13.10.2017 - 20:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Pleysteiner Holzschnitzer starten am Dienstag in Saison Knorriger Handwerksmeister

Die Saison der Holzschnitzergemeinschaft beginnt am Dienstag, 17. Oktober, im Werkraum der Zottbachtalschule wieder. Wenn dann in gemütlicher Runde der Schnitzerfreunde unter anderem die Rede auf "die gute, alte Zeit" kommt, dann fällt im Laufe dieser Gespräche meistens auch der Name von Georg Müller, besser noch bekannt als der "Schmied-Schorsch".

Die Aufnahme aus der urigen Küche des Schmiedemeisters Georg Müller in der Altstadt aus dem Jahr 1964 zeigt (von links) den "Schmied-Schorsch" beim Schnitzen, am Tisch sitzend seine schnitzenden Enkel Gerhard und Gertraud Müller sowie Sebastian Troglauer ("Troglauer-Wastl") aus dem Freundeskreis von Hausherr Georg Müller. Repro: tu
von Autor TUProfil

Der knorrige Handwerksmeister, der 1899 in der Rosenquarzstadt das Licht der Welt erblickte und 1966 plötzlich das Zeitliche segnete, hat zahlreiche Kapitel der Brauchtumspflege mitgeschrieben. So war er ein gefragter Referent im 1952 eröffneten Schullandheim im Gesteinach. Er informierte die dort gastierenden Lehrer und Schüler über Pleystein, die Entstehung des Rosenquarzorts, über gute und schlechte Epochen, über Sitten und Gebräuche sowie über die Einwohner.

Einmal wurde er bei einer zwanglosen Unterhaltung von Schullandheimkindern gefragt, warum man für die Fahne, die jeden Sonn- und Feiertag über dem Heim flatterte, die Farben Grün, Rot und Gold gewählt habe. Die Mädchen und Jungen und ihre Pädagogen staunten über die sinnvolle Antwort: "Goldig ist das Herz des Oberpfälzers. Rot ist die Liebe zur Heimat. Grün ist das Saatfeld". Am 14. Mai 1966 starb er an einem Herzinfarkt.

Der Kulturkreis Pleystein widmete Müller, der sich auch im Heimat- und Verschönerungsverein, der Vorgängerorganisation des heutigen OWV-Zweigvereins enorme Verdienste erwarb, 1980 einen Gedenkstein in der Kreuzberg-Parkanlage beim Stadtweiher am Fuße des ehemaligen Schlossbergs. Einer seiner Enkel trat in die künstlerischen Fußstapfen seines kreativen Großvaters: So gehört das Schnitzen seit der Jugendzeit zu den bevorzugten Steckenpferden von Gerhard Müller (60 Jahre). Seit einigen Jahren steht er als Nachfolger von Hermann Schneider an der Spitze der Holzschnitzergemeinschaft.

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