Viel zu lang am Steuer

Bei der Kontrolle eines Sattelzuges mit 22 Tonnen Gefahrgut wurden gravierende Mängel an der Ladungssicherung festgestellt. Bild: exb
Vermischtes
Pfreimd
16.10.2017
98
0

Bei den europaweiten Schwerlastkontrollen nimmt die Polizei auch die A 6 ins Visier. Auf den Parkplätzen Schloßberg (Pfreimd) und Stockerholz (Schmidgaden) wird sie fündig.

Pfreimd/Schmidgaden. Die länderübergreifende Kontrollaktion für den gewerblichen Personen- und Güterkraftverkehr lief vom 11. bis 12. Oktober. Von den Kontrolleuren des Polizeipräsidiums Oberpfalz wurden insgesamt 258 Fahrzeuge überprüft. Davon waren 76 Fahrzeuge zu beanstanden. Es wurden 69 Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht geahndet und 45 Fehlverhalten beim Transport von Gefahrgut zur Anzeige gebracht.

Eine Totalfälschung

Ein 41-jähriger Fahrer eines Sattelzuges aus Weißrussland legte bei der Kontrolle auf dem Parkplatz Schloßberg einen Führerschein der Klasse CE vor. Bei der genaueren Überprüfung stellte sich dieser als Totalfälschung heraus. Bei seiner Vernehmung gab der Fahrer an, dass ihm sein Führerschein aufgrund einer Trunkenheitsfahrt im Jahr 2015 in Weißrussland für drei Jahre entzogen worden ist. Aus diesem Grund habe er sich die vorgelegte Totalfälschung besorgt. Die Weiterfahrt wurde unterbunden. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Amberg wurde eine Sicherheitsleistung erhoben und ein Ersatzfahrer angefordert.

Zwei massive Verstöße gab es gegen die Lenk- und Ruhezeiten. Bei einem 49-jährigen türkischen Sattelzugfahrer wurde unter anderem eine Lenkzeit von 23 Stunden und 19 Minuten festgestellt, welche nur durch kurze Pausen unterbrochen worden war. Der Mann verstieß 16 Mal gegen die tägliche Ruhezeit. An einem Tag wurden im 24-Stunden-Zeitraum nur drei Stunden und 23 Minuten Ruhezeit eingebracht. Das Bußgeld gegen den Fahrer beläuft sich auf 4600 Euro. Aufgrund dieser längerfristigen massiven Verstöße gegen die Lenk- und Ruhezeiten werden laut Polizeipräsidium auch gegen den verantwortlichen Unternehmer Ermittlungen eingeleitet. Dieser hat gegen die Dispositions- und Aufsichtspflicht verstoßen.

Ungenügend gesichert

Massive Mängel an der Ladungssicherung eines Gefahrguttransporters registrierte die Polizei am Parkplatz "Stocker Holz" im Gemeindegebiet Schmidgaden. Kontrolliert wurde ein slowakischer Sattelzugfahrer mit französischem Auflieger, welcher 22 Tonnen Gefahrgut beförderte. Der Sattelauflieger verfügte zwar über einen festen Aufbau, das Gefahrgut selbst war auf der Ladefläche aber ungenügend gesichert. Erst nachdem sich der 37-jährige Fahrer Hilfsmittel zur Ladungssicherung besorgt hatte und das Gefahrgut ausreichend nachgesichert hatte, konnte er die Fahrt fortsetzen.

Ihn erwartet eine Anzeige nach dem Gefahrgutrecht über 300 Euro. Gegen den verantwortlichen Verlader wird eine Bußgeldanzeige über 500 Euro verhängt. Da der Beförderer seinem Fahrer keine ausreichenden Hilfsmittel zur Ladungssicherung zur Verfügung gestellt hatte, erwartet auch diesen eine Bußgeldanzeige über 800 Euro.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.