31.05.2017 - 17:28 Uhr
PirkOberpfalz

Constantia-Pläne sehen auch neue Verkehsrführung vor Alles neu in Pirkmühle

Der geplante Bau einer neuen Constantia-Logistikhalle hat nicht nur eine Verlagerung des Pirker Fußballplatzes zur Folge. Er krempelt auch die Verkehrsführung im gesamten Ortsteil Pirkmühle um. Das gefällt nicht allen im Gemeinderat.

Die stattliche Pappelallee zwischen SpVgg-Sportplatz und Constantia-Werkszufahrt ist wohl bald Geschichte. Wenn der Fußballplatz einer Logistikhalle weicht, ändert sich auch die Verkehrsführung im Ortsteil Pirkmühle komplett. Bild: Schönberger
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Bürgermeister Michael Bauer stellte mit Landschaftsarchitekt Gottfried Blank aus Pfreimd geplante Änderungen am Flächennutzungsplan und den Bebauungsplan vor. Das Areal um die Richard-Hülsmann-Allee soll vom Gewerbe- zum Industriegebiet werden. Das bedeutet, dass der hintere Teil der Hülsmann-Allee, von der Constantia-Werkseinfahrt bis in Höhe Sportplatz, umgewidmet wird. Dann dürfen dort ungehindert Lastwagen und Stapler fahren. De facto bleibt dieser Abschnitt Teil der gemeindeeigenen Straße, das Hausrecht hat aber Constantia.

Lastwagen auf die Allee

Das wirft Probleme auf. Zunächst für den Busverkehr. Constantia hält ihn für unrelevant, Bauer möchte die Buslinie aber beibehalten. Das sei der Wunsch der Bürger. Die müssen nach der Umwidmung den hinteren Teil der Hülsmann-Allee meiden und künftig über den "Webergraben" rausfahren. Ausnahmen bestehen nur für Pächter und Eigentümer der angrenzenden Felder, das Wasserwirtschaftsamt und die Gemeinde. Sollte die Brücke am "Webergraben" bei Hochwasser stark überschwemmt sein, dürfte die Hülsmann-Allee aber als Ausweichroute herhalten. Wo schwere Lkw und Gabelstapler rangieren, sind Radfahrer in Gefahr. Um das abzufedern, sind Veränderungen an zwei bestehenden Brücken mit Pollern und Geländern im Gespräch. Das aber sieht das Landratsamt skeptisch, teilte Bauer mit. Er regte deshalb den Bau einer neuen Brücke über die Waldnaab in Höhe der früheren Schneider-Villa an. Der "Webergraben" würde damit umgangen. Der neue Radweg würde hinter dem jetzigen Sportplatz zwischen Kläranlage und Weiher vorbeiführen. Diese Lösung würde die Untere Naturschutzbehörde akzeptieren, sagte der Bürgermeister. Denn der Naturschutz stuft die Umgebung des ausgefahrenen Feldwegs als sensible Auenlandschaft ein. Bleibe der Radweg höhenneutral, nicht aufgeböscht und unasphaltiert, würde ihn das Landratsamt indes genehmigen. "Damit könnten wir leben", meinte Bauer. "Ganz vage" veranschlagte er für die neue Brücke und den Radweg rund 300 000 Euro an Kosten für die Gemeinde. Wegen einer - nicht sehr wahrscheinlichen - Förderung will Bauer einen Termin bei Finanz-Staatssekretär Albert Füracker. Alexander Radlbeck (CSU) hält diese Trasse nur für die "zweitbeste Lösung". Sein Vorschlag: eine Brücke weiter im Süden über die Waldnaab, um den auch von Joggern und Spaziergängern gern genutzten Radweg weiter weg vom Constantia-Betriebsgelände und etwas mehr durch die grüne Idylle zu führen. "Das haben wir geprüft. Der Naturschutz sagt: völlig aussichtslos", hielt Michael Bauer dagegen.

Nicht mehr nach Neubau

"Aber dann fahre ich doch mit der Kirche ums Dorf", stutzte Radlbeck. Das betritt der Rathauschef. Radlbecks Variante sei wegen eines größeren Bogens länger und teurer. Ferner würde die Brücke im Süden wesentlich größere Teile des Auenlandes überspannen. Deshalb sei sie nicht genehmigungsfähig und außerdem teurer. "Komisch, das Gebiet wird doch schon von der Straße Pirk-Rothenstadt und von der Autobahn durchschnitten", wunderte sich der CSU-Fraktionssprecher. Diese Straßen seien aber halt schon mal da, seufzte Bauer. Er stellte Radlbeck trotzdem noch mal einen Ortstermin des Bauausschusses mit allen Fachbehörden und dem Constantia-Architekten in Aussicht. Eine direkte Verbindung fällt damit künftig flach, konstatierte Andreas Albrecht (CSU): "Man kommt von Pirkmühle nicht mehr nach Neubau."

Über all das werden die Diskussionen erst richtig losgehen. Nächste Woche beginnt die fünfwöchige Auslegungsfrist des Flächennutzungsplans. Im Hochsommer und Frühherbst können Bürger und Behörden noch mal Einwände vorbringen. Im günstigsten Fall fällt der Beschluss über Bebauungsplan und den geänderten Flächennutzungsplan wohl im Oktober.

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