freundschaft der geschichtlich verbandelten Partnerstädte weiter zu vertiefen. Die Tour hatte es anfangs in sich: In der ersten Etappe bis Hersbruck mussten die vier über 90 Kilometer bewältigen und gegen starken Westwind radeln. Im Landkreis Fürth waren wegen Sturmschäden etliche Umwege zu fahren. Dann wurde es "gemütlicher".

Großer Bahnhof

In Grünsfeld war am vierten Tag großer Bahnhof. Gemeinderäte und Schorrensänger stimmten sowohl das Franken- als auch das Badnerlied an. Auf der Rathausdiele gab es eine Vesper zur Stärkung. "Pfunde hat bei der Radltour keiner verloren", schmunzelt Arnold Kimmerl. "Noch nie hat es so viel Spaß gemacht, ein Versprechen einzulösen", erklärte Joachim Markert, von dem die Anregung beim Bürgerempfang zu Neujahr stammte. Aus guten Bekannten seien im Lauf der Radtour Freunde geworden. "Wir haben gemerkt, dass wir ganz ähnliche Vorstellungen haben", erklärte Leuchtenbergs Bürgermeister Anton Kappl. Und Richard Tischler aus Pfreimd ergänzte: "Ohne offiziellen Anlass haben wir einander ganz zwanglos begegnen können." Arnold Kimmerl wollte die Tour als Beitrag zur Entschleunigung verstanden wissen. "Beim Radfahren haben wir abschalten und den Alltag hinter uns lassen können", berichtete der ehemalige Pfreimder Bürgermeister. "Ganz kann man aber die Kommunalpolitik nicht ausblenden", erzählt Kimmerl. Straßenzustand, Kanalsystem, Leerstände - "man zieht Vergleiche."

Mit 69 der Fitteste

Ein bisschen haben die Vier sich wie die früheren Landgrafen von Leuchtenberg gefühlt. Um von ihrer Residenzstadt Pfreimd nach Grünsfeld zu gelangen, benötigten diese auch mehrere Tage. Doch war man damals mit der Kutsche und nicht mit dem Fahrrad unterwegs. Mit 69 Jahren war Kimmerl der Älteste des Quartetts. Aber der Fitteste. "Ich hatte das älteste Rad, die ältesten Knochen und die geringste Biomasse", schmunzelt er. Um mithalten zu können, hat Joachim Markert im Vorfeld ein Trainingsprogramm absolviert. 14 Tage lang stand er um sechs Uhr auf, um vor Arbeitsbeginn noch eine Stunde mit dem Rad zu fahren.

Die vier Kommunalpolitiker empfahlen die Radtour ihren Bürgern zur Nachahmung. Die Partnerschaft sei keine Angelegenheit allein der städtischen Vertreter. "Sie funktioniert nur, wenn es Menschen gibt, die sie ganz persönlich leben", war Markert überzeugt. Die vier Hobbyradler sind auf den Geschmack gekommen. "Die Radtour soll kein einmaliges Erlebnis bleiben", betonte Anton Kappl. Im ehemaligen Herrschaftsgebiet der Leuchtenberger gebe es noch viele interessante Ziele. Bis nach München könne man fahren. Dort gibt es das Palais Leuchtenberg und die Leuchtenberg-Sammlung mit spektakulären Mineralien.

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