22.01.2004 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

Stadtrat beschließt Erstellung eines Abwasserentsorgungskonzeptes - Fördermöglichkeiten ... Zweitbeste Lösung: Kleinkläranlagen

"Kleinkläranlagen sind dem heutigen Stand der Technik nach durchaus als Dauerlösung anerkannt." Dies erläuterte Bürgermeister Hans Walbrunn bei der Sitzung des Stadtrats am Dienstag. Konkret ging es um die Vorstellung des Entwurfs für ein Abwasserentsorgungskonzept für jene Ortsteile, die nicht an die Sammelkläranlage angeschlossen werden können.

von Autor TUProfil

Bürgermeister Hans Walbrunn erläuterte, dass am 23. April 2003 der Freistaat Bayern die Richtlinie zu Kleinkläranlagen veröffentlicht und in Kraft gesetzt hat. Durch diese Verordnung kann in nicht durch kommunale Zentralklärwerke entsorgten Bereichen der Bau oder die Nachrüstung von Kleinkläranlagen mit biologischen Stufen gefördert werden.

Besonders die Erstinvestitionen seien hier im Vergleich zum Kanalbau relativ günstig. Jedoch sollten auch die Nachteile nicht unbeachtet bleiben. Auch heute noch weise die Kleinkläranlage eine schlechtere Reinigungsleistung auf als die meisten Sammelkläranlagen.

Höhere Betriebskosten

Ein weiterer Mangel sei in der kaum vorhandenen Steuer- sowie Erweiterungsmöglichkeit zu finden. Darüber hinaus besitzen sie im Vergleich zu Kanälen einen höheren Wartungs- und Überwachungsaufwand sowie höhere Betriebskosten. Auch dürften Geruchsbelästigungen und der Aspekt der Hygiene nicht unbeachtet bleiben.

"Auf der Grundlage von Analysen der Vor- und Nachteile einer Kleinkläranlage ist festzustellen, dass die Errichtung einer solchen als zweitbeste Lösung anzuerkennen ist", so das Fazit des Bürgermeisters.

Zum Förderverfahren referierte Verwaltungsbeamter Günther Gschwindler. Bei der Entscheidung über den Anschluss an eine Sammelkläranlage sei eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorzunehmen. Auf Grundlage des Konzeptes erstelle die Gemeinde anschließend die Gebäudelisten. "Sind alle Gebäude erfasst, werden die Gebäudelisten zur Prüfung an das Wasserwirtschaftsamt geschickt, von wo aus eine automatische Zustimmung zum vorzeitigen Baubeginn erteilt wird", so Gschwindler.

Er ging mit dem Gremium die einzelnen Ortsteile der Großgemeinde Pleystein durch. Übrig blieben die Bartlmühle, die Bodenmühle, der Finkenhammer, die Ödhäuser, der Peugenhammer, die Trutzhofmühle und Spielhof sowie das ehemalige Anwesen Landgraf am Stadtrand. Hier muss in Gesprächen mit den Eigentümern beziehungsweise Bewohnern eine Lösung gefunden werden, ob eigene Kleinkläranlagen oder der Anschluss an die Sammelkläranlage gewünscht werden.

Konzept in Auftrag geben

In Bibershof, Birkenbühl, Dürrenlohe, Finstermühle, Fuchsmühle, Hagenmühle, Hochberg, Pfifferlingstiel, Radwaschen, Rammelsleuthen, Schafbruck, Schafbruckmühle, Steinbach und Unterbernrieth sind die Inbetriebnahme beziehungsweise die Nachrüstung von Kleinkläranlagen vor Vorteil.

Zentral angeschlossen werden oder sind bereits Burkhardsrieth, Lohma, Miesbrunn, Vöslesrieth und Zengerhof. Einstimmig wurde die Erstellung eines Abwasserentsorgungskonzeptes in Auftrag gegeben.

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