20.08.2014 - 00:00 Uhr
PleysteinOberpfalz

VdK-Ortsverband beklagt fehlende Barrierefreiheit und macht Vorschläge zur Verbesserung Massive Kritik an der Stadt

Nichts geht für behinderte Mitbürger, wenn Bordsteine zu hoch und Rillen sowie Löcher im Asphalt zu tief sind. Gemeinsam Hürden überwinden und Barrieren abbauen, fordert der VdK-Ortsverband seit Jahren.

Der Schülerlotsenübergang vom Stadtmuseum zur Raiffeisenbank ist problematisch. Hier müssten vor allem die Betongitterroste im Mittelteil ausgetauscht werden, die für Menschen mit Rollator, Gehhilfen, Kinderwagen und Rollstuhl absolut ungeeignet sind, so die Bewertung des VdK. Bilder: tu
von Autor TUProfil

"Alle Menschen - mit oder ohne Behinderung - sowie alte und kranke Leute, Mütter mit Kinderwägen müssen ohne Einschränkung am öffentlichen Leben teilnehmen können", erklärt VdK-Orts- und Kreisvorsitzender Josef Rewitzer. Ihm und seinen Mitstreitern ist es ein Herzensanliegen, durch bauliche Veränderungen von Straßen, Plätzen und Bürgersteigen eine behindertengerechte Stadt zu schaffen. Vor kurzem haben Rewitzer und die Vorstandsmitglieder Christine Neuber sowie Dr. Peter Tristan Verkehrswege, Plätze und Gebäude auf Barrierefreiheit sowie Behindertenfreundlichkeit mit Rollstuhlfahrern aus der ambulanten Pflegedienst-Einrichtung "Herbstsonne" und dem Pflegeheim "Wohnen am Kreuzberg" getestet und dabei gravierende Probleme festgestellt.

"Der von uns aufgelistete Mängelkatalog ist lang. Folge von Stolperfallen und schlecht verlegtem Kopfsteinpflaster sind Stürze und schwere Verletzungen", betont Rewitzer. Da Rathäuser stark frequentierte Anlaufstellen seien, habe man die Begehung beim Verwaltungsgebäude gestartet.

Rathaus-Zugang erschwert

Hier seien auch gleich die ersten Kritikpunkte ins Auge gefallen. So hätten Rollstuhlfahrer bereits beim Rathauseingang erhebliche Probleme, denn er sei völlig ungeeignet, schon alleine wegen der Stufen. Weder eine Glocke, noch eine Sprechanlage, noch einen elektrischer Türöffner fand man vor. Zudem sei die öffentliche Toilettenanlage in diesem Gebäude in keiner Weise auf die Bedürfnisse mobilitätseingeschränkter Menschen ausgerichtet. Abhilfe sei dringend erforderlich. Der gegenwärtige Zustand sei für Menschen mit Behinderung eine "einzige Katastrophe".

Nächstes Ziel war auf dem Marktplatz die Übergangsstelle von der Textil-Boutique Mali Schopper zum Areal der Sparkasse. Zwar seien hier die Bordsteine abgesenkt, aber der Teil der Strecke, auf dem sich die Parkplätze befinden, sei mit Kopfsteinplaster verlegt - für Rollstuhlfahrer ein permanentes Ärgernis. Beim Schülerlotsenübergang müssten die Betongitterroste im Mittelteil ausgetauscht werden, da dieses Material für Menschen mit Rollator, Gehilfen, Kinderwagen und Rollstuhl ungeeignet sei. Zudem seien hier die 20 Zentimeter hohen Bordsteinkanten abzubauen. Kritisch sei die Situation außerdem beim Ärztehaus Galik/Steinbinder, wo die Randsteine am Eingang zu den Praxen ein Problem darstellten. Darüber hinaus sei der Straßenübergang bis zum Bürgersteig, der zum Friedhof und zum Pflegeheim "Wohnen am Kreuzberg" führt, nicht markiert, relativ breit und zudem unübersichtlich. Ferner stelle die Straßen-Überquerung beim Anwesen Sax zum Friedhof und zum Kindergarten durch die Baumbepflanzung im Kurvenbereich eine Gefahrenquelle dar.

Rampe statt Stufen

Beim Einbau einer öffentlichen Toilette in der Aussegnungshalle seien die Stufen durch eine Rampe auszutauschen. "Wir vom VdK verhehlen nicht, dass bisher schon einige Aktionen von der Stadt unternommen wurden, wenn auch hauptsächlich auf unser Betreiben und zum Teil durch uns finanziert. Ich denke nur an den 2002 gebauten behindertengerechten Gehweg vom Pflegeheim in Richtung Stadtmitte, an drei behindertengerechte Ruhebänke, an Gehsteig-Abstufungen beim Stadtmuseum, Netto-Markt und bei der Apotheke sowie an die rollstuhlgerechte Umkleidekabine im Terrassenbad und zwei Behindertenparkplätze im Freizeitzentrum", sagt Rewitzer. Aber all das könne nicht genug sein. "Barrierefreie Kommunen haben in Zukunft die Nase vorne."

Der demografische Wandel sei auch in der Großgemeinde ein aktuelles Thema. Von den in ihr lebenden 2434 Menschen seien über die Hälfte 55 Jahre alt, darunter viele Behinderte, teilte Rewitzer mit. Der VdK habe die Forderungen vor einigen Tagen schriftlich der Stadtverwaltung übergeben. "Wir sind auf die Antwort gespannt."

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