Pfreimd steht unter Strom

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Pfreimd
19.05.2017
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Bernhard Baumer war mehr als überrascht, als er den Vorschlagskorridor für die künftige Strom-Autobahn sah. Blieben der Raum Pfreimd und Trausnitz in der bisherigen Planung weitgehend verschont, so sieht es nach der Antragskonferenz der Bundesnetzagentur ganz anders aus.

Der Pfreimder Verwaltungsleiter traute seinen Augen nicht. Das, was bisher als "ernstzunehmende Planungsvariante" gedacht war, lediglich an Nessating vorbeiführte und Pfreimd ansonsten nicht tangierte (schraffierte Linie), gilt nicht mehr. Der nun favorisierte Korridor (grüne Linie) hat eine ganz andere Auswirkung auf die Stadt Pfreimd und die Gemeinde Trausnitz.

Aus welchen Gründen?

"Wir akzeptieren grundsätzlich den Bau einer Leitung", schickt Baumer voraus. Nicht akzeptiert werde aber diese dramatische Planungsänderung von Alternativ- und Vorschlagskorridor - und das ohne Rücksprache mit der Kommune. Von der Bundesnetzagentur möchte Baumer nun wissen, aus welchen Gründen der Trassenkorridor quer durch das Gebiet der Verwaltungsgemeinschaft verschoben wurde.

Für Pfreimd mache diese Änderung keinen Sinn: Die Querung im Bereich des Autobahnkreuzes A6/A93 stelle einen erheblichen Eingriff in einen natursensiblen Bereich dar. Weiterhin quere man in diesem Korridor innerhalb kürzester Abstände die Bahnlinie Hof-Regensburg und die Naab inklusive Naabaue. Direkt daran anschließend befinde sich ein Bereich, der massiv mit Fels durchsetzt sei. "In diesem Bereich muss von unserer Seite stark bezweifelt werden, dass eine unterirdische Bauweise realisiert werden kann", betont Bernhard Baumer in seiner Stellungnahme. Im Bereich Pfreimd sei mit großem Aufwand ein Taleinschnitt im Bereich der A 6 realisiert worden. Die Autobahn biete auf beiden Seiten erhebliche Flächen, welche für die Verlegung dieser Gleichstromleitung genutzt werden könnten.

Im neuen Trassenkorridor liegen die Einödgehöfte Egerhof und Kulmhof, die bereits vom Autobahnbau erheblich betroffen seien. Die Döllnitzmühle wäre ebenfalls tangiert. "Grundsätzlich wurde auf der Antragskonferenz dargestellt, dass auch weiter außerhalb liegende Gehöfte von der Trassenführung nicht berührt werden", so Baumer. "Der gewählte Korridor zeichnet aber dahingehend ein anderes Bild."

Nicht weiter einschränken

Unmittelbar neben dem Trassenkorridor grenze im Bereich der Querung der A 93 ein ausgewiesenes Wasserschutzgebiet der Stadt Pfreimd an. In diesem Bereich müsste ohnehin eine Route im unmittelbaren Umgriff der A 6 gewählt werden, "damit keine negativen Einwirkungen für unser Wasserschutzgebiet entstehen." Sofern am Korridor festgehalten werde, verlange die Stadt ein hydrologisches Gutachten. Baumer führt noch kartierte Bodendenkmäler an, verweist auf das Wohngebiet "Mahdwiesen" und das Dorfgebiet in Weihern, welche mit dem neuen Trassenkorridor geschnitten würden. Gleiches gelte für die Ortschaft Söllitz. Zudem plane Trausnitz derzeit eine Gewerbegebiet im Nordwesten (Gemeindeverbindungsstraße Söllitz-Losau). "Dadurch entstehen für beide Ortschaften nicht kompensierbare Entwicklungshemmnisse", heißt es in der Stellungnahme.

Von Pfreimder Seite wird vorgeschlagen, die Gleichstromtrasse im Gemeindegebiet im direkten Umgriff der Bundesautobahn A 6 zu führen. Die Grundstücksverhältnisse böten dafür den nötigen Spielraum. Man müsse eine Trasse finden, die Land- bzw. Forstwirte nicht noch weiter bei der Wald- und Feldwirtschaft einschränke.

Der Trassenkorridor im Gemeindegebiet Pfreimd sollte unbedingt im direkten Umgriff der A 6 geführt werden.Verwaltungsleiter Bernhard Baumer
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