Sophia Kirschsieper und Florian Forster erleben als einzige Musiker der Region spektakuläre ...
Premiere im Symphonieorchester

Lokales
Pleystein
27.04.2013
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Der Alltag hat Sophia Kirschsieper und Florian Forster nach zwei spannenden Wochen voller musikalischer Höhepunkte bei der Internationalen Jungen Orchesterakademie (IJOA) wieder eingeholt. Dennoch bleiben die einmaligen Erlebnisse, die Konzerte mit dem großen Symphonieorchester, unvergessen.

Die Bedeutung dieses musikalischen Gastspiels in der IJOA gewinnt noch mehr an Stellenwert, weil Kirschsieper und Forster die einzigen jungen Musiker aus der Region waren, die in diesen Genuss kamen. Jetzt besucht Sophia Kirschsieper wieder das Augustinus-Gymnasium in Weiden, Florian Forster bedient die Kunden in einer Bank in Vohenstrauß.

Viele Proben

Wenn die Geigerin und der Tubist über die Zeit bei der Orchesterakademie erzählen, geraten sie nur noch ins Schwärmen. Zum ersten Mal haben die beiden nach vielen Proben und Vorbereitungen in einem großen Symphonieorchester mitgewirkt.

Die 16-jährige Sophia hat die klassische Musik seit Geburt im Blut. Vater Dr. Hans Kirschsieper ist begeisterter Geiger und so kommt es nicht von ungefähr, dass die junge Dame aus dem Ortsteil Lohma seit elf Jahren mit dem Saiteninstrument eng vertraut ist. Trotz des Zeitaufwandes ist das Spielen für Sophia Kirschsieper noch immer Hobby, in keinem Fall aber eine Belastung.

Bewerben wollte sich Sophia Kirschsieper zunächst in der üblichen Weise über das Internet. Doch ein Anruf im Büro der IJOA in der Zottbachtalschule verkürzte die Verfahrensweise. Nach einer Hörprobe mit zwei Stücken kam die Zulassung zum Festival. Um in das Orchester eingegliedert werden zu können, musste sie dann nochmals bei den Dozenten vorspielen.
Das Kennenlernen der jungen Musiker läuft zunächst in den einzelnen "Stimmen" des Orchesters ab. Später bei den Proben des gesamten Orchesters kommen sich alle Mitglieder des Orchesters näher. Aber auch bei den gemeinsamen Freizeiten, beispielsweise am Abend im Hotel "Regina", entstehen Kontakte, die fortdauernden Bestand haben, berichtete Sophia Kirschsieper.

Die Unterschiede zum Kirchen- oder Schulorchester sind gekennzeichnet von der Führungsqualität des Dirigenten und der Klasse der Dozenten bei der Orchesterakademie. Zum anderen haben auch alle anderen Orchestermitglieder, meist Musikstudenten, einen hohen Grad an Musikalität, Können und Fachwissen.

So musste auch Sophia Kirschsieper wie die anderen Studenten acht bis neun Stunden während der Zeit des Festivals üben; ein Zeitaufwand, der für die Studenten normal ist. Von den spektakulären Auftritten in Bayreuth, und zum Schluss in Jena ("die Krönung") schwärmt die Geigerin noch heute.

Florian Forster kam auf einem ganz besonderen Weg zur Internationalen Jungen Orchesterakademie. Der 19-jährige Bankkaufmann spielte im Jahr 2010 auf der Abschiedsparty der Musiker mit seinem Akkordeon.
Zwei Tage später wurde er mit seiner Tuba unter einem Vorwand in der Max-Reger-Halle auf die Bühne gelockt. Dort verkündete Bob Ross vor großem Publikum, den jungen Tubisten im nächsten Jahr in sein Orchester zu holen. In diesem Jahr spielte Forster zum ersten Mal im großen Symphonieorchester mit.

Begonnen hat er als kleiner Bub bei der musikalischen Früherziehung mit dem Akkordeon. Dann kam der Wechsel zur Trompete, später im Alter von 15 Jahren griff Forster zur Tuba. In den letzten Monaten verschärfte der Pleysteiner sein Übungspensum. Um auf das Niveau der Orchesterakademie zu kommen, hat er täglich mindestens eineinhalb Stunden geübt.

Dazu gehörten vor allem viele Intonationsübungen, wohl wissend, wie gut das Gehör der anderen Musiker des Orchester und der Dozenten ist. "Da geht es bei der Blasmusik nicht so streng zu", weiß Florian Forster, der auch zum musikalischen Stamm der "Zoigl-Blousn" gehört.

Ein Fehler mit der Tuba beim Auftritt mit dem Orchester wäre fatal und unüberhörbar, erzählt Forster. "Der erste Auftritt in dem großen Symphonieorchester war eine große Herausforderung für mich", gibt der Pleysteiner uneingeschränkt zu.

Beruf treu bleiben

Trotz der Begeisterung für die Musik wird Florian Forster seinem Beruf in der Bank treu bleiben. "Es gibt soviel gute Tubisten. Dann noch ein Orchester zu finden, ist unmöglich. Und für einen Freischaffenden ist die Musik ein hartes Brot", weiß Forster.
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