25.09.2006 - 00:00 Uhr
PirkOberpfalz

Hueck-Folien-Mitarbeiter bekommen Sonderzahlung - Geschäftsführer Dr. Jörg Hemker geht Zum Abschied einen Tausender

Egal welche Branche - so einen Abschiedsgruß vom Chef wünschen sich wohl die meisten Beschäftigten: Hueck-Geschäftsführer Konstantin Thomas, der Ende des Jahres seinen Posten in Pirkmühle verlässt, gab am Freitag in einer Betriebsversammlung bekannt, dass die Eigentümerfamilie jedem Mitarbeiter, inklusive der Auszubildenden, dieses Jahr einen einmaligen Bonus von 1000 Euro zahlen wird.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

"Wir wollen damit für die Belegschaft ein positives Signal für die neue Zusammenarbeit setzen", begründete Thomas diesen Schritt. Er und viele andere Gesellschafter hatten vergangene Woche 70 Prozent ihrer Hueck-Folien-Anteile an den österreichischen Verpackungsriesen Constantia Packaging AG verkauft (wir berichteten). "Das hat Anstand und Würde", kommentierte Betriebsratsvorsitzender Josef Bock die Sonderprämie. "Das spiegelt die Verbundenheit mit der Region wider", freute sich auch IG-Metall-Sekretär Horst Ott.

Um Details des Einstiegs der Constantia bei Hueck zu erläutern, genügte ihnen das Werksgelände nicht. In der Max-Reger-Halle sprachen Belegschaft, Eigentümer und Geschäftsführung von 13 bis 16 Uhr über Details der neuen Besitzverhältnisse und ihre Bedeutung für die Mitarbeiter. Dazu gehört, dass am Standort Pirkmühle ab 1. Januar Dietmar Wohlfahrt alleiniger Geschäftsführer wird. Dr. Jörg Hemker, der dreieinhalb Jahre in der Firma arbeitete, scheidet zum Ende des Jahres aus. Mit dem ausdrücklichen Dank der Familie Thomas. Das Constantia-Konzept sieht jedoch nur einen Geschäftsführerposten vor.

Auf diesem soll Wohlfahrt in den kommenden Wochen die Einbindung von Hueck in die Constantia organisieren. Dazu wird der Oberpfälzer Standort linear in die Bereiche Technik, Vertrieb, Kaufmännisches und Beteiligungen umstrukturiert.

Längere Arbeitszeit

"Das läuft so selbstständig wie möglich, das sieht man an den anderen von Constantia übernommenen Firmen", versicherte Wohlfahrt. Der Einstieg des stärkeren Partners garantiert den Beschäftigten in Pirkmühle ihre Arbeitsplätze und bringt Investitionen, wie das erweiterte Pharmawerk, in das nächstes Jahr sieben bis acht Millionen Euro investiert werden sollen, erklärte er.

Die Arbeitnehmer müssen dafür längere Arbeitszeiten in Kauf nehmen, erläuterte IG-Metall-Mann Ott. Das Unternehmen richtet für jeden Mitarbeiter ein Konto mit 100 Stunden pro Jahr ein, die je nach Geschäftsentwicklung bezahlt werden oder nicht. Dieser Ergänzungstarifvertrag läuft bis 2011.

Kritik an Informationspolitik

Damit können Betriebsrat und Gewerkschaft leben. "Ich bin stolz auf die Kollegen, die Verantwortung gezeigt haben", sagte Bock. Unmittelbar vor der Betriebsversammlung hatte die IG Metall über das Angebot abstimmen lassen. "Nahezu einstimmig" hätten es die Mitglieder akzeptiert, versicherte Ott.

Alle Beteiligten überschlugen sich im Lob für die Belegschaft. Thomas: "Bei der ganzen Unsicherheit in den letzten Wochen, lief der Betrieb auf vollen Touren weiter. Das ist eine phänomenale Leistung."

Eitel Sonnenschein also auf allen Ebenen? Nicht ganz. "Hätte die Geschäftsleitung offen über den Verkauf geredet, hätte man viel Unsicherheit rausnehmen können", entdeckte Ott das Haar in der Verhandlungs-Suppe.

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