Jetzt ans Eingemachte?

Professor Dr. Markus Brautsch (rechts) übergab den Energienutzungsplan an Bürgermeister Richard Tischler. Nun muss der Stadtrat entscheiden, bei welchen Projekten er weitere Begleitung in Anspruch nimmt. Bild: Völkl
Vermischtes
Pfreimd
03.12.2016
63
0

Die Stadt Pfreimd will Energie einsparen. Wohin geht der Weg? Für Pfreimd kristallisieren sich drei Projekte heraus, die bis zur Baureife gebracht werden können - wenn der Stadtrat nicht nur zum Energienutzungsplan, sondern auch zur Umsetzung Ja sagt.

Professor Dr. Ing. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik IfE an der OTH Amberg-Weiden hatte der Stadt im April dieses Jahres einen Energienutzungsplan unterbreitet, der zu 70 Prozent vom Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie gefördert wurde.

Drei Projekte

Im Konzept wurde von Anfang an Wert auf einen praxisnahen und umsetzungsorientierten Maßnahmenkatalog gelegt. Übrig geblieben sind nach den Wirtschaftlichkeitsberechnungen drei Projekte: Zum einen Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Kläranlage - mit hohem Stromeigenbedarf - und auf dem Dach des Wasserwerks, zum anderen ein Nahwärmeverbund im Gebietsumgriff der Ortsmitte. Dabei wurden neben den kommunalen Liegenschaften auch die Anwohner mit einem Fragebogen in das Konzept einbezogen. Durch den Einsatz vom Kraft-Wärme-Kopplung - von einem Blockheizkraftwerk in der Metzgerei Paulus war die Rede - könnten Energiekosten und Co2-Ausstoß gesenkt werden.

Die Grundlagen sind erarbeitet, "nun geht es um die Umsetzungsbegleitung", erläuterte Professor Dr. Brautsch den Stadträten. Das Wirtschaftministerium habe erkannt, dass man die Gemeinden nun nicht alleine lassen dürfe, sie Unterstützung beim konkreten Weiterarbeiten brauchen. Auch hierfür gibt es wieder 70 Prozent Zuschuss. Bei 20 000 Euro für die Begleitung der drei vorgeschlagenen Projekte blieb der Stadt ein Eigenanteil von 6000 Euro.

"Sagen, was es kostet"

Ab Januar 2017 steigen laut Dr. Brautsch die Vergütungssätze von Einspeisestrom leicht an. Die Photovoltaikvorhaben könnten zügig bis zur Vergabe gebracht werden. Das Fernwärmeprojekt brauche mehr Einsatz: Man müsse die möglichen Wärmeabnehmer zusammenholen, die technische Machbarkeit und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung unterbreiten. "Wir müssen den Leuten konkret sagen, was es sie kostet". Betreibermodelle - denkbar wäre auch eine Genossenschaft - wären vorzustellen, Fördermittelrecherche zu betreiben und Preisbildungsmodelle zu entwickeln. Die Projekte würden in der Umsetzungsplanung soweit gereift sein, dass sie an einen Fachplaner oder Generalunternehmer übergeben werden könnten.

Professor Dr. Brautsch übergab seinen Bericht an Bürgermeister Tischler. In einer der nächsten Sitzungen wird beschlossen, ob und für welche Projekte die Umsetzungsbegleitung in Anspruch genommen werden soll. "Grundsatzentscheidung, Förderantrag stellen, dann könnte es losgehen", so Dr. Brautsch.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.