28.03.2018 - 20:00 Uhr
Pleystein

24. Osterfestival der Internationalen Jungen Orchesterakademie Musik im Dienst der Humanität

Zum 24. Mal proben seit kurzem 97 Musiker aus 37 Ländern an einer der monumentalsten Symphonie der Romantik, die zwar "selbsterklärend", jedoch sehr schwer zu spielen ist. Am Ostermontag geben sie dann ihr traditionelles Symphoniekonzert in der Max-Reger-Halle in Weiden. Das Konzert wird zum ersten Mal vom BR ausgestrahlt.

Die drei Stipendiaten aus der Türkei, Armenien und Kurdistan spielen ebenfalls beim Osterfestival im Orchester. Josef Pflaum (links) und Ehrenfried Lachmann vom Rotary Club Weiden (Zweiter von links) freuen sich über den Austausch der jungen Musiker. Bild: Christiane Gut
von Redaktion OnetzProfil

Vor dem Hintergrund eines Präsidenten Trump und beängstigender internationaler Verwicklungen erhält das Thema Völkerverständigung eine neue Bedeutung. In der Rosenquarzstadt Pleystein nimmt man das ernst. Hier in der seit 1994 gegründeten Internationalen Jungen Orchesterakademie (IJOA) versteht man sich in "wilden Zeiten" als Botschafter für Deutschland und leistet einen nachhaltigen Beitrag zur Völkerverständigung.

Zusammenspiel lernen

Beim Osterfestival der nördlichen Oberpfalz gibt es dieses Jahr abwechslungsreiche Konzerte aus den Bereichen Klassik, Kammer- und Orgelmusik ebenso wie Jazz und Salonkonzerte. Am Ostermontag, 2. April (17 Uhr), in der Max-Reger-Halle Weiden präsentiert das Orchester Anton Bruckners 5. Symphonie nach einer einwöchigen Probenphase unter der Anleitung renommierter Dozenten.

Nach dem erfolgreichen Auftritt von 2013 konnte man erneut Matthias Foremny, Professor für Dirigieren und Chorleitung an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater, erster ständiger Gastdirigent an der Oper Leipzig und Chefdirigent des Stuttgarter Kammerorchesters gewinnen. Henrik Hochschild, seit 2000 als Dozent für Violine der IJOA tätig, erklärt, dass Streicher aus den ehemaligen Sowjetrepubliken das Ganze bereichern.

Jan Golebiowski, ebenfalls seit 2013 Dozent der IJOA, betreut die Hornisten und erklärt, dass die jungen Musiker "alles geben wollen" und "man sie manchmal bremsen muss, weil sonst die Kraft nicht reicht." Ganz offenkundig ist es eine große Herausforderung, die Mentalitätsunterschiede auszugleichen und das straffe Proben-Programm einzuhalten. Doch nicht einmal die vielen unbekannte Zeitumstellung war ein größeres Problem.

Bruckners 5. Symphonie, vom Meister selbst als "Fantastische" oder "kontrapunktisches Meisterstück" bezeichnet, ist ein polyphones Stück und gilt als äußerst anspruchsvoll. Hinzu kommt, dass die Romantik in vielen Ländern wenig bekannt ist. Und die jungen Musiker müssen in den Proben zunächst das gemeinsame Atmen lernen. Dennoch: Der Stolz und Dank der Musiker zusammen mit dem pädagogischen Können der Dozenten wird das Symphoniekonzert zu einem Erfolg werden lassen.

Erlös für krebskranke Kinder

Schließlich gibt es einen zusätzlichen Anreiz: Zum ersten Mal wird das Symphoniekonzert - ein Jahr vor dem 25-jährigen Jubiläum - vom Bayerischen Rundfunk ausgestrahlt. Dass die Junge Orchesterakademie und das Osterfestival mittlerweile eine weit überregionale Bedeutung hat, zeigen die mehr als 550 Konzerte in Deutschland und Europa und die 21 produzierten CDs.

Der Erlös wird zugunsten schwer krebskranker Kinder verwendet. Diese Kultur- und Sozialstiftung unter dem Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Ulrich S. Schubert verbindet Humanität und Kunst auf vorbildliche Weise. Unterstützt wird das Osterfestival durch zahlreiche Sponsoren.

Die Vision der Internationalen Jungen Orchesterakademie ist nicht weniger als "ein ehrgeiziges, völkerübergreifendes Musikprojekt, bei dem die Kunst in den Dienst eines humanitären Gedankens gestellt wird". Die Liebe zur Musik, das unvoreingenommene Miteinander und das leidenschaftliche Arbeiten an einem Projekt verbindet zumindest die jungen Musiker aus aller Welt.

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Karten beim NT/AZ/SRZ-Ticketservice unter % 0961/85-550, 09621/306-230 oder 09661/8729-0, www.nt-ticket.de sowie Abendkasse.

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