06.09.2015 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Fast wie beim Heurigen

Georg Hartwig (Zither), Josef Strigl (Gitarre), Anton Schneider (Bandoneon) und Anton Randhartinger (Violine) waren die "Pleysteiner Schrammeln". Die vier Originale sind zwar schon längst von der irdischen Bühne abgetreten, ihre Namen tauchen jedoch in Erzählungen immer wieder auf.

Josef Strigl, Georg Hartwig, Anton Randhartinger und Anton Schneider (von links) waren die "Pleysteiner Schrammeln". Karl Zahn (stehend, links) und Heinrich Rewitzer hörten aufmerksam zu. Repro: tu
von Autor TUProfil

Die älteren Pleysteiner erinnern sich noch gerne an die Kapelle, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg viele Weihnachts- und Geburtstagsfeiern, Faschingsfeten, Ehrenabende und sonstige Feste begleitete. Sie nannte sich in Anlehnung an die bekannten Wiener Komponisten Johann und Josef Schrammel, Begründer der berühmten Heurigen- und Tanzmusik, die "Pleysteiner Schrammeln". Ihr umfangreiches Repertoire bestand hauptsächlich aus volkstümlichen Liedern und Melodien.

Virtuose Musiker

Der Wagner Hartwig (1905 bis 1983) schrieb einige bedeutsame Kapitel der Pleysteiner Musikgeschiche mit, so in erster Linie als Zithervirtuose, aber auch als Posaunist in der traditionsreichen Stadtkapelle. Der "Wonger-Schorsch" sang obendrein jahrzehntelang als zweiter Tenor im Männergesangverein 1895 mit und war hier zudem über 30 Jahre als Schriftführer tätig.

Strigl (1901 bis 1982) bereicherte die Stubenmusik mit seinem Gitarrenspiel und gehörte ebenfalls viele Jahre der Stadtkapelle als Trommler sowie dem Chor des Männergesangvereins an. Der "Nantl-Sepp" gab seine musikalischen Talente an die Söhne Franz, Arnold und Josef weiter. Vielen Einheimischen ist er noch als letzter Gemeindediener der Stadt in Erinnerung. Er verkündete kommunale Bekanntmachungen im Turnus auf bestimmten Plätzen lautstark mit seiner Stimme, nachdem er sich mit der Handglocke weithin Gehör verschafft hatte.

Dritter im Bunde war der Maurer Schneider (1902 bis 1977), der das Bandoneon, ein seltenes Handzuginstrument, aus dem Effeff beherrschte. Der "Binerwulfn-Dane" war aber auch Kunstmaler und hat seine kreativen Fähigkeiten an seinen Sohn Hermann, der vor allem als ausgezeichneter Schnitzer und Maler einen sehr guten Ruf genießt, weitervererbt. Randhartinger (1908 bis 1968) stammte aus Fichtenbach in Böhmen und wohnte später mit seiner Familie im Ortsteil "Gsteinach", verstärkte die Kapelle als Geiger.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.