17.04.2018 - 20:10 Uhr
PirkOberpfalz

E-Sport: Mario Preis aus Pirk spielt bei "League of Legends" ganz oben mit "Ich würde den Sprung zum Profi wagen"

Sein größter Erfolg ist eine Jacke. Nicht irgendeine Jacke, sondern die "Herausforderer"-Jacke. Bei Ebay kostet so ein Teil bis zu 1000 Dollar. Denn: Nur die Elite des Computerspiels "League of Legends" (LoL) bekommt diese Jacke vom Spielehersteller geschenkt. Nur die Besten, die in der Herausforderer-Klasse spielen - der höchsten von 27 Klassen. Nur 0,3 Prozent aller Spieler dürfen dort ran. Mario Preis aus Pirk war 2016 einer davon.

Mario Preis aus Pirk in einer "Herausforderer"-Jacke. Bild: exb
von Julian Trager Kontakt Profil

Damals spielte der 21-Jährige auf dem türkischen Server. "Ist leichter", gibt Preis zu. Trotzdem eine gute Leistung, findet er. Aktuell zockt er auf dem westeuropäischen Server. In der Diamant-III-Klasse, die fünfthöchste Liga in der "LoL"-Welt. Preis sagt: "Im Fußball wär's die zweite oder dritte Bundesliga." Außergewöhnlich in der Oberpfalz, sagt der Pirker. "Ich kenne keinen, der Herausforderer-Klasse gespielt hat." Auf seinem aktuellen Level gebe es in der Region vielleicht noch einen.

Ein E-Sport-Profi sei er damit freilich nicht. Vielleicht aber in Zukunft? "Wenn ich die Chance hätte, würde ich den Sprung zum Profi auf jeden Fall wagen", sagt Preis. Und relativiert sogleich: "Profi zu werden, ist brutal schwer. Fast ein Ding der Unmöglichkeit." Man müsste rund acht Stunden pro Tag spielen, auf vieles verzichten.

Preis hat vor drei Jahren mit "LoL" angefangen und schnell dazugelernt. Drei bis vier Stunden spielt er jeden Tag, meistens direkt nach der Arbeit im Familienbetrieb. Bald möchte er eine IT-Lehre beginnen. Nebenbei verdient er sich ein "gutes Taschengeld" - als eine "Art Coach" für Spieler, die sich verbessern wollen. Das lohnt sich: "Es gibt sehr viele, die dafür bezahlen."

Wie ein schwieriger Mathetest

"League of Legends" vergleicht er immer wieder mit Fußball: "Man braucht volle Konzentration." Ein Teamspiel, das strategische Fähigkeiten voraussetzt, eine hohe Reaktionsgeschwindigkeit erfordert und anstrengend ist, für den Kopf. "Wie bei einem schwierigen Mathetest." Das Spiel selbst sei sehr schnell. Nach manchen Matches erwischt sich Preis auch mal vorm Spiegel - mit knallroten Augen.

Das Zocken ist "schon fast eine Sucht", gibt er zu. Zwar nicht so schlimm wie bei Rauchern, die zehn Kippen pro Tag bräuchten. Aber: "Es ist schwierig, aufzuhören." Er kann's trotzdem, wenn auch nur ein paar Tage lang. Zum Beispiel am Wochenende. "Da bin ich nonstop unterwegs mit Freunden."

E-Sport in der Oberpfalz: Hier finden Sie einen Artikel über einen ehemaligen Ex-Profi-Gamer.

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