Georg Kick schreibt Buch über Geburtsort seines Großvaters
Geschichten aus Pischeldorf

Georg Kick (rechts) arbeitet die Geschichte des Geburtsorts seines Großvaters in einem Buch auf. Bild: exb
Vermischtes
Pirk
05.04.2018
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Georg Kick beschäftigt sich intensiv mit Geschichte - vor allem mit der des Dörfchens Pischeldorf. Jetzt veröffentlicht er ein Buch über den Ort.

Pischeldorf. Der Autor des Rothenstädter Heimatbuchs hat aus vielen Quellen und in Besuchen bei Archiven geschichtliche Fakten über den Geburtsort seines Großvaters zusammengetragen. Er berichtet über Menschen in der Pischeldorfer Flur vor bereits 2500 Jahren.

Die eigentliche Dorfgründung vermutet er um das Jahr 1100. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren das Landgrafengeschlecht der Leuchtenberger und ihre Erbnachfolger Besitzer des Dorfs. Über 600 Jahre lang war die Struktur des wohlhabenden Dorfs mit 11 Bauernhöfen, dem Schmied, 2 Kleinhäuslern und dem Dorfhirten - also 15 Hausnummern - gleich. Die Bevölkerung erreichte zeitweise die Hälfte der Einwohnerzahl des Nachbarorts Pirk. Seit dem Zweiten Weltkrieg kamen in Pischeldorf 10 Hausnummern dazu.

Als Folge der Mechanisierung der Landwirtschaft waren nur noch zwei Milchviehbauernhöfe vorhanden. Für die zwei Kleinhäusler, den Schmied und den Dorfhirten, gab es keine Arbeitsplätze mehr. Die Dorfstruktur ist völlig verändert. Mehrere Althofstellen sind unbesetzt oder bereits abgebrochen. Die Dorfglocke läutet zu den Morgen- und Abendstunden sowie mittags automatisch. Früher war es eine ehrenvolle Aufgabe für jeden Hof, einmal im Jahr einen Monat die Glocke zu läuten.

Das Gemeinschaftsleben mit Festen und markanten Personen gibt es nicht mehr. Zum Beispiel den von 25 Jahren verstorbenen "Gosl-Michl", der die berühmte "Oier-Kirwa" ausgelöst hat und zudem der langjährige Präsident des Schnupferclubs "Safari" in Matzlesberg war. Knechte, Mägde, viele Kinder und Tagwerker erfüllten früher das Dorf mit Leben. Weil man heute kaum auf nachbarschaftliche Hilfe auf den Bauernhöfen angewiesen ist, gebe es weniger Kontakt, schreibt Kick. Die in den letzten Jahren durchgeführte Flurbereinigung mit einer respektablen Dorferneuerung trug nicht zur Verbesserung bei.

Schilderungen der Lebens- und Arbeitsweise sowie der Bodenbewirtschaftung, zu Glaube und Religion, Hofübergabe, Maß und Gewicht, den Dorfhirten, die fast unendliche Geschichte der Gemeindegrundverteilung und der Flurbereinigung runden den Bericht über das Bauerndorf Pischeldorf ab. Kick berichtet auch über seinen Familiennamen. Nachgewiesen ab dem frühen 15. Jahrhundert, trugen die Besitzer von bis zu 90 Prozent der Höfe diesen Namen. Auch heute ist es noch die Hälfte. Im südöstlichen Bereich des Landkreises Neustadt/WN zählt Kick zu den häufigsten Familiennamen.

Das beim Wendepunkt-Verlag in Rothenstadt verlegte 77-seitige Buch "Pischeldorf - Geschichte und Geschichten" gibt es im Gemeindeamt in Pirk oder bei Kick.
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