15.04.2018 - 16:40 Uhr
PleysteinOberpfalz

Touristikverein Pleystein löst sich auf Für immer im Urlaub

Der Touristikverein existiert nicht mehr. In einer unaufgeregten Sitzung schicken 19 Mitglieder den Verband für immer in den Urlaub. Doch das Ende des Vereins bedeutet nicht das Ende des Tourismus.

Ein letztes Mal treffen sich die Mitglieder, um die Auflösung des Touristikvereins zu beschließen. Bild: bey
von Walter BeyerleinProfil

Nach fast 50 Jahren Geschichte stimmten die 19 anwesenden Mitglieder im Café Enslein für die Auflösung des Touristikvereins. Die 1970 gegründete Gemeinschaft hatte ihre Blütezeit mehr als überschritten. Altbürgermeister Johann Walbrunn als derzeit amtierender Vorsitzender sagte, die Mitgliederversammlung habe "historischen Charakter".

Erfreulich sei zur Osterzeit noch immer die Präsenz der Internationalen Jungen Orchesterakademie, deren Teilnehmer der Gastronomie etwas abverlangen, die aber auch "Leben in die Stadt bringen". Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass für die Gastronomie auch etwas hängen bleibe, meinte Walbrunn.

In der Jahreshauptversammlung sei mit 19 Teilnehmern erneut eine Passivität zu erkennen, bedauerte der Vorsitzende. Bei der Gründung waren laut Walbrunn nahezu alle der 70 Mitglieder aktiv als Zimmervermieter im Tourismus beteiligt. Hans-Peter Lang sagte, es sei bezeichnend, wenn sich für die Auflösungsversammlung die größten Gastgeber krankheitsbedingt entschuldigten, aber auch keinen Vertreter schickten.

Walburga Puff, seit 20 Jahren Gastronomin im Ortsteil Miesbrunn, machte unmissverständlich klar, dass die oft gerühmte Natur in der Region das Defizit bei den Unterkünften nicht ausgleichen könne. Walbrunn sprach sich dafür aus, in Zukunft nur von einer Stelle aus Urlaubsangebote ins Netz zu stellen und setzte sich für eine Beteiligung junger Bürger bei Fragen des Tourismus' ein. Für zweite Bürgermeisterin Andrea Lang ist es wichtig, die Arbeit Josef Gillitzers "nicht schlecht zu reden". Es müsse nach außen hin dargestellt werden, warum der Touristikverein in seiner jetzigen Form keine Chancen habe. Bürgermeister Rainer Rewitzer bezeichnete die Auflösung eine "bloße Notwendigkeit". Der Tourismus in Pleystein schlage nicht mehr die hohen Wellen von einst, wie in anderen Kommunen auch. Deshalb könne es nur sinnvoll sein, den Tourismus nicht in ein enges Korsett zu zwängen, sondern in lockerer Form darüber zu reden. Schon nach den Pfingstfeiertagen will Rathauschef Walbrunn deshalb mit dem neuen Arbeitskreis Nägel mit Köpfen machen.

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