28.08.2014 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Atemschutzgruppe der Feuerwehr Pleystein seit 40 Jahren einsatzbereit Rettern geht die Luft nicht aus

Nicht mehr aus der Feuerwehr wegzudenken ist die Atemschutzgruppe. Diese Spezialtruppe kann in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiern. 1973 hatte der damalige Kreisbrandinspektor Fritz Sommer aus Vohenstrauß den Pleysteinern geraten hat, eine solche Truppe ins Leben zu rufen.

Gründungsvorsitzender Johann Walbrunn, Kreisbrandinspektor Hans Rewitzer, Dr. Peter Trstan, der ehemalige Kommandant Werner Friedl und Hans-Peter Wallner (von links) haben das Wirken der Atemschutzgruppe der Feuerwehr Pleystein von Beginn an entscheidend mitgeprägt. Bild: tu
von Autor TUProfil

Um für den Einsatz in mit Atemgiften versetzten Räumen oder in Rauchwolken einen Lösch- oder Rettungsangriff vornehmen zu können, schützen sich die Einsatzkräfte mit "schwerem Atemschutz". Im September 1974 gründeten die verantwortlichen Pleysteiner Feuerwehrmänner unter dem damaligen Vorsitzenden Michael Sax eine Atemschutzgruppe.

Erste Vorführung

Am 19. Oktober 1974 wurde in der Brandschutzwoche beim alten Gerätehaus erstmals das schwere Atemschutzgerät vorgeführt. In einer Versammlung am 16. Januar 1975 bestellten die Mitglieder Hans Walbrunn zum Leiter der neuen Abteilung, Albert Schopper zu seinem Stellvertreter und Josef Piehler zum Zeugwart. Die ersten Gruppen zu je vier Mann, bestehend aus Heiner Rewitzer, Franz Ertl, Josef Piehler und Hans Walbrunn, aus Josef Rewitzer, Helmut Rewitzer, Werner Friedl und Albert Schopper, aus Josef Dornisch, Siegfried Hartung, Albert Schneider und Erich Neuber belegten Atemschutzgeräteträger-Lehrgänge an der damaligen Feuerwehrschule in Regensburg von September 1974 bis Januar 1975.

Dort mussten sie zuerst ihre Tauglichkeit durch eine medizinische Untersuchung nachweisen. In dem Kurs gehörte auch der Aufbau und die Funktion von Atemschutzmasken sowie der einzelnen Atemschutzgeräte wie Filtergeräte, Preßluftatmern, Schlauch- und Regenerationsgeräten dazu.

Die Anleitung zur Pflege und Instandhaltung wird ebenso gelehrt wie Informationen über Bedeutung und Lebensnotwendigkeit der Atmung, der Atemwege und -organe sowie die Zusammensetzung der Atemluft. Im schweißtreibenden praktischen Teil wurden die Männer auf die Einsätze eingehend vorbereitet.

Ab 1984 erfolgte die Ausbildung in Neustadt/WN, später in Vohenstrauß. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Feuerwehrleute zu dieser Truppe; 1998 mit Claudia Beugler und Veronika Wallner erstmals auch zwei Frauen. Im alten Feuerwehrhaus fanden die Gründungsmitglieder primitive Verhältnisse vor. So mussten die Geräte erst im Löschfahrzeug installiert werden.

Regelmäßige Übungen

Die Anschaffung des Tanklöschfahrzeugs TLF 16 im Jahr 1995 mit eingebauten Atemschutzgeräten sowie die Inbetriebnahme des neuen Gerätehauses in 1989 haben sich auch günstig auf die Arbeit der Spezialeinheit ausgewirkt. Deren Mitglieder üben regelmäßig, und im vierteljährlichen Turnus werden die Geräte überprüft. Die Vortragsabende mit Dr. Peter Trstan gehören seit 1984 zum festen Bestandteil.

An der Spitze stand von 16. Januar 1975 bis 27. Januar 2002 Hans Walbrunn. Sein ebenfalls sehr engagierter Nachfolger ist Hans-Peter Wallner. In den 40 Jahren des Bestehens wurden die Atemschutzgeräteträger schon oft bei Ernstfällen in der Region angefordert, und sie leisteten immer hervorragende Arbeit. Bisher haben seit 1974 von Pleysteiner Seite 60 Feuerwehrkameraden einen Atemschutzlehrgang absolviert. Davon sind gegenwärtig 26 Atemschutzgeräteträger mit gültiger G 26 einsatzbereit.

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