23.05.2007 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Gedenkausstellung für Siegfried Poblotzki beim Internationalen Museumstag eröffnet Heimatforscher, Chronist und Künstler

Der internationale Museumstag am Sonntag stand unter dem Motto "Museen und universelles Erbe". Ein besserer Rahmen hätte für die Eröffnung der Gedenkausstellung für Heimatforscher, Chronist und Künstler Siegfried Poblotzki im Stadtmuseum nicht gefunden werden können.

von Autor TUProfil

In den vergangenen Monaten wurden im ersten Stock des ehemaligen Mädchenschulhauses vom Museumsarbeitskreis in Zusammenarbeit mit der Gemeinde drei Räumlichkeiten auf Vordermann gebracht, um das Lebenswerk des Pleysteiners mit dieser Dauereinrichtung würdigen zu können.

Auftakt mit Klavierstück

Die Vernissage im Kultursaal des Museumsgebäudes eröffneten die Musikschüler Teresa Rauch und Florian Piehler mit einem vierhändig gespielten Klavierstück. Bürgermeister Johann Walbrunn begrüßte rund 70 Teilnehmer.

Stadtheimatpfleger Bernd Piehler befasste sich mit Poblotzkis Leben. Der Sprecher spannte einen weiten Bogen, angefangen von der Geburt des Heimatforschers am 13. Mai 1917, dessen Lehrzeit als Bader und Friseur in Weiden, der Kriegsteilnahme, seiner Heirat mit Maria Walcher über die Ausbildung zum Drogisten bis hin zur Übernahme der Drogerie, seinen bodenständigen Forschungsarbeiten und seinem Tod am 18. November 1997.

Piehler führte an, dass Poblotzki während seiner Lehre als Bader den Scharfrichter Reichhard vor der Ausführung seiner letzten Hinrichtung in der Max-Reger-Stadt rasierte. Nach Beendigung seiner Ausbildung habe sich der Pleysteiner mit dem Fahrrad auf die Walz nach Holland begeben. Obwohl eher ein stiller Zeitgenosse, sei er äußerst feinsinnig gewesen und habe einen sehr hintergründigen Humor besessen.

Bereits in den 1950er Jahren habe Poblotzki internationale Städtereisen unternommen. Im gleichen Zeitraum habe er begonnen, sich mit der Geschichte der Stadt Pleystein sowie der umliegenden Orte auseinanderzusetzen.

Die Ergebnisse seiner Forschungsaktivitäten seien von ihm in Fachzeitschriften publiziert worden. Ein weiteres Augenmerk habe er auf die Erforschung der Frühgeschichte gelegt. Die Entdeckung der Hügelgräber bei Lohma aus der Hallstattzeit sei ihm zu verdanken.

Malerei liebste Tätigkeit

Seine Lieblingstätigkeit sei die Malerei gewesen. "So sind in der heute eröffneten Gemäldeausstellung Stilrichtungen wie Naturalismus und Impressionismus sowie Kubismus zu finden. Seine Bilder reichen von Skizzen über Aquarelle bis zu Ölgemälden."

"Siegfried Poblotzki hat sich Zeit seines Lebens durch seine bescheidene Art ausgezeichnet. Er machte um seine Person nie viel Aufhebens und war tief mit seiner Heimatstadt Pleystein verwurzelt. Sein Lebenswerk betrachtend kann man nur den Hut davor ziehen, mit welcher Ausdauer, Beharrlichkeit und Genauigkeit er seine Forschungen betrieben hat", schloss der Referent seine Ausführungen.

Den "Tag der offenen Tür" nutzten viele Einheimische und Gäste, dem Stadtmuseum einen Besuch abzustatten.

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