15.03.2018 - 18:58 Uhr
Pfreimd

Imker waren über den Ausbruch der Bienenseuche schokiert Faulbrut: Nun die zweite Probe

Zuerst die gute Nachricht: Es gibt viel guten, dunklen Honig. Die schlechte Nachricht: Den Imkern macht die Faulbrut zu schaffen, ebenso die Bedrohung durch Glyphosat und Neonicotinoide.

Sie leiten den Imkerverein: von links Vorsitzender Albert Sittl, Peter Hermann, Stefan Kubik, Gottfried Blank, Manuel Schloßer, Sven Ost, Gerhard Schloßer und Herbert Wendl. Zum Thema Wachs referierte Kreisvorsitzender Ingo Schwieder (rechts). Bild: exb
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Vorsitzender Albert Sittl berichtete bei der Jahreshauptversammlung der Pfreimder Bienenzüchter, dass der Mitgliederstand seit Jahren mit 43 Imkern stabil ist. Es werden 238 Bienenvölker von 32 Imkern betreut. Als Veranstaltungshöhepunkte nannte Sittl den Adventsmarkt, an dem der Verein seit vielen Jahren teilnimmt. Die Imker treffen sich zum Frühschoppen und besuchen gegenseitig die Bienenstände. Das vergangene Bienenjahr war geprägt von weniger Blütenhonig und viel gutem, dunklem Waldhonig. Der Winter 2016/2017 meinte es mit einer längeren Kälteperiode und einem ersten Reinigungsflug Anfang Februar gut mit den Bienenvölkern. Ende Juni, Anfang Juli war Schluss mit dem Honigeintrag. "Es gab in kurzer Zeit viel und guten dunklen Honig", freute sich Sittl.

Schockiert waren die Pfreimder Imker über den Ausbruch von Faulbrut. Dies wurde nach Futterkranzproben durch den Amtstierarzt bestätigt. Faulbrut hat nur Auswirkungen auf die Bienenbrut. Diese wird dann abgetötet, die Rähmchen verbrannt und der Kasten gereinigt. Der Honig wird nicht beeinträchtigt. Im Frühjahr wird eine zweite Futterkranzprobe genommen, wenn diese ebenfalls negativ ist, wird der Sperrbezirk wieder freigegeben. Der noch anhaltende Winter war für die Bienen ungünstig: Es war zu warm.

"Leider ist die Beeinträchtigung der Bienen und anderer Insekten durch Pflanzenschutzmittel wie Glyphosat und Neonicotinoide mittlerweile die größte Bedrohung", bedauerte Albert Sittl. Vor allem Monokulturen mit Mais und Energiepflanzen wurden mit diesen Mitteln verstärkt behandelt. Durch Pflanzenschutzmittel werde das Gehirn der Bienen blockiert. Sie könnten das Gelernte nicht mehr abrufen. Neues lernen werde ebenfalls eingeschränkt. "Die Bienen finden nicht mehr zu Nektarquellen und im Anschluss nicht mehr zum Stock", erläuterte Albert Sittl. Über einen längeren Zeitraum sterbe das Volk durch die vergifteten Flugbienen und den Eintrag in den Stock. Seit der Anwendung Ende der 80er Jahre sind die Insektenbestände laut Sittl um zwei Drittel zurückgegangen. "Auch auf Vögel und Säugetiere wirken diese Mittel, da diese Tiere von Insekten leben."

Der Kassenbericht zeigte eine stabile Finanzlage mit mehr Einnahmen als Ausgaben. Bei den Neuwahlen wurde der bisherige Vorstand wiedergewählt. Zwei Ausschussmitglieder sind auf eigenen Wunsch ausgeschieden. Ersatz zu finden war nicht schwer. Als Vorsitzender fungiert weiterhin Albert Sittl, Stellvertreter bleibt Gottfried Blank. Kassenwart Manuel Schloßer, Schriftführer Gerhard Schloßer. Als Ausschussmitglieder stellten sich Jürgen Laubert, Peter Hermann und Sven Ost zur Verfügung. Kassenprüfer bleiben Herbert Wendl und Stefan Kubik.

Im anschließenden Vortrag referierte Kreisvorsitzender Ingo Schwieder über Bienenwachs. Faszinierend sind Bienen für den Imker immer wieder aufs Neue. So filtern sie aus dem aufgenommenen Nektar Giftstoffe und Pflanzenschutzmittel, bevor sie ihn im Stock einlagern. Im Wachs werden verschiedene Stoffe aus Nektar und Honig eingelagert. Wer alte Waben konsequent aus dem Bienenvolk nimmt, hält das Volk gesund und den Honig unverfälscht rein. Um ein Kilogramm Wachs zu produzieren, verwerten 150 000 Bienen etwa 10 bis 13 Kilogramm Honig.

Es gab in kurzer Zeit viel und guten dunklen Honig.Vorsitzender Albert Sittl
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