13.03.2018 - 16:04 Uhr
Pirk

Herbert Fichtner erhält Willy-Brandt-Medaille Sozialdemokratischer Pionier

Die SPD bestätigt in der Jahreshauptversammlung ihren Vorstand. Einer hat dabei besonderen Grund zur Freude.

Herbert Fichtner (vorne, links) ist nun Träger der Willy-Brandt Medaille. Dazu gratulierte der neue Vorstand um und Karl Kick junior (vorne, rechts). Bild: fsb
von Redaktion OnetzProfil

Ehrenmitglied Herbert Fichtner erhielt für 50-jährige Mitgliedschaft die Willy-Brandt-Medaille, die höchste Auszeichnung der Partei. Für den erkrankten Ehrenvorsitzenden Josef Kammerer hielt Ferdinand Schönberger die Laudatio. Nach der Bildung der ersten Großen Koalition 1966 und ein Jahr vor der sozialliberalen Regierung, die sich positiv auf den Ortsverein auswirkte, stieß Fichtner zu den Sozialdemokraten. Mit ihm als Bürgermeisterkandidaten schnitt die SPD bei den Gemeinderatswahlen 1972 gut ab.

Im November desselben Jahres übernahm Fichtner den Vorsitz, den er fast 15 Jahre innehatte. Von 1972 bis 2002 gehörte er dem Gemeinderat an. Unter seiner Führung kam durch den Generationswechsel im Ortsverein frischer Wind in die Öffentlichkeitsarbeit und in die kommunalpolitischen Aktivitäten. Schönberger erwähnte dabei Faschingstanz und Kinderfasching, die Weihnachtsfeier, den Preisschafkopf, die Herbstwanderung, den Politischen Aschermittwoch und das Waldfest an der Pausch-Kapelle. Zusammen mit Vorsitzendem Karl Kick junior überreichte Landtagsabgeordnete Annette Karl die Medaille an Fichtner.

In ihrem Kurzreferat hob Karl die Bedeutung kleinerer Ortsvereine hervor. Die SPD lebe von Mund-zu-Mund-Propaganda und von der Überzeugungsfähigkeit vor Ort statt von dumpfen Parolen. Die Bundespolitik betreffend ,sei die GroKo-Entscheidung nicht leicht gewesen. Karl bezeichnete sie aber als ein Highlight an Debattenkultur innerhalb der Partei. Nun gelte es, das Beste daraus zu machen. Außerdem gelte es, von der Basis her einen Erneuerungsprozess zu starten. Karl schlug hierzu regionale Erneuerungskonferenzen mit den Mitgliedern und ein "Godesberger Programm 4.0" vor.

Sechs Hauptthemen bestimmten die politischen Inhalte in der Landespolitik: Grundversorgung der Bevölkerung mit Internet und Mobilfunk, innere Sicherheit, der Erhalt kleiner Schulen, die Ärzteversorgung, der ÖPNV auch für weiter entfernte Orte und der Erhalt guter Lebensbedingungen auch auf dem Land.

Karl forderte ein eigenes Bauministerium für Bayern, den Bau von jährlich 5000 Wohnungen durch eine staatliche Wohnungsbaugesellschaft und das Schließen von Wirtschaftlichkeitslücken für Investoren. Die Digitalisierung biete "wahnsinnige Chancen", schaffe aber auch Ängste um den Arbeitsplatz durch Robotereinsatz und permanente Erreichbarkeit. Weitere Forderungen seien genügend Lehrer, die Entlastung junger Familien, kostenfreie Kinderbetreuung und bessere Bezahlung von Erziehern.

Zur Kommunalpolitik gab Martin List seinen Fraktionsbericht. Das Haushaltsvolumen sank im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Millionen auf nunmehr 5,9 Millionen; der Schuldenstand verringerte sich erfreulicherweise auf etwa eine Million, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 576 Euro bedeute.

Der Vorstand

Bei den Neuwahlen gab es kaum Veränderungen. Ohne Gegenstimmen gewählt wurden Karl Kick jun. wieder zum Vorsitzenden bestimmt. Markus Specht ist Stellvertreter, Martin List Kassier, Ferdinand Schönberger Schriftführer und Robert Specht Organisationsleiter. Zu Ausschussmitglieder wählte die Versammlung außerdem Werner Faget, Karin Bauriedl, Christine Gebhardt, Josef Hierold, Johann Stahl und Günther Hagn. Kassenprüfer sind Karl-Heinz Stöckl und Herbert Fichtner. (fsb)

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