SPD-Kreisräte betrachten Entwicklungen im Landkreis
Tourismus top, Windkraft Flop

Lokales
Pleystein
06.05.2013
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Die touristische Entwicklung im Landkreis und die Situation der Regionalplanung mit der Änderung des Regionalplans Oberpfalz Nord bezüglich der "Windenergie" stellte die SPD-Kreistagsfraktion in den Mittelpunkt ihrer Sitzung im Gasthof "Zum Goldenen Kreuz".

Die neuesten statistischen Zahlen hatte der Leiter des Tourismusreferates im Landratsamt, Reinhold Zapf, für die Räte mit ihrem Fraktionssprecher Günter Stich parat. Auch Hotelier Josef Hartwig vom "Haus Regina" stand für touristische Fragen zur Verfügung. "Es ist ein stetes Bemühen, das Image des Oberpfälzer Waldes weiter zu steigern", so Zapf. Gute Presse habe die Kampagne "Genießerland Entdeckerregion" erhalten.

Genau zum Sitzungstag seien die statistischen Zahlen des Jahres 2012 eingegangen. Den Rückgang der Übernachtungszahlen um 1,5 Prozent sah Zapf in der Änderung der gewerblichen Meldepflicht von neun auf nunmehr zehn Gästebetten. Auch mahnte der Touristik-Experte einen merkbaren Investitionsstau im Bereich der Gastronomie an. "Es müsse mehr in Qualität investiert werden", hielt Zapf fest, und auch die Internetpräsenz sei absolut notwendig. Weiter bedauerte Zapf, dass im Landkreis noch wenige Betriebe online buchbar seien. Die Zahlen der Onlinebuchungen haben sich im Jahr 2012 vervierfacht.

Nicht nur Internet

"Sterne und Internet können ein persönliches Bemühen um den Gast nicht ersetzten", so die Feststellungen des Pleysteiner Hoteliers Hartwig. Die Verweildauer betrage inzwischen nur mehr drei bis vier Tage. Auch müsse die Gebiets-Vermarktung noch weiter ausgebaut werden. Erstaunliche Hinweise für die roten Kreisräte ergab die Auswertung von Gästebefragungen. Als wichtigste Aspekte wurden Erholung, Natur, Ruhe, Heimat und Zoigl angegeben. All diese Punkte liegen noch vor der "Oberpfälzer Gemütlichkeit". Als Schwachstelle wurde der öffentliche Personennahverkehr ausgemacht. Eine Neubeschilderung des Radwegenetzes im Landkreis kündigte Zapf für dieses Jahr an.

Planung ein Desaster

Das Schreiben des Regionalen Planungsverbandes Oberfalz-Nord, unterzeichnet vom Verbandvorsitzenden Landrat Simon Wittmann, an alle Verbandsmitglieder zur 22. Änderung des Regionalplanes zur Fortschreibung der Windenergie sorgte in der SPD-Kreistagsfraktion für heftige Diskussionen. Feststellungen wie "Bankrotterklärung" oder "Offenbarungseid" machten die Runde. MdL Annette Karl sprach von einem nicht hinnehmbaren Entwurf.
Für Kreisrat Fritz Betzl eine "Verhinderungs-Planung". Die SPD habe in allen Ausführungen Recht behalten", so Bürgermeister Johann Kick. Eine riesige Enttäuschung ist der Sachstand für Kreisrätin Margit Kirzinger aus Waidhaus. Bürgermeister Reiner Gäbl machte sogar ein "dilettantisches Vorgehen" aus. Dadurch werde auch der Bevölkerung die Möglichkeit genommen, sich an der ausgerufenen Energiewende zu beteiligen. Viel, viel Zeit sei verloren gegangen, stellte die Fraktion fest.
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