09.08.2014 - 00:00 Uhr
PirkOberpfalz

Theresa Ermer unterbricht ihr Medizinstudium für ein Jahr Freiwilligendienst im Krankenhaus Mexiko in allen Facetten

Viele Studenten gehen ins Ausland, um dort Hörsäle, Museen und Kneipen zu besuchen. Theresa Ermer macht es etwas anders. Im September bricht die Medizinstudentin nach Mexiko auf. Sie nimmt am Programm "Weltwärts" des Bundes-Entwicklungsministeriums teil. Ein Jahr lang wird sie beim Roten Kreuz in der Stadt Puebla arbeiten.

von Autor HKRProfil

"Man darf sich das Gesundheitssystem dort nicht wie unseres vorstellen", erklärt die Studentin. Nicht jeder könne sich eine Behandlung in einem gut ausgestatteten Krankenhaus leisten, weil diese oft in privater Hand seien. Es gebe auch staatlich unterstützte Krankenhäuser, wie die des Roten Kreuzes. Es fehlen jedoch wichtige Geräte und Personal. "Ich nehme also niemandem den Arbeitsplatz weg", betont die 19-Jährige.

Sie wird im Labor Blutproben untersuchen, an Schulungen der Berg- und Rettungswacht teilnehmen und diese auch organisieren. Außerdem wird Ermer Erste-Hilfe-Kurse geben und im Krankenhaus überall da aushelfen, wo gerade Hilfe nötig ist.

Zwischen Armut und Kultur

Bereits nach dem Abitur, das sie schon mit 16 an einer Internatsschule in Baden-Württemberg abgelegt hat, wollte die Pirkerin ins Ausland. Damals war sie aber zu jung. Die Freiwilligendienste setzen ein Mindestalter von 18 Jahren voraus.

Jetzt holt sie das nach: "In den ersten Semestern des Medizinstudiums lernt man fast ausschließlich theoretische Dinge. Mir ist es deshalb sehr wichtig, praktische Erfahrung zu sammeln." Sie möchte später ohnehin am liebsten bei einer Hilfsorganisation in einem Schwellen- oder Entwicklungsland arbeiten. "In diesen Ländern sterben Menschen immer noch an leicht behandelbaren Krankheiten", bedauert sie. Man könne den Menschen dort mit einfachen Mitteln helfen.

Der Weg der 19-Jährigen ist ungewöhnlich. "Kaum jemand entscheidet sich dafür, das Studium mittendrin zu unterbrechen." Anfangs sei sie unsicher gewesen, weil sie wenig Erfahrungsberichte von anderen einholen konnte. "Ich hatte Angst, entweder überfordert zu sein oder mich zu langweilen und es nachher zu bereuen." Nach Gesprächen mit ehemaligen Freiwilligen und ihrem Betreuer vor Ort hätten sich diese Zweifel jedoch gelegt.

Inzwischen freut sich die Pirkerin, die seit einiger Zeit in Weiden lebt, auf ihren Mexiko-Aufenthalt - besonders auch auf dessen Kultur. Das Schwellenland sei für sie interessant, weil es sich in einer Umbruchphase befinde. Trotz vieler Fortschritte lebe der Großteil der Bevölkerung noch immer in ärmlichen Verhältnissen.

Mit Mexiko assoziierten die meisten Gewalt und Armut. Puebla sei jedoch eine der sichersten Städte des Landes. Sie liegt im Süden und zählt 1,5 Millionen Einwohner. Kulturell habe sie einiges zu bieten, schwärmt Ermer, beispielsweise zwei Vulkane, mehrere Kirchen und viele Hochschulen.

Die junge Frau hat während des Studiums in Erlangen allein oder in Wohngemeinschaften gelebt. In Mexiko wird sie bei einer Gastfamilie leben. "Das ist sicherlich die beste Möglichkeit, um die Kultur kennenzulernen und mein Spanisch zu verbessern. Allerdings wird es ungewohnt sein, sich nach einer so langen Zeit wieder jemandem 'unterordnen' zu müssen", meint sie.

Volle Unterstützung

"Auch meine Familie kennt meinen Drang die Welt zu erkunden. Natürlich ist sie wegen der großen Entfernung besorgt, aber sie unterstützt mich voll und ganz." Ihre Freunde seien auch davon überzeugt, dass der Freiwilligendienst genau das Richtige für Theresa sei.

"Meiner Meinung nach ist es im Leben wichtig, eine Idee zu haben, die einen antreibt. Ein solcher Auslandsaufenthalt ist eine super Möglichkeit, um diese Idee zu stützen oder sie zu finden." Man könne sich erst für einen Lebensweg entscheiden, wenn man ihn auch ausprobiert habe.

___

Theresas Auslandstagebuch im Internet:

http://www.mensajesdepuebla.tumblr.com

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.