Verantwortliche informieren Mitglieder in Versammlung der Molkereigenossenschaft Pleystein
"Der Milchpreis steigt wieder"

Die Molkereigenossenschaft Pleystein ist ein starker Partner der Naabtaler Milchwerke. Geschäftsführer ist Hubert Schmid aus Pleystein (Dritter von rechts), Vorstandsvorsitzender Georg Wittmann aus Frankenrieth (rechts) und Aufsichtsratsvorsitzender Martin Reber aus Gehenhammer (Dritter von links). Bild: dob
Lokales
Pleystein
03.05.2013
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"Die Milch hat für unsere Region eine große Bedeutung, und der östliche Raum wird immer mehr zur Milchregion", stellte Alois Weig vom Bayerischen Bauernverband fest. Allerdings lieferten 1983 immerhin 860 Bauern der Molkereigenossenschaft Pleystein pro Jahr 34 853 392 Kilogramm Milch. Nun sind es nur noch 236 Landwirte.

Diese wiederum erwirtschaften aber 38 621 722 Kilogramm Milch. Im Schnitt lieferte demnach jeder Landwirt 163 651 Kilogramm. Diese bemerkenswerten Zahlen listete Geschäftsführer Hubert Schmid in der Mitgliederversammlung in der Stadthalle Vohenstrauß auf.

Weniger Lieferanten

Vor 30 Jahren wurde die Referenzmengenregelung eingeführt, deswegen holte Schmid bei seinen Aufzeichnungen weit aus. "Weniger Milchlieferanten liefern größere Mengen." 245 Mitglieder zeichnen 6368 Anteile mit einem Geschäftsguthaben von über 500 000 Euro. In der Bilanz des Geschäftsführers war weiter zu erfahren, dass die Aktiva- und Passivaseite eine Summe von rund 3 186 364 Euro aufwies.

Vorstandsvorsitzender Georg Wittmann aus Frankenrieth ging auf die Entscheidung des Kartellamts ein, das den kurzfristigen Vergleich des Milchpreises zwischen Molkereiunternehmen nicht mehr zulasse. Jetzt müssten sich die Milchbauern wesentlich intensiver mit der Festsetzung des monatlichen Milchpreises befassen. Der Milchpreis werde monatlich oder vierteljährlich je nach Marktlage in einem Gremium festgelegt, dem die Vorstände der Erzeugergemeinschaften angehören. Die Geschäftsentwicklung im Berichtsjahr nannte Aufsichtsratsvorsitzender Martin Reber "noch zufriedenstellend".
Die Vermögens- und Finanzlage der Genossenschaft sei geordnet, die Zahlungsfähigkeit stets gegeben. Der Bilanzverlust in Höhe von 155 Euro wurde gemäß Beschluss der Generalversammlung den Rücklagen entnommen. Ohne Gegenstimme genehmigten die Genossenschaftsmitglieder den Jahresabschluss.

Bei den anschließenden Neuwahlen wollten 49 Stimmberechtigte mit 41 Ja-Stimmen für Landwirt Georg Haberkorn aus Obertresenfeld im Vorstand sehen. Aufsichtsratsvorsitzender bleibt Reber. Martin Liegl aus Moosbach schaffte ebenfalls wieder den Sprung in den Aufsichtsrat. Nicht mehr wählen ließ sich Martin Liebl aus Gaisheim, der seinen Posten zur Verfügung stellte. Allerdings wurde für ihn laut Beschluss dann auch kein Nachfolger gewählt.

Leider gab es wieder Austritte und Betriebsschließungen in der Genossenschaft. In den Milchmengenlieferungen erkannte stellvertretender Landrat Horst Frötschl aber ein gutes Zeichen der wertvollen Arbeit der Erzeugergemeinschaft. "Der Unmut der vergangenen Jahre hat sich zwischenzeitlich längst gelegt."
Die Naabtaler Milchwerke seien mittlerweile zu einem kompetenten Partner herangewachsen, mit dem man auf gleicher Augenhöhe verhandeln könne. "Ohne Naabtaler Milchwerke geht nichts mehr." Dies sei aber für die Milchwerke zugleich Verpflichtung, der sie nachkommen müssten.

Helmut Melchner vom Landwirtschaftsamt Weiden informierte, dass im Landkreis Neustadt und der Stadt Weiden derzeit noch 800 Milchviehbetriebe jährlich 140 Millionen Kilogramm Milch erwirtschaften. Der Verkauf von Milch sei eindeutig ein Einnahmeschwerpunkt. Es sei daher erfreulich, dass der Milchmarkt seit Jahresbeginn eine durchaus positive Marktentwicklung erfahre.

Markt positiv gestimmt

"Der Milchpreis steigt wieder, und das ist gut so", versicherte auch Direktor Karl Völkl von der Raiffeisenbank. René Guhl, Geschäftsführer der Naabtaler Milchwerke, berichtete von der sehr guten Auftragslage in Schwarzenfeld und von neuen Produkten, die sehr gut beim Verbraucher ankämen. Der Milchmarkt sei generell positiv gestimmt, die Binnennachfrage stabil und die Exportentwicklung erfreulich. Sein Fazit: "Das Jahr 2013 wird ein gutes Jahr für die Milchwirtschaft."
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