29.01.2007 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Gedächtnisjahr für Siegfried Poblotzki, der im Mai 90 geworden wäre - Zehnter Todestag im ... Heimatforscher und Künstler

Im kulturellen Geschehen in der Großgemeinde steht heuer das Siegfried-Poblotzki-Gedächtnisjahr mit im Mittelpunkt. Der Heimatforscher und vielseitige Künstler war weit über die Grenzen des Landkreises Neustadt/WN hinaus bekannt und wäre im Mai 90 Jahre alt geworden. Im November jährt sich zudem sein zehnter Todestag.

von Autor TUProfil

Um die immensen Verdienste Poblotzkis um die Oberpfälzer Heimat entsprechend würdigen zu können, wird im Frühjahr im Stadtmuseum vom Museumsarbeitskreis ein separates Gedächtniszimmer eingerichtet, mit literarischen Werken und Ölbildern als Dauerausstellung. Die Exponate, darunter wertvolle Unikate, stellt Poblotzkis in Weiden lebende Tochter Maria zur Verfügung.

Gelernter Drogist

Der Heimatforscher wurde am 13. Mai 1917 geboren und lernte Drogist. Nach Übernahme des elterlichen Gemischtwarengeschäfts 1948 baute er es mit seiner Frau Maria, die er am 29. Februar 1947 geheiratet hatte und die ihm zwei Töchter schenkte, zu einer Drogerie aus.

1972 wurde das Fachgeschäft geschlossen, musste doch Maria Poblotzki nach dem Tod ihres Vaters Fritz Walcher die Autoelektrik- und Ankerwickeleifirma in Weiden übernehmen. Siegfried Poblotzki bestand 1975 die Gesellenprüfung als Kfz-Elektriker im Alter von 58 Jahren und leitete das Unternehmen mit.

Seine große Passion blieb jedoch die Geschichtsforschung und die Erforschung der näheren Heimat. Nach langjähriger Archivsuche in Amberg, München, Wien und Prag erschienen die Werke "Die Geschichte der Stadt und Herrschaft Pleystein" (1967), "Moosbach - Chronik des Marktes und des ehemaligen Gerichtsbezirks Treswitz" (1971), "Geschichte der Grenzlandgemeinde Markt Waidhaus" (1979), "Geschichte der Stadt, der Herrschaft und der Pfarrei Pleystein" (1980), "Geschichte des Marktes Moosbach" (1982) sowie "175 Jahre Kreuzbergkirche Pleystein" (1989).

Außerdem verfasste er über 150 Berichte zur Geschichte, die in Zeitschriften veröffentlicht wurden. Als freier Mitarbeiter des Bayerischen Rundfunks gestaltete er Sendungen über Besonderheiten unserer Heimat.

Für seine Lieblingstätigkeit, die Malerei, blieb ihm nur noch wenig Zeit. Poblotzki gehörte als Maler und Grafiker seit 1950 dem Berufsverband Bildender Künstler in Nürnberg an. Später kam dieses Steckenpferd überwiegend in Illustrationen und Entwürfen zur Geltung.

Als echten Erfolg sah er die Entdeckung und Erforschung der Vorgeschichte. Mit zahlreichen Funden konnte er entgegen früheren Ansichten die Existenz des steinzeitlichen Menschen im Bereich des Oberpfälzer Waldes nachweisen.

Seine versierte Tätigkeit erfuhr vielfache Anerkennung. So verlieh ihm Pleystein 1977 die Bürgermedaille, 1978 erhielt er die Medaille des Bundesverdienstordens und 1979 die Landkreismedaille. Der Bayerische Landesverband für Heimatpflege verlieh ihm 1982 die Medaille für vorbildliche Heimatpflege.

Zahlreiche Festschriften

Im Lexikon für Bayerische Gegenwartsliteratur sind seine Veröffentlichungen aufgeführt. Der Publizist und Autor hat zudem zahlreiche Festschriften verfasst. Dank seiner unermüdlichen Bemühungen wurden auch die Hallstattgräber bei Lohma gefunden.

1996 erhielt er den Kulturpreis des Landkreises Neustadt für seine besonderen Verdienste um das Kunst- und Kulturleben. Siegfried Poblotzki hat die Geschichtserforschung der näheren Heimat mit unbeschreiblicher Mühe, Geduld, Liebe und mit erheblichen finanziellen Mitteln betrieben und sich obendrein als Förderer und Wiederentdecker von alten Bräuchen in der Oberpfalz einen Namen gemacht. Er starb am 18. November 1997.

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