21.01.2004 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Beschlüsse des Pleysteiner Magistrats vor 100 Jahren - Wiederaufbau nach Brand im Mittelpunkt Für fremdes Bier setzt es eine Strafe

Was heute eher nebensächlich erscheint, war vor 100 Jahren noch von großer Tragweite. Dies gilt auch für den Magistrat und die Gemeindebevollmächtigten in früheren Zeiten.

von Autor TUProfil

Nachfolgend sind einige Beschlüsse des Magistrats aus dem Jahre 1904 wiedergegeben. Sie sollen die Verhältnisse vor 100 Jahren, wo vor allem der Wiederaufbau der beiden Kirchen und der zahlreichen Häuser und Nebengebäude, die beim verheerenden Brand von 1901 vernichtet worden waren, im Mittelpunkt standen, verständlich machen.

So wurde in der Sitzung am 13. Januar beschlossen, dass das Klostergebäude mit 11100 Mark in die Brandversicherung aufgenommen wird. Am 17. Januar legte der Magistrat fest, dass die beiden Röhrenkasten am Marktplatz nicht entfernt, sondern nur zugedeckt werden, desgleichen der Stadtbach.

Der Abfluss des Hochreservoirs wird unzugänglich gemacht. Damit sollte verhindert werden, dass dort Bürger Wasser entnehmen, um die Gebühren für die neu gebaute Wasserleitung zu sparen. In der Tagung am 13. Februar entschied das Gremium, den Fleischaufschlag für 400 Mark und zehn Pfennig an den Polizeidiener Andreas Rewitzer zu verpachten.

Am 23. April wird Michael Wildenauer, Haus Nr. 53, der Bau einer Molkereianlage gestattet. Josef Müllner wird am 14. Mai als Leichenschauer in seinem Amt bestätigt. Am 8. Juni ist in der Niederschrift vermerkt, dass die Zuchtstierhaltung dem Ökonom Josef Bauer, Haus Nr. 36, übertragen wird. Er bekommt einen jährlichen Zuschuss von 270 Mark und das Nutzungsrecht für den "Stierfleck".

Der Metzger Karl Bachofner, geboren in Sophiental in Böhmen, hat laut Kaufvertrag vom 3. Juni 1904 das Anwesen Nr. 61 von Xaver Sittl käuflich erworben. Da seit Jahren auf diesem Haus eine Gastwirtschaft betrieben wurde und gegen Bachofner keine Bedenken vorliegen, wird ihm die Gastwirtschaftskonzession erteilt.

Genehmigt wurde am 16. Juli der Durchzug einer Wallfahrtsprozession der Pfarrei Eslarn durch den Gemeindebezirk Pleystein zum 700-jährigen Jubiläum der Wallfahrtskirche auf dem Fahrenberg.

Am 26. September wird dem Spengler Michael Walbrunn die Lieferung eines neuen Kühlschiffes für das Kommunalbrauhaus "zum Preise von 21 Mark per Zentner" übertragen. Gegen den Kommunwirt Josef Wildenauer wird wegen Einfuhr fremden Bieres Strafanzeige erstattet.

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