21.08.2014 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

100 Tage im Amt: Bürgermeister Rainer Rewitzer steht Rede und Antwort Im Sinne des Wählers

Seit 1. Mai 2014 ist Rainer Rewitzer Chef im Rathaus. Das Stadtoberhaupt ist ehrenamtlich tätig. Seine Arbeitszeit als Flussmeister beim Wasserwirtschaftsamt Weiden hat er reduziert. Die ersten 100 Tage im Amt, wie er empfand er sie? Die Redaktion fragte nach.

Der Blick in den Computer gerichtet, das Haushaltskonsolidierungs-Konzept in der Hand - Bürgermeister Rainer Rewitzer muss bei Planung von Projekten immer die städtischen Finanzen im Auge haben. Bild: be
von Walter BeyerleinProfil

Was war der schwierigste Moment nach der Amtsübernahme?

Rewitzer: Schwierige Momente hatte ich nicht zu erleben, es war aber eine interessante Arbeit bisher.

Haben Sie als neuer Bürgermeister andere Prioritäten als der Vorgänger oder sind die Möglichkeiten für die Stadt durch finanzielle Situation vorgegeben?

Rewitzer: Die Prioritäten meines Vorgängers haben auf Meinungen und Entscheidungen der CSU-Fraktion basiert. Daran hat sich seither nichts geändert, wir werden aber noch andere Aufgaben mit ins Programm nehmen. Alles wird sich nach der Finanzierbarkeit orientieren müssen, ich werde immer den Haushalt im Blickfeld haben. Wünschenswert ist vieles, umsetzbar nicht alles.

Hat sich nach Ihrer Amtsübernahme die Stimmung im Stadtrat zum Nachteil geändert, weil ja Ihr direkter Kandidat ebenfalls in den Stadtrat eingezogen ist?

Rewitzer: Die Stimmung hat sich auf keinen Fall zum Nachteil geändert. Bei einer Bürgermeisterwahl gibt es eben nur einen Gewinner. Mein damaliger Gegenkandidat Hans Helgert und ich haben uns nach der Wahl gegenseitig gute Zusammenarbeit zum Wohl der Stadt angeboten. Dies praktizieren wir so.

Im Stadtrat sind personelle Entscheidungen mit der CSU-Mehrheit getroffen worden.

Rewitzer: Bei der Wahl der zweiten Bürgermeisterin ist auch der Wille des Wählers berücksichtigt worden, der die CSU Pleystein mit der Mehrheit ausgestattet hat. Deshalb ist es legitim, die Positionen mit Personal aus eigenen Reihen zu besetzen.

Dabei sind aber auch die Einzelstimmen, beispielsweise für Andrea Lang, heranzuziehen. Bei den Stadtratsentscheidungen soll es um die Sache, nicht um Prestige-Gedanken der einzelnen Wählergruppen gehen.

Der bisherige Bürgermeister war ebenfalls ehrenamtlich tätig, aber nahezu die volle Zeit im Rathaus. Fehlt Ihnen diese Zeit oder kommen Sie mit Unterstützung der Verwaltung zurecht?

Rewitzer: Die Arbeitszeit im Rathaus muss eingebracht werden, deshalb nehme ich meine Aufgaben genau so wahr wie mein Vorgänger. Manches muss ich etwas straffen, wobei ich mich auf die Verwaltung verlassen kann.

Haben Sie sich bis zum Ende der Wahlzeit bestimmte Ziele gesetzt, beispielsweise spürbare Senkung des Schuldenstands? Wenn ja, bedeutet das nicht gleichzeitig einen Investitionsstopp für Projekte?

Rewitzer: Natürlich habe ich mir, wie auch die CSU-Fraktion und ein großer Teil des Stadtrats, bestimmte Ziele gesetzt. Wichtig ist für mich die Konsolidierung des Haushalts, was für mich nicht gleichzeitig mit einem Investitionsstopp gleichkommt. Ich lege großes Augenmerk auf Städtebau in seinen verschiedenen Facetten.

Dabei hat für mich der Stadtkern eine besondere Bedeutung. Hier müssen die Fördertöpfe angezapft werden, um die Maßnahmen umzusetzen. Wichtig ist, besonders Wohnungssuchenden in Pleystein Angebote machen zu können, Gewerbetreibenden aber ebenso. Wichtig ist besonders, Pleystein als Schulstandort zu sichern.

Gilt der alte Spruch "Nach der Wahl ist vor der Wahl" auch für Ihre Arbeit?

Rewitzer: Der ist auch für meine Arbeit zutreffend. Es kann nicht sein, dass vor der Wahl Versprechungen gemacht werden und nach der Wahl nicht mehr daran gedacht wird. Ich werde meine Arbeit im Sinne des Wählerauftrags erfüllen, dies erwarte ich auch vom Stadtrat in seiner Gesamtheit.

Könnten Sparmaßnahmen auch zu unangenehmen Entscheidungen wie beispielsweise zur Schließung des Freibads führen oder geben Sie dafür eine uneingeschränkte Bestandsgarantie im Sinne des Fremdenverkehrs und auch zugunsten der einheimischen Bevölkerung?

Rewitzer: Sparmaßnahmen führen wie im privaten Haushalt immer zu unangenehmen Entscheidungen. Eine Schließung des Freibads aus diesem Grund wir es nicht geben, daran wird auch das Defizit nichts ändern. Das Freibad ist ein Teil von Pleystein und seines Fremdenverkehrs. Eine uneingeschränkte Bestandsgarantie kann ich nicht geben, weil ich nicht weiß, ob vielleicht in zehn Jahren Rieseninvestitionen notwendig sind, die wir nicht stemmen können.

Welche Bedeutung hat der Tourismus für die Stadt?

Rewitzer: Die Bedeutung des Fremdenverkehrs für die Stadt ist groß. Es ist für mich ein großes Anliegen, den Fremdenverkehr anzukurbeln, den Status quo zu erhalten, würde nur noch einem reinen Verwalten gleichkommen. Dazu müssen alle an einem Strang ziehen, mit Einbindung der einheimischen Gastronomie.

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