02.05.2018 - 20:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Ingenieurbüro stellt Stadträten die erforderlichen Schritte vor Mehrheit für Brückensanierung

Sie ist klein, aber sanierungsbedürftig: die Kulmbachbrücke beim Bahnhof in Untersteinbach. Die Kosten sind allerdings nicht so "klein". Soll die Brücke saniert werden oder wartet man einige Jahre, um dann gleich einen Ersatzbau einzuheben? Die Meinungen gehen auseinander.

Im Stadtrat ist die Entscheidung gefallen: Die Kulmbachbrücke am Bahnhof Untersteinbach wird saniert. Bild: Völkl
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Vor 53 Jahren wurde die Kulmbachbrücke gebaut. Stützweite 7 Meter, Breite 5,70 Meter. Diplom-Ingenieur Werner Norgauer und Robin Mecka vom Ingenieurbüro BBI stellten den Stadträten das Sanierungskonzept vor. Derzeit ist die Brücke, die auch vom landwirtschaftlichen Verkehr genutzt wird, auf 30 Tonnen zulässiges Höchstgewicht beschränkt. Nach Ansicht der Fachleute müssen partiell der Beton saniert, der Belag erneuert und die Konstruktion verstärkt werden, um die Tragsicherheit für die nächsten Jahre zu gewährleisten. Zur Verkehrssicherheit sind Geländer und Schrammborde zu erhöhen. Kosten: 345 000 Euro brutto plus Baunebenkosten. Nach der hydraulischen Berechnung und der wasserrechtlichen Genehmigung würde das Projekt zeitnah ausgeschrieben. Die Brücke verkrafte dann 40 Tonnen. Einen Neubau bezifferte Mecka zum Vergleich auf 570 000 Euro.

Mirko Hägler (CSU) wollte wissen, ob die Sanierung zwingend erforderlich sei. Stehe die Stadt in der Verantwortung? Es handle sich um eine relativ kleine Brücke und man habe andere Probleme in Pfreimd. Mecka hob auf das Thema Verkehrssicherheit ab. "Früher oder später hält sie nicht mehr", so Werner Norgauer.

Später erneuern

Norbert Auer (SPD) hielt 40 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht für nicht erforderlich. Das würden landwirtschaftliche Gespanne bei der geringen Brückenbreite nie auf das Bauwerk bekommen. Er plädierte dafür, die Brücke im jetzigen Zustand zu belassen. Wenn sie nicht mehr durch die Brückenprüfung komme, könne man sie durch ein neues Fertigteil ersetzen. "Da werden wir mit etwa dem gleichen Geld hinkommen", mutmaßte er. Man könne nicht bei allen Brücken aus den 60er Jahren jetzt die niedrigen Geländer wegreißen.

Verwaltungsleiter Bernhard Baumer sah es anders. Mit 30 Tonnen sperre man den großen landwirtschaftlichen Verkehr aus. Für Bürgermeister Richard Tischler und Bernhard Baumer "muss die Brücke verkehrssicher sein, damit bei der Stadt keine vorsätzlichen Versäumnisse geltend gemacht werden können". Selbst wenn auf die Sanierung von Schäden verzichtet würde, könne man bei Geländer und Schrammbord die Sicherheit nicht außer acht lassen.

Für 30 bis 40 Jahre

"Und wie lange haben wir bei einer Sanierung Ruhe?" 30 bis 40 Jahre war von den Fachleuten auf die Frage von Zweiter Bürgermeisterin Johanna Mertins zu hören. Franz Heininger (SPD) interessierte, ob die Maßnahme billiger würde, wenn man bei einer Traglast von 30 Tonnen bliebe. Laut Robin Mecka mache das nur rund 20 000 Euro aus.

Stadträtin Petra Stubenvoll (FW) plädierte dafür, die Maßnahme jetzt einzuplanen und "was Gescheites" zu machen. "Dann kann uns auch keiner was anhaben." Norbert Auer stellte hingegen die Verkehrsbedeutung der Brücke, die "drei Landwirte dreimal in der Woche" benutzen, in Frage. Georg Hösl (CSU) sah es anders: Der einzige Zugang zu Bahnhof und Radweg habe schon eine gewisse Verkehrsbedeutung. Mit 15:5 Stimmen (Eduard Dippel, Norbert Auer, Günther Strehl, Hans Müller und Rupert Schichtl) beschloss das Gremium, die Brücke zu sanieren.

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