30.05.2017 - 18:00 Uhr
PirkOberpfalz

Kindergarten St. Martin wird um eine Gruppe erweitert Lieb und teuer

Wohl der Gemeinde, die Platz für Nachwuchs braucht. Der Pirker Gemeinderat winkte am Montagabend die Pläne für die Erweiterung des Kindergartens durch. Allerdings für wesentlich mehr Geld als ursprünglich vorgesehen.

von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Kaum ist der Bau seit letztem Jahr fertig, muss gleich noch eine Gruppe untergebracht werden. Architekt Armin Juretzka stellte Einzelheiten dazu vor. Das Raumprogramm sieht 450 Quadratmeter vor. Im Falle von Inklusionsarbeit wird es auf 495 Quadratmeter erweitert. Das entspricht dem Bedarf für drei Kindergartengruppen mit je 25 Kindern und 15 Plätzen in der Krippe.

Juretzka schwebt kein klassischer Anbau vor. Die Ostfassade des bestehenden Gebäudes bleibt frei. Nur ein kleiner Teil des Neubaus dockt daran an. Dazwischen tut sich ein kleiner Innenhof auf. Durch diese Lösung bleibt auch ein neuer Flur verglast und lichtdurchflutet, ferner können Kinder und Personal von jedem Raum aus ins Freie. Damit werden auch die Anforderungen an Fluchtwege erfüllt.

Der neue Personalraum (22 Quadratmeter) ist so knapp wie möglich gehalten, um viel Platz für Gruppenräume zu haben. Der jetzige Personalraum geht im Essraum auf. Im Eingangsbereich des Neubaus sind überdachte Kinderwagen-Abstellplätze vorgesehen.

Das alles ist teurer als geplant und kostet 745 000 Euro. Wenn alles klappt, winken 70 Prozent Förderung. Das wären 447 000 Euro. Davon wiederum würde 16 Prozent die Diözese Regensburg übernehmen. Im schlechtesten Fall, der aber weniger wahrscheinlich klingt, würden immerhin noch 50 Prozent herausspringen, erklärten Bürgermeister Michael Bauer und Geschäftsleiter Dieter Schober. Das alles sei ohne Kreditaufnahme zu stemmen.

"Ich hätte die Kosten in dieser Höhe nicht erwartet, aber andererseits sind Kinder einfach ein wertvolles Gut", warb Bauer um Zustimmung. Die bekam er einstimmig, nachdem er und Juretzka zuvor noch eine Fülle von Fragen, vor allem aus der CSU, beantworten mussten. Auch Josef Kummer (Freie Wähler), dem das Ganze zunächst zu teuer war, ließ sich überzeugen.

Dieter Schwab und Alexander Radlbeck (CSU) wollten unter anderem wissen, warum Heizung und Lüftung im bestehenden Gebäude und im Neubau nicht miteinander gekoppelt werden können, um Geld zu sparen. Das sei zu aufwendig, etwa wegen der Wärmepumpe, erklärte der Architekt. Radlbeck regte ferner an, eine Toilette als Herrentoilette zu widmen, um eventuell auch mal einen Kinderpfleger oder männlichen Erzieher einstellen zu können. Damit stieß er auf Zustimmung.

Falls alles heuer erledigt werden sollte, würden die Kosten 300 000 Euro über der Planung liegen. Sie können aber auf mehrere Jahre gesplittet werden. In diesem Jahr sollen lediglich die Bodenplatte und der Rohbau angegangen werden. Bis September nächsten Jahres soll dann alles stehen.

Am Ende der Sitzung gab Bauer bekannt, dass Pirk rund ums Rathaus seit zwei Wochen über kostenloses Wlan verfügt. Der Hotspot ist freigeschaltet und reicht etwa von der Kreisstraße bis zur Kirche.

Bauanträge

Ohne Vorbehalte passierte eine Fülle von Bauanträgen den Gemeinderat. Erich Lindner darf im Falkenweg 11 ein Nebengebäude bauen; Matthias Bauer erhielt grünes Licht für ein neues Einfamilienhaus samt Teilabriss einer Maschinenhalle in Engleshof 6; Kerstin und Jürgen Seegerer aus Hochdorf bekamen die isolierte Befreiung vom Bebauungsplan "Ziegelleite"; Herbert Argauer aus Hochdorf kann sich an den Bau einer Dachterrasse machen; Stephanie und Florian Zandt aus Weiden bekamen unverbindlich die Zusage für isolierte Befreiungen vom Bebauungsplan "Kapellenweg II". Gleiches gilt für Nadja Zeitler und David Löschl aus Weiden und den Plan "Pirk-Süd". Das Paar möchte ein Haus mit Garage und Carport in der Pfarrer-Leibl-Straße 9 errichten; die isolierte Befreiung hat nun auch Jonas Noall aus Pirk für die "Hintere Ziegellleite"; Matthias Bayerl und Sabrina Wild können den Abriss eines alten und den Bau eines neuen Hauses in der Salzstraße angehen. (phs)

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