Weidener Orgelbauer sanieren Priker Orgel
Eine Perle wird aufpoliert

Organistin Kerstin Kiener (von links) schaut den Orgelbauern Michael Becker, Yasmin Portius und Markus Bäumler begeistert zu. Bild: exb
Vermischtes
Pirk
11.10.2017
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"Wegen der Sanierung der Orgel bleibt die Kirche tagsüber geschlossen", steht auf einem Plakat an der Eingangstür der Pirker Auferstehungskirche. Drinnen findet man nur noch das leeres Gehäuse der Orgel und einen völlig zerlegten Spieltisch vor.

Orgelbauerin Yasmin Portius sowie die Orgelbaumeister Markus Bäumler und Michael Becker haben bereits alle Pfeifen behutsam entnommen und auf Schäden überprüft. Auch die Mechanik ist abgebaut. Das hochwertige Instrument der renommierten Firma Klais, die auch die Konzertorgel in der Elbphilharmonie gebaut hat, ist über 50 Jahre alt. Die letzte Reinigung liegt 25 Jahre zurück.

"Technisch gesehen ist sie auf dem Stand der 60er Jahre," informiert Markus Bäumler, Chef der gleichnamigen Orgelbaufirma aus Weiden. Gerhard Sigl, der Sachverständige der Diözese, hat ihm nach Begutachtung und Ausschreibung der Arbeiten den Auftrag für die Sanierung erteilt.Die Firma Bäumler ist unter anderem für die Sanierung der Orgel in der Basilika Waldsassen und die Betreuung der Domorgel in Regensburg zuständig.

Die Mechanik aus Holz und Metall bereitet, begünstigt durch die hohe Lufttrockenheit in der Kirche, immer mehr Probleme. "Wir haben hier in Pirk eine kleine Perle, ein sehr hochwertiges Instrument", berichtet Organistin Kerstin Kiener stolz. Um den Wert dauerhaft zu erhalten, sei es notwendig, dass die Orgel überholt wird. Dabei kommen witterungsbeständige Materialien wie Karbon zum Einsatz. "Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, haben wir so ziemlich jedes Teil der Orgel wenigstens einmal in der Hand gehabt", erklärt Bäumler, der in Pirk auch als Organist tätig ist. Abschließend erfolgt die Intonierung, das heißt die Pfeifen werden wieder eingesetzt und zum Klingen gebracht. Die Fachleute beheben klangliche Schwächen und holen das Optimum aus den Pfeifen heraus. "Wir hoffen, dass unsere Orgel noch etwas mehr Volumen und Klangschönheit erhält", freut sich Kiener. Da alles in Handarbeit erfolgt, dauert die Maßnahme bis ins kommende Jahr. Trotz des Zuschusses der Diözese muss die Pfarrei mehr als die Hälfte der Kosten in Höhe von 75 000 Euro alleine tragen. Dazu sind Aufrufe für Spenden ergangen. Der Pfarrgemeinderat möchte mit verschiedenen Aktionen den Eigenanteil der Pfarrei etwas minimieren.
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