Rund 60 Personen im Werk Pfreimd betroffen
Gerresheimer trennt sich von den Leiharbeitern

Das Gerresheimer-Werk in Pfreimd wurde in den vergangenen Jahren ausgebaut, die Geschäfte florierten. Jetzt ist von Umsatzeinbußen die Rede, die mit der großflächigen Beendigung von Arbeitnehmer-Überlassungen einher gehen werden. Bild: Dobler
Wirtschaft
Pfreimd
13.01.2017
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Die gute Nachricht zuerst: Im Werk Pfreimd der Gerresheimer Regensburg GmbH wird es laut Personalleiter Axel Süß "keine betriebsbedingten Beendigungs-Kündigungen geben". Trotzdem wird das Personal im Laufe dieses Jahres um gut zehn Prozent reduziert. Das geht auf Kosten der Leiharbeiter, die alle das Werk verlassen müssen. Einige Beschäftigte werden überdies in den vorgezogenen Ruhestand geschickt.

Das Werk am Rande Pfreimds, neben der Autobahn A 93, ist auf die Produktion medizinischer Kunststoffsysteme spezialisiert. Dort wird die komplette Fertigungskette vom Spritzgießen über die Montage und Kontrolle bis zur Verpackung medizinischer Produkte im Reinraum abgedeckt. Es wurde erst vor wenigen Jahren deutlich vergrößert, was auch mit einer Zunahme der Beschäftigtenzahl einherging. "Wir waren jahrelanges Wachstum gewöhnt," sagte Betriebsratsvorsitzender Franz Hartinger, "und das ist für uns eine neue Situation, dass es rückwärts geht".

Als Gründe dafür führte Personalleiter Süß drei Punkte an: Zum einen setzt der Betrieb verstärkt auf Automatisierung. Betroffen sind dabei der Bereich Handmontage und die Logistikabläufe. "Wir investieren hier einen mittleren einstelligen Millionbetrag", präzisierte er. Zum anderen hat das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang zu kämpfen und damit, "dass Projekte endeten und neue noch nicht da sind". Das heißt, es fehlt (noch) an Aufträgen.

"Es ist ein Jahr der Konsolidierung", beschreibt der Personalleiter die wirtschaftliche Situation im Werk Pfreimd, dessen "Zukunftssicherheit" gewährleistet werden soll. Immerhin sind dort 600 Menschen fest angestellt, weitere ungefähr 60 als Leiharbeiter tätig. Dass letztere bis Ende 2017 alle gehen müssen, ist eher ein Novum, "denn wir haben in den vergangenen Jahren 100 Leiharbeiter in eine Festanstellung übernommen". Auch das müsse man sehen, wünscht sich Süß. Die Lehrlinge betrifft das Ganze nur am Rande, denn es ist Firmenpolitik, sie zu übernehmen, "vielleicht auch in einem anderen als dem Ausbildungsberuf".

Betriebsratsvorsitzender Hartinger bestätigte, dass es sich bei den Planungen um keinen Schnellschuss handelt. "Der Betriebsrat war beizeiten informiert, die Aktion länger geplant", versicherte er. Seit Mitte 2015, um genau zu sein.
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