11.08.2014 - 00:00 Uhr
PfreimdOberpfalz

Investor lässt Windpark Pamsendorf visualisieren - Anlage soll 2015 entstehen Sichtanalyse für fünf Windräder

Mit einer Investitionssumme von über 20 Millionen Euro möchte die "Deglmann Windpark Management GmbH" bei Pamsendorf (Stadt Pfreimd) den ersten Windpark im Landkreis errichten. Das Weidener Unternehmen legte dazu am Montag eine vom Landratsamt geforderte Sichtanalyse vor, die in einer Simulation darstellt, wie die fünf geplanten Windräder von fünf Standorten der Umgebung wahrgenommen würden.

Bei einem Ingenieur-Büro in Raisting (Landkreis Weilheim-Schongau) gab die Firma Deglmann-Windpark eine Sichtanalyse in Auftrag. Sie visualisiert die fünf auf dem Höhenrücken "Großer Kulm" bei Pamsendorf geplanten Windräder von fünf unterschiedlichen Standorten aus. Unser Bild zeigt die Ansicht aus Richtung Gleiritsch. Simulation: TS Photogrammetrie & Geoinformatik
von Wilhelm Amann Kontakt Profil

Die Firma aus Weiden ließ ein Jahr lang den Wind messen und Gutachten zur Windhöffigkeit erstellen. "Wir können mit Fug und Recht behaupten, dass ein wirtschaftlicher Betrieb der Anlage möglich ist, sonst hätten wir ja diese weiteren Anstrengungen nicht unternommen", betonte Geschäftsführer Dr. Christian Deglmann bei einer Pressekonferenz, die gestern im Amtszimmer des Pfreimder Bürgermeisters stattfand.

Es gebe hinsichtlich Abstandsflächen zur Wohnbebauung, Schall, Schattenschlag oder Artenschutz keine Ablehnungsgründe, so dass er im Herbst mit einer Genehmigung rechne. Der Baubeginn wäre dann Mitte 2015 vorgesehen, so dass sich die Rotoren spätestens Anfang 2016 drehen könnten.

Die Stadt begrüßt das Projekt. Mit der veranschlagten Leistung von zwölf Megawatt ließe sich der Energiebedarf von etwa 6500 Haushalten - entspricht Pfreimd plus nähere Umgebung - decken. Bürgermeister Richard Tischler nahm es erfreut zur Kenntnis, dass das Weidener Unternehmen bei allen Planungs- und Bauarbeiten mit Firmen aus der Region kooperieren möchte. Vereinbart worden sei, dass sich der Sitz der späteren Betreibergesellschaft in Pfreimd befindet. "Der Stadt kommen dann also alle weiteren Effekte, wie die Gewerbesteuer, zugute", stellte Dr. Deglmann der Kommune in Aussicht. Neben der GDF-Suez-Gruppe würden auch regionale Beteiligungen möglich, zum Beispiel durch die Bürgerenergiegenossenschaft Mittlere Oberpfalz (Bemo).

Das Landratsamt hatte im Zuge des Antragsverfahrens eine Sichtanalyse der Anlage verlangt. Sie ließ die Firma Deglmann bei einem Fachbüro in Raisting (Landkreis Weilheim-Schongau) maßstabsgetreu erstellen und liegt nun vor. Beim Pressetermin wurde sie präsentiert, anschließend der Behörde übergeben.

Schon vor Stichtag

Der Antrag selbst liegt dem Landratsamt bereits seit Ende 2013 vor. Er wurde somit rechtzeitig eingereicht, um bei der Abstandsregelung nach bisherigem Recht - 800 Meter zur nächsten Wohnbebauung - behandelt zu werden. Angekündigt ist inzwischen eine gesetzliche Neufassung, die zwei Kilometer Abstand fordert. Demzufolge bekäme die Firma Deglmann ein Problem, weil sich der Ort Gleiritsch lediglich 1700 Meter entfernt befindet. Als Antragsstichtag ist allerdings laut Dr. Deglmann der 4. Februar 2014 im Gespräch.

Dr. Deglmann hielt der "Bürgerinitiative Gegenwind" vor, sowohl bei der Visualisierung als auch in der verbalen Argumentation mit falschen Angaben zu operieren. Es sei zum Beispiel nicht richtig, dass für die Anlage 36 000 Quadratmeter Wald gerodet werden müssen. Der tatsächliche Rodungsbedarf betrage lediglich ein Drittel davon. Die Bürgerinitiative hatte - wie mehrfach berichtet - klar zu verstehen gegeben, dass sie den Bau dieser Windkraftanlage verhindern möchte.

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