"Pirker Brettl" begeistert mit Schwank "Die Nacht der Nächte" 190 Zuschauer im Pfarrsaal
Klischees ins Absurde überzeichnet

Der Tupperware-Bezirkstag in Schirmitz wurde wegen des Auftritts von Alois (Thomas Fritsch), Egon (Andreas Albrecht) und Johannes-Heesters-Verschnitt Dieter (Charly Wittmann) als Chippendales zum Fiasko. Bild: fz
Lokales
Pirk
29.04.2013
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Die Agentur "Leih' dir einen Mann" hat Probleme, es fehlen lukrative Aufträge. Kein Wunder, denn ihre Topmodels sind Ladenhüter. Egon (Andreas Albrecht) muss als Gockel beim Hühner-Paulus in Etzenricht für Eier von glücklichen Hühnern werben. Alois (Thomas Fritsch) steht verkleidet als Weißwurst vor einem Metzgerladen in Pirk: "Willst du froh und glückliche sein, hau dir Beckns Weißwurst rein."

Auch als Hueck-Controllerin Ulla (Milanie Neiser) den Laden umkrempelt, Alois sowie Egon Chefs werden und deren Frauen Anni (Maion Gatz) sowie Liesl (Doris Albrecht) als Chiquita-Bananen in der Bäckerei Häring posieren, bleibt der Umschwung aus. Diesen soll der Tupperware-Bezirkstag in Schirmitz bringen, bei dem Alois, Egon und Johannes-Heesters-Verschnitt Dieter (Charly Wittmann) als Chippendales auftreten. Doch es kommt zum Fiasko.

Mitreißende Vorstellung

"Die Nacht der Nächte" oder "Leih' dir einen Mann" begeisterte. Die Akteure des "Pirker Brettls" spielten in einer mitreißenden Vorstellung das Publikum im Pfarrsaal schwindlig, indem sie Klischees ins Absurde überzeichneten. Das Szenario in dem lustigen Schwank, der in der Pirker Agentur "Leih' dir einen Mann" spielt, ist denkbar simpel: Die Ehen sind Gefängnisse.

Die Männer stehen unter dem Pantoffel, haben nichts zu lachen und nur noch saufen im Sinn. Sie schwelgen in Erinnerungen an bessere Jugendzeiten und eine heiße Nacht im "Blind Date" in Hamburg.
Ihre Gattinnen vermarkten sie heute. Die Damen, die das Zepter in der Agentur übernommen haben, dort auf dem Sofa sitzen und "nach Frischfleisch" suchen, sind heuchlerisch, herrsch- und kontrollsüchtig, und finden nur den unverheirateten Dieter mit Johannes-Heesters-Allüren gut. Sie keifen ohne Ende, wenn es um die anstehende Hochzeit ihrer Kinder, Hüte, Kleider, Einladungen oder die Suppenwahl geht.

Johlendes Publikum

Die Darsteller hangelten sich prächtig durch alle Klischees. In drei Akten und dreieinhalb Stunden beschimpften sie sich aufs Gröbste. Das Publikum johlte, als beim Chippendale-Tanz nach "Gangnam Style" - der Generalprobe für die Tupperparty - BHs und Höschen auf die Bühne flogen und sich die Szene danach in "ein gnadenlos versoffenes Brautzimmer" zurückzog. Die seherisch veranlagte Gretel (Alexandra Bock) hatte dem unbekannten Vater von Marita (Annette Frischholz), die vor der Ehe mit Stefan (Stephan Schieder) stand, den baldigen Tod in der Hochzeitsnacht prophezeit. Zum Finale jagten sich die Gags. Der ausverkaufte Pfarrsaal hallte wider von dem Gelächter der 190 Besucher. Und es gab auch ein Happy-End, das für zwei zum Neuanfang in New York wird. . .
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