12.02.2018 - 20:00 Uhr
Pfreimd

Vogelgrippe:Die Auflagen für Taubenmärkte bleiben bestehen "Die Ampel steht noch auf rot"

Vor einem Jahr im Februar: Wegen der Vogelgrippe müssen 200 Tiere im Wildpark Höllohe getötet werden. Weitere Sperrbezirke werden eingerichtet, infizierte Tiere gefunden. Dann kehrt Ruhe ein. Doch die Auflagen für Taubenmärkte bleiben. "Die Ampel steht noch auf rot", so Dr. Josef König.

Die Taubenzüchter freuen sich auf den Markt, müssen aber mit den Auflagen leben. Archivbild: Götz
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Schwandorf/Pfreimd. Der Leiter des Veterinäramtes wechselte vor gut einem Jahr nach Schwandorf. "Hier hat mich gleich die Vogelgrippe voll erwischt". Die Proben, die an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und das Friedrich-Löffler-Institut gingen, stapelten sich im Carport. Die Tötung von 200 Tieren im Wildpark Höllohe musste vollzogen werden, Sperrbezirke entstanden. Es gab auch Fälle bei Haus- und Wildgeflügel. Eine Allgemeinverfügung des Landwirtschaftsministeriums ordnete Stallpflicht an, verbot Märkte, ebenso Zuchtausstellungen. All das ist aufgehoben worden, aber die Vorschriften, die schon seit einigen Jahren für die Märkte gelten, bleiben bestehen. Heuer ist wieder Aschermittwochstaubenmarkt in Pfreimd. Alfred Hammer, Leiter des Ordnungsamtes, erzählt, dass der Besuch der Märkte im Dezember und Januar "deutlich rückläufig war". Doch beim Traditionsmarkt rechnet er schon wieder mit großer Resonanz.

Manche Aussteller granteln wegen der Auflagen, für deren Einhaltung die Stadt als Veranstalter sorgt: So dürfen Enten und Gänse nur aufgestellt werden, wenn sie auf das hochpathogene aviäre Influenzavirus untersucht worden sind. Falls sie zusammen mit Hühnern und Puten gehalten werden, kann man darauf verzichten. Doch auch dafür braucht man eine amtsärztliche Bescheinigung. Hühner müssen gegen die Newcastle-Krankheit geimpft sein. Das ist die Schiene "Tierseuche". Ebenso rückt der Tierschutz zunehmend in den Vordergrund, sind doch Käfiggröße, Trink- und Fressbecher vorgeschrieben. In Pfreimd werden Zugangsbereiche geschaffen, um die Züchter zu registrieren. Der Bauhofleiter und einige Helfer überwachen die Einhaltung der Vorschriften.

Josef König und Landratsamts-Pressesprecher Hans Prechtl möchten das alles nicht als Schikane verstanden wissen. "Das sind Vorsorgemaßnahmen". Der Tierbestand der Züchter sei wertvoll, da müssten auch sie darauf bedacht sein, dass sie sich "nichts reinziehen". Vogelgrippe kennt keine Grenzen. "Mittelfristig wird man mit der Situation leben müssen", meint König, auch wenn es im Landkreis "ein ruhiges Jahr" war. Doch die Ampel im Radar-Bulletin des Friedrich-Löffler-Instituts vom Januar stehen bei der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI) "nach wie vor auf rot", so König. H5N6 wurde bei Geflügel in den Niederlanden, H5N8 bei Geflügel in Italien, H5N6 bei Wildvögeln in den Niederlanden, der Schweiz und in Großbritannien festgestellt. Ein Fall wurde aus Deutschland gemeldet: eine Ente in Dachau. Das niedrig pathogene aviäre Influenza (LPAI) ist in Italien und Frankreich aufgetreten. Also kein Grund zur Entwarnung.

Das ist keine Schikane.Josef König, Leiter des Veterinäramtes
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